Hans von Soden, „Was ist Wahrheit?“ Vom geschichtlichen Begriff der Wahrheit (1927): „Wenn im Alten Testament immer wieder von Gott ausgesagt wird, dass er Wahrheit tue, wirke, bringe, so ist unter der Wahrheit Gottes zunächst nicht verstanden, dass er wirklich, tatsächlich Gott ist, also das ist, wofür er gehalten, und nicht irrig dafür gehalten wird, sondern dass er erfüllt, was man von ihm als Gott, weil er Gott ist, erwartet, dass er sich als mächtig, gütig, gerecht erweist, dass er die Zukunft bestimmt.“

„Was ist Wahrheit?“ Vom geschichtlichen Begriff der Wahrheit Von Hans Freiherr von Soden In einem Buch, das vor einigen Jahren…

Martin Luther, An die Ratsherren aller Städten deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen: „Lasst uns das gesagt sein, dass wir das Evangelium nicht recht erhalten werden ohne die Sprachen. Die Sprachen sind die Scheiden, worin dieses Messer des Geistes steckt. Sie sind der Schrein, worin man dieses Kleinod trägt. Sie sind das Gefäß, worin man diesen Trank fasst. Sie sind die Kammer, worin diese Speise liegt. Und wie das Evangelium es zeigt, sie sind die Körbe, in denen man diese Brote und Fische und Brocken aufbewahrt.“

An die Ratsherren aller Städten deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen (1524) Von Martin Luther Gnade…

Hans Joachim Iwand, Adventspredigt über Lukas 21,25-36 (1940): „Jesus sieht uns wie Gefangene und die Welt als unseren Kerker. Gefangene des Todes, Gefangene der Sünde sind wir immer noch. Jesus sagt: Wenn die Mauern eures Gefängnisses Risse bekommen, wenn gewaltige Stütze das Fundament erschüttern, dann gerade richtet euch auf, dann erhebt eure Häupter, denn dann tagt der Morgen der Befreiung. Die Hand, die von außen her so gewaltige Schläge gegen das Gemäuer führt, ist Gottes Hand. Die fürchterlichen Einschläge sind seine Zeichen. Weil euch Gott nicht vergessen hat, darum geschieht dies alles.“

Predigt über Lukas 21,25-36 (2. Advent) Von Hans Joachim Iwand Liebe Gemeinde! „Alsdann“ heißt es in diesem Text, der die…

Hans Wildberger, Predigtmeditation zu Jesaja 35,3-10: „Selbst wenn solche Toren die heilige Straße betreten sollten, so werden sie auf ihr nicht irregehen, sondern mitgenommen und mitgetragen von der nach dem Zion Wallfahrtenden Menge, durch die andern mitgerissen zum Gotteslob. So müßte die christliche Ge­meinde die ‚Toren‘ von heute mit hineinziehen können in die Freude am Herrn!“

Predigtmeditation zu Jesaja 35,3-10 (1961) Von Hans Wildberger I. Vorbemerkung: Der biblische Realismus Kapitel 35 beschreibt den zweiten Akt des…

Heinrich Fries über John Henry Newman (1801-1890): „Wenn wir, so meint Newman, warten wollten, bis wir für unser Handeln und unsere Entscheidungen einen logisch evidenten Beweis haben, so würden wir nie zum Handeln kommen: ‚Life is for action.‘ Diese Grunderfahrung wendet Newman auch für den Bereich des Glaubens an Gott und seine Selbsterschließung in der Offenbarung an. Der Glaube ist kein Schluß aus evidenten Prämissen, keine Folgerung auf Grund strikter Beweise, sondern ein spezifischer Akt, der sich auf Realität bezieht, er ist reale Zustimmung.“

John Henry Newman (1801-1890) Von Heinrich Fries „John Henry Newman war Ungezählten ein Bringer des geistigen Lebens, ein geistlicher Führer,…

Alfred Delp, Den Engel in der Todesfinsternis sehen (Advent 1944, Haftanstalt Berlin-Tegel): „Die Welt ist mehr als ihre Last und das Leben mehr als die Summe seiner grauen Tage. Die goldenen Fäden der echten Wirklichkeit schlagen schon überall durch. Lasst uns dies wissen und lasst uns selbst tröstender Bote sein. Durch den die Hoffnung wächst, der ist ein Mensch selbst der Hoffnung und der Verheißung. Advent ist Zeit der Verheißung, noch nicht der Erfüllung.“

Den Engel in der Todesfinsternis sehen (1944) Von Alfred Delp Den diesjährigen Advent sehe ich so intensiv und ahnungsvoll wie…

Karl Barth über die theologische Fakultät und das Studium der Theologie (1962): „Was den Beruf des Pfarrers betrifft, so ist zu bedenken: Er ist weder ein einträglicher, noch ein bequemer, noch ein glanzvoller Beruf. Ohne die Bereitschaft, ein Leben lang in Geduld energisch zu bleiben, ohne eine ehrliche Aufgeschlossenheit für den Nächsten jeden Standes und jeder Charakterart, ohne eine ebenso ehrliche Dienstwilligkeit, ohne eine weitgehende Freiheit von egozentrischen und besonders auch von ideologischen Voreingenommenheiten und ohne die Entschlossenheit zur Hingabe an eine Sache, deren Ehre und Lohn nur selten und nur spärlich sichtbar werden können, ist das Amt eines Pfarrers weder freudig noch nützlich durchzuführen.“

Theologische Fakultät Von Karl Barth I. 1. Die theologische Wissenschaft bezieht sich in ähnlicher Weise auf den christlichen Auftrag der…