Philipp Melanchthon, Warum die christliche Kirche unter das Kreuz gelegt sei? (Examen ordinandorum, 1552): „Unser Elend kommt nicht ohne Gottes Rat, wie die blinde Vernunft der Heiden dichtet. Und es ist Gottes ernstlicher Wille, dass wir ihm in der Strafe oder Übung gehorsam sind – nicht wider ihn zürnen, sondern unsere Herzen dazu neigen, dass sie diese Last mit göttlicher Hilfe tragen wollen. Also spricht Petrus: ‚Ihr sollt euch demütigen unter die gewaltige Hand Gottes‘ – verstehe: die gewaltig strafen kann und wiederum gewaltig alle retten kann, die bekehrt werden und ihn anrufen – wie in Davids Strafe und Rettung zu sehen ist. Und solche Beispiele soll man anschauen.“

Warum die christliche Kirche unter das Kreuz gelegt sei? (Examen ordinandorum, 1552) Von Philipp Melanchthon Dieser Schein macht die Vernunft … Mehr

Christoph Schwöbel über Gott: „Der Gott, der sich in der Geschichte und im Geschick des auf­erstandenen Gekreuzigten definiert und so seine Gerechtigkeit als schöpferische erweist, die den Gottlosen gerecht macht und die allein im Glauben erfasst werden will, vergegenwärtigt sich den Menschen in seinem Geist. Im Geist haben die Glau­benden als Gottes Kinder an Jesu Gottesbeziehung Anteil und können ihn so als Vater anrufen.“

Gott Von Christoph Schwöbel »Woran du nun … dein Herz hängst und verlassest, das ist eigentlich dein Gott.« So hat … Mehr

Kornelis Heiko Miskotte, Zeugnis über den Gemeindeaufbau (Het Getuigenisgeschrift von Gemeenteopbouw, 1942): „Diese eine, heilige, katholische Kirche erkennen wir überall dort, wo, sei es unter einer anderen Ordnung, mit einem anderen Gottesdienst oder abweichenden Meinungen, eine Gemeinde Ihn bekennt als unseren einzigen Priester, unseren höchsten Propheten und unseren ewigen König, und folglich von Seinem Trost und Seiner Ermahnung, Seiner Verheißung und Seinem Gebot lebt, indem sie Seine Wiederkunft in Herrlichkeit erwartet.“

Zeugnis über den Gemeindeaufbau (Het Getuigenisgeschrift von Gemeenteopbouw, 1942)1 Von Kornelis Heiko Miskotte I Wir glauben und bekennen, dass die … Mehr

John H. Yoder über Pazifismus (1996): „Die Argumentation der Kriegsbefürworter stellt die politische Realität falsch dar, indem sie das ideale Schema des gerechten Krieges verwendet, das nicht dem entspricht, was Politiker und Soldaten wirklich tun. Ein großer Teil des militärischen Denkens ist ‚realistisch‘ in dem Sinne, dass es keine moralische Verpflichtung jenseits des nationalen Interesses und keine Beschränkung auf das, was zum Sieg nötig ist, anerkennt. Vieles ist ‚kreuzzüglerisch‘ in dem Sinne, dass die Teilnehmer glauben, dass Gott besonders auf ihrer Seite ist und dass ihre Gegner nicht den gleichen Status wie Menschen haben.“

Pazifismus Von John H. Yoder „Pazifismus“ ist ein Begriff neueren Datums, der jede moralische oder politische Position bez­eichnet, der zufolge … Mehr

Fulbert Steffensky, Das Glück, das Unglück und die Gottesliebe: „Gnade als ein Ausdruck, eine Figur der Liebe, des Verhältnisses zwischen Mensch und Gott — wenn wir das wieder ernst nähmen! Als Geliebte haben wir unsere Authentizität nicht in uns selber. Wir sind exzentrische Wesen, die ihr Zentrum in dem haben, der uns liebt; wir sind nicht, die wir sind, allein — wir sind die, als die wir angesehen werden. Das ist sehr leicht gesagt, aber ich glaube, dies ist der schwerste Glaubenssatz.“

Das Glück, das Unglück und die Gottesliebe Von Fulbert Steffensky Religion erklärt nichts. Religion ist nicht Welterklärung; sie erklärt nicht, … Mehr

