Robert W. Jenson, Was ist Theologie (2008): „Die Kirche und ihr Denken – ihre Theologie – beginnt mit jener kleinen Gruppe von Juden, die davon überzeugt waren, dass die Auferstehung Jesu die Antwort Gottes auf die Frage war, die der Herr Ezechiel gestellt hatte. Sie erklärten, dass die toten Gebeine des Volkes Gottes, Israel, und die toten Gebeine der Menschheit im Allgemeinen tatsächlich wieder leben kön­nen.“

Was ist Theologie? Von Robert W. Jenson Was ist Theologie? Das Wort „Theologie“ leitet sich vom griechischen Wort theologia ab,…

Otto Dibelius, Die Frage der „Obrigkeit“ (1960): „Sobald aber die ‚übergeordnete Macht‘ erklärt, sie bestimme selber, was gut und böse sei – dann ist dem, was Römer 13 im Auge hat, der Boden entzogen. Dann ist die übergeordnete Gewalt nicht mehr Dienerin Gottes mir zugute, sondern dann ist sie menschliche Institution, gewiss unter Gottes Zulassung, wie alles Gottfeindliche auf der Welt, aber entmythologisiert, nur noch als menschliche Institution unter menschlichen Gesichtspunkten zu betrachten.“

Die Frage der „Obrigkeit“ Von Otto Dibelius In seinem Brief „Obrigkeit? Eine Frage an den 60jährigen Landesbischof“ an den Hannoverschen…

Albrecht Grözinger, Karl Barth, die Predigt und der Pluralismus: „Predigt ist hier verstanden als eine menschliche Rede mit Respekt und Takt – Respekt und Takt gegenüber Gott und gegenüber den Menschen. Das aber sind die elementaren Anforderungen an eine Predigt in einer Gesellschaft des religiösen und weltanschaulichen Pluralismus. Eine Predigt, die Gott nicht als eine irgendwie geartete Notwendigkeit postuliert, sowie eine Predigt, die Gott nicht aus Kosten des Menschen groß machen muß oder umgekehrt.“

Karl Barth, die Predigt und der Pluralismus Von Albrecht Grözinger Sich bei der Frage nach Christentum, Kirche und Theologie ausgerechnet…

Karl Löwith, Das Verhängnis des Fortschritts (1963): „Das moderne historische Bewußtsein ist aber dadurch ausgezeichnet, dass es ganz und gar aus der Zukunft lebt und darum in Furcht und Hoffnung; die Erwartung der Zukunft ist das Element, in dem der Wille zum Fortschritt schwimmt. Die entscheiden­de Frage gegenüber unserer Besessenheit von der Zukunft wäre des­halb, ob die Zeit der Welt eine immerwährende oder ewige ist, im Unterschied zur end­lichen Zeit des Menschen.“

Das Verhängnis des Fortschritts (1963) Von Karl Löwith Der Begriff des Fortschritts geht oft unvermerkt über in den der Ent­wicklung.…

Hans-Georg Gadamer über Rudolf Bultmanns Griechisch-Runde in Marburg: „Pünktlich um 8.15 Uhr begannen wir und lasen bis Schlag elf Uhr. Bultmann war ein strenger Mann. Dann erst begann die Nachsitzung. Rauchen durfte man vorher, nur dass Bultmann keine Zigaretten liebte, sondern schwarze Brasil oder Pfeife, und nur für Schlier hatte er aus besonderer Nach­sicht die sogenannten Schwächlingszigarren, die mit einem blonden Deckblatt versehen waren. Aber, wie gesagt, um 11 Uhr gab es etwas zu trinken, meist Wein. Man vergaß aber nie, dass man in einem sparsamen Hause war: wenn die Flasche rundherum ausgeschenkt war, legte sie Bultmann noch einmal hin und goß sich nach einigen Minuten nachträglich noch die wenigen Tropfen ein, die sich dann in der Beuge der Flasche gesammelt hatten.“

Über Rudolf Bultmanns Griechisch-Runde in Marburg Von Hans-Georg Gadamer Bultmann war nicht nur ein scharfer Theologe, sondern auch ein leidenschaftlicher…

Karl Jasper, Wahrheit und Unheil der Bultmannschen Entmythologisierung (1953): „Wie dürftig und spracharm unser Dasein, wenn mythische Sprache nicht in ihm gilt! und wie unwahr, wenn die unumgängliche mythische Denkweise mit albernen Inhalten erfüllt wird. Die Herrlichkeit und das Wunder der mythischen Anschauung muss gereinigt, aber nicht abgeschafft werden. Entmythologisierung ist fast ein blasphemisches Wort. Es ist nicht Aufklärung, sondern Aufkläricht, die das Wort Mythus so entwerten kann. Hört die Pracht des Sonnenaufgangs auf, eine leibhaftige, immer neue, beschwingende Wirklichkeit zu sein, eine mythische Gegenwart, auch wenn wir wissen, daß wir mit der Erde uns bewegen, also vom Aufgang keine Rede sein kann? Hört das Erscheinen der Gottheit auf dem Sinai, im Dornbusch, auf, ergreifende Wirklichkeit zu sein, auch wenn wir wissen, dass im Sinne raum-zeitlicher Realität hier menschliche Erlebnisse stattgefunden haben? Entmythologisieren, das würde bedeuten, ein Grundvermögen unserer Vernunft zum Erlöschen zu bringen.“

Wahrheit und Unheil der Bultmannschen Entmythologisierung Von Karl Jaspers Inhaltsübersicht Situation, aus der diese Kritik entspringt. I. Zwei brüchige Voraussetzungen…

Wilfried Joest, Amt und Ordination – unüberholbare Strukturen? (1971): „Das neutestamentliche Vorbild der Gemeinde ist nicht das einseitige Gegenüber eines in irgendeinem Sinne exklusiven Amtes zu ‚Laien‘, sondern das Zusammenwirken und die gegenseitige Dienstbarkeit besonderer Dienste untereinander, und wiederum der besonderen Dienste und des sie umgebenden und mitwirkend begleiten­den allgemeinen Priestertums aller Glaubenden.“

Amt und Ordination — unüberholbare Strukturen? Von Wilfried Joest Dieses Referat muß sich darauf beschränken, einige Thesen zu entfalten, zu…

Der Bauernkrieg. Ein schönes Lied, wie es den Bauern in ganz Deutschland ergangen ist (1525): „Der Bund, als er die Sache bedachte, / zog bald mit starker Macht / nach Leipheim an der Donau; / dreitausend Bauern lagen dort, / es ist ihnen nicht wohl bekommen. // Dreitausend, so wurde mir berichtet, / wurden dort erschlagen, man spricht, / achthundert sind ersoffen, / manchem wurde der Kopf abgeschlagen, viele sind davongelaufen.“

Thomas Kaufmanns neuem Buch „Der Bauernkrieg. Ein Medienereignis“ (Herder, 2024) enthält auch ein Unterkapitel „Die Erfindung und Wertung des ‚Bauernkrieges‘…