Jeanette Wolff, Sadismus oder Wahnsinn: Erlebnisse in den deutschen Konzentrationslagern im Osten (1946): „Mir als Mutter krampfte sich das Herz zusammen, und die anderen, besonders die junge Lettin, waren tieftraurig. Lang­sam ging der Tag zur Neige. Zum Appell ging meine Tochter fort, und wir alle glaubten sie schon verloren. Nach ungefähr einer Stunde kam sie zurück. Max hatte sie aufgeschnallt und immer wieder gefragt: ‚Hast du noch keine Angst?‘ und ‚Willst du den Namen nicht nennen?‘ Sie verneinte immer wieder, und nach 35 Minuten schnallte er sie ab und wurde mit den Worten ‚Na, feige bist du ja nicht‘ und einem Fuß­tritt entlassen. — Was wir beide empfanden, als wir uns wiedersahen, kann kein Mensch ermessen, und in diesem Moment gelobten wir uns: Weg vom Stutthof, sobald wie möglich und ganz gleich wohin.“

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Paul Veils Bußpredigt wider die Reichspogromnacht vom 16. November 1938: „Wenn Menschen nicht mehr das Gotteswort hören, dann können solche Dinge geschehen, wie wir es erlebt haben. Wäre es einem auf Gottes Wort hörenden Menschen möglich, so sehr von Haß und Empörung sich fortreißen zu lassen, daß er Gotteshäuser derer, die er für schuldig glaubt, einfach in Brand steckt?“

Ähnlich wie Julius von Jan hatte auch Paul Veil, Mitglied der Kirchlich-theologischen Sozietät, eine Woche nach der Pogromnacht vom 9./10.…

Johannes von Lüpke, Ende gut – alles gut? Die letzten Dinge: „Wer kann und darf richten? Dieses Gericht aber ist nicht unsere Sache. Wenn das Augsburger Bekenntnis diejenigen verurteilt, die vor der Wiederkunft Jesu ein Gottesreich aufrichten wollen, so geht es darum, menschliches Urteilen in seine Grenzen zu weisen. Die Lehre richtet sich gegen die Anmaßung derer, die dem Jüngsten Richter sein Urteil vorschreiben wollen oder die sich selbst dazu ausersehen wähnen, hier auf Erden das Gericht durchzuführen.“

Ende gut – alles gut? Die letzten Dinge Von Johannes von Lüpke Von einer Predigt, die bei einer Bestattung gehalten…