Martin Buber über „Gott“ als das beladenste aller Menschenworte (Gottesfinsternis, 1953): „Nähme ich den reinsten, funkelndsten Begriff aus der inner­sten Schatzkammer der Philosophen, ich könnte darin doch nur ein un­verbindliches Gedankenbild einfangen, nicht aber die Gegenwart dessen, den ich meine, dessen, den die Geschlechter der Menschen mit ihrem ungeheuren Leben und Sterben verehrt und erniedrigt haben. Ihn meine ich ja, ihn, den die höllengepeinigten, himmelstürmenden Geschlechter der Menschen meinen. Gewiß, sie zeichnen Fratzen und schreiben ›Gott‹ darunter; sie morden einander und sagen ›in Gottes Namen‹. Aber wenn aller Wahn und Trug zerfällt, wenn sie ihm gegenüberstehn im einsam­sten Dunkel und nicht mehr ›Er, er‹ sagen, sondern ›Du, Du‹ seufzen, ›Du‹ schreien, sie alle das Eine, und wenn sie dann hinzufügen ›Gott‹, ist es nicht der wirkliche Gott, den sie alle anrufen, der Eine Lebendige, der Gott der Menschenkinder?! Ist nicht er es, der sie hört? Der sie – erhört?“

Über „Gott“ als das beladenste aller Menschenworte (Gottesfinsternis, 1953) Von Martin Buber An einem Morgen stand ich früh auf, um … Mehr

Eberhard Jüngel, Zukunft und Hoffnung. Zur politischen Funktion christlicher Theologie (1974): „Theologie gleicht zumindest darin den heiligen Narren, dass sie, indem sie Abstand nimmt von der Welt, eben dieser Welt näher zu kommen versucht, als dies aus abstandsloser Nähe möglich ist. Ich möchte deshalb methodisch so vorgehen, dass Zukunft und Hoffnung zunächst so in den Blick geraten, wie sie im Horizont des christlichen Glaubens sichtbar werden: nämlich als Hoffnung auf die jede Zukunft überbietende Wiederkunft Jesu Christi oder kurz: als Hoffnung auf Gottes eigenen Advent. Diese genuin theologische Zukunftserwartung soll dann als eine menschliche Einstellung erhellt werden, in der gerade das Verhältnis zur letzten Zukunft dem gegenwärtigen Menschen näher kommt, als dieser sich selber nahe zu sein vermag. Von der Einsicht in die Bedeutung der Zukunft Gottes für die menschliche Gegenwart her mögen dann einige Zumutungen des Evangeliums an die Adresse des Gesetzes im Blick auf die nähere irdische Zukunft formuliert werden.“

Zukunft und Hoffnung. Zur politischen Funktion christlicher Theologie (1974) Von Eberhard Jüngel Politik gilt nach einem bekannten Wort Bismarcks als … Mehr

Lesslie Newbigin, Kann eine moderne Gesellschaft christlich sein? (1995): „Eine Gesellschaft, die ihr Gedächtnis verloren hat, ist wie ein Schiff ohne Ruder. Sie kann nur mit den Gezeiten treiben. Es beunruhigt mich sehr, dass Geschichte in unserer öffentlichen Bildung immer weniger Platz einnimmt. Wir kennen – und wir mögen nicht – die Symptome der Alzheimer-Krankheit, wenn wir sie bei unseren Freunden bemerken. Manchmal sieht es so aus, als wäre die Verbreitung einer Art nationaler Alzheimer-Krankheit Teil der gegenwärtigen Agenda. Wenn wir unsere Orientierung für die Zukunft finden wollen, müssen wir der Vergangenheit Aufmerksamkeit schenken – nicht, um zu ihr zurückzukehren, sondern um aus ihr zu lernen.“

Kann eine moderne Gesellschaft christlich sein? (1995) Von J.E. Lesslie Newbigin Die Moderne ist ein Produkt der westlichen Christenheit. Viele … Mehr

Lesslie Newbigin, Das Evangelium als öffentliche Wahrheit (The Gospel as Public Truth, 1992): „Wir können nicht in den Garten Eden zurückkehren. Wir können uns nicht damit zufrieden geben, so zu bleiben, wie wir sind. Es ist möglich, und es wird von uns verlangt, was wir immer noch eine zweite Naivität nennen könnten, in der wir bewusst und verantwortungsbewusst die Geschichte von Gottes schöpferischem und erlösendem Wirken als Grundlage für all unser Denken und Handeln anerkennen. Wir können diese Geschichte erzählen, ohne uns zu schämen, dass man uns für eine Art primitive Analphabeten halten könnte. Naiv im ursprünglichen Sinne sind diejenigen, die sich der ungeprüften Dogmen, die unsere Gesellschaft beherrschen, nicht bewusst sind. Und wenn man uns, wie es einige Theologen tun, der Häresie des Fideismus bezichtigt, werden wir ganz einfach antworten: ‚Zeigt uns irgendeine Art von Wissen, das nicht einen Glaubensakt als Ausgangspunkt hat‘.“

Das Evangelium als öffentliche Wahrheit (The Gospel as Public Truth, 1992) Von J.E. Lesslie Newