Eduard Thurneysen, Die Zukunft hat schon begonnen! Predigt zu Jesaja 2,1-5 (1961): „Wenn uns gesagt wird, dass die ganze dunkle Gegenwart nicht das Letzte ist, weil es eine letzte Zeit gibt, der auch diese unsere Gegenwart entgegengeht, eine letzte Zeit, von der her Licht und Heil in unsere Zeit hereinbricht, dann wird diese unsere Zeit, auch unsere eigene kleine Lebenszeit zu einer Insel, die rings umflossen ist von der Zeit Gottes, von der Ewigkeit. Dann müssen wir all das, was hier und jetzt noch geschieht an Schwerem, bei allem Ernst, nicht mehr ganz ernst nehmen. Es gibt etwas, das noch ernster ist als das, was wir vor Augen haben; es gibt ein Heil Gottes, das aus der letzten Zeit her zu uns kommt.“

Die Zukunft hat schon begonnen! Predigt zu Jesaja 2,1-5 Von Eduard Thurneysen Das ist’s, was Jesaja, der Sohn des Amos,…

Friedrich Mildenberger, Abraham und wir – einige systematisch-theologische Reflexionen (1980): „Solange und soweit unser Bemühen um die Bibel das Werk ist, dessen wir uns rühmen – jeder kanns besser, und der Dogmatiker natürlich sowieso besser als der Exeget, aber miteinander können wir’s doch am allerbesten – solange wird nichts Rechtes daraus. Aber vielleicht begegnet uns Abraham wieder, wenn wir uns herausrufen lassen aus unserer idololatria Chaldaica und uns wieder auf den Weg machen, um hinter die historischen und hermeneutischen, die wissenschaftlichen und religiösen Horizonte zu kommen, in denen wir die Bibel gerade nicht erfassen können.“

Abraham und wir – einige systematisch-theologische Reflexionen Von Friedrich Mildenberger Meine Überlegungen sollen nicht in der schweren dogmatischen Rüstung Sauls…

Huub Oosterhuis, Warum musst das sein? „Im Katharina-Krankenhaus in Eindhoven / hat jemand ihre Körper gewaschen und gepflegt, / Blumen zu ihnen gelegt / und eine Kerze angezündet. / Man hat sie noch gesehen: / sie waren nicht entstellt, / sie waren tot. / Tjeerd, als würde er schlafen. / Pientje plötzlich viel älter – / ‚mindestens zwanzig Jahre älter‘, / sagte ihre Mutter.“

WARUM MUSSTE DAS SEIN? Tjeerd Naves und Pien van Diemenverstorben am 29. Juli 1984 1 Sie waren wieder zusammen.Nach einer…

Georg Merz, Tausendjähriges Reich: „Sie er­hoffen das Reich Christi als ein Ereignis der Ge­schichte, unterscheiden darum das Tausendjährige Reich als eine Epoche dieser Geschichte von der Wiederkunft Christi in seiner Herrlichkeit als dem Ende aller Geschichte. In der Aussage von Offenbarung 20 und in den auf dieses Kapitel sich beziehenden Aussagen der Schriften Alten und Neuen Testaments sehen sie ein unüberhörbares Zeugnis für die Realität der dieser Erde zugesagten Hoffnung.“

Tausendjähriges Reich Von Georg Merz In der Offenbarung des Johannes wird im 20. Kapitel berichtet, daß der Satan „tausend Jahre“…

Das Paradies, der Überdruss und das Lebensglück: „Weder in dem dauerhaft Zuhandenen noch in dem erfolgreich Erstrebten findet der Mensch sein umfassendes Lebensglück. Was in der christlichen Lehre als (Glück-)Seligkeit (beatutido) verheißen wird, ist ein lebensvollendende Schau Gottes (visio Dei beatifica), von der ’selige‘ Menschen selbst eingenommen ist. Das Lebensglück entzieht sich damit eigener Bestimmung bzw. Wahl. Die Gottesschau lässt sich nur in paradoxer Weise als lebenserfüllend – Erfüllung, die keine Erfüllung ist – bezeichnen, da der Zustand einer ewigen Erfüllung den Vorgang einer Erfüllung unterbinden würde. Die visio Dei ist also ein Sehen, das sich nicht sattsehen kann.“

Das Paradies, der Überdruss und das Lebensglück Paradiesische Zustände sollen das eigene Lebensglück bedingen. In der Paradieserzählung (Genesis 2-3) wird…

Karl Barth, Philosophie und Theologie (1960): „Ob der Philosoph fähig und geneigt sein wird, in der vom Theologen angegebenen und beschriebenen Be­ziehung von «Schöpfer» und «Geschöpf» von «Gott» und «Mensch» seine eigenen Gegenüber- und Zusammenstellungen wiederzuerkennen? Und ob der Theologe seinerseits in den Begriffspaaren des Philosophen das wiederfinden wird, was er unter «Schöpfer» und «Geschöpf», «Gott» und «Mensch» versteht? Ob man sich hiervon beiden Seiten mit gutem Ge­wissen darüber verständigen könnte, dass man ja «im Grunde dasselbe» meine und sagen wolle? Ob es also gelegentlich oder gar durchgängig tun­lich sein möchte, dass der Philosoph in der Sprache des Theologen, der The­ologe in der des Philosophen redet?“

Philosophie und Theologie Von Karl Barth Die Gegenüberstellung von «Philosophie» und «Theologie» ist eine (leicht mythologisierende) Abstraktion. Das Wirkliche, das…

Hayden White, An den Grenzen des Begriffs (At the Limits of the Concept, 2016): „Die kontinentale Tradition neigt dazu, der Rhetorik sehr viel mehr Sympathie entgegenzubringen, die sie weniger als ‚Überzeugungskunst‘ versteht, sondern vielmehr als eine Theorie des Verhältnisses zwischen wörtlich-begrifflichem Denken einerseits und figurativ-tropologischem Bewusstsein andererseits. Sie sympathisiert eher mit einer narrativistischen Ausdrucksweise als mit einer syllogistischen Argumentationsweise. Sie erkennt sogar an, dass ‚Fiktion‘ weniger das Gegenteil von ‚Tatsache‘ sein kann als eine andere Art der Vermittlung zwischen Sinn und Vorstellung. Sie lässt sogar zu, dass die der poetischen Sprache innewohnende Variation und Differenzierung, wie bei Wallace Stevens, Yves Bonnefoy, Ann Carson, W. H. Auden, T. S. Eliot und Paul Celan, Affekte und Einsichten hervorbringen kann, für die andere Ausdrucksformen blind bleiben.“

An den Grenzen des Begriffs (At the Limits of the Concept, 2016) Von Hayden V. White Es wird oft vergessen,…

Karl Barth über das Christentum und die Religion (1963): „Wir sind hier nämlich außer dem, dass wir wohl Christen sein und uns nennen möchten, alle auch religiös, z. T. sogar schrecklich religiös. Es gibt ja auch als Wissen­schaft, Kunst und Politik, als Technik, Sport und Mode verkleidete Religionen: unter aller zur Schau getragenen Säkularität verborgen, aber umso rüstiger vollzogene Übergriffe und Überbauten in irgendein Jenseits hinein, Verehrungen der verschie­den­sten Götter und Götzen: Mammon, das Geld, die mächtigste dieser verborgenen, aber sehr reellen Gottheiten!“

Das Christentum und die Religion Von Karl Barth Ich habe mich Ihnen vorzustellen als Theologe, d. h. aber als Vertreter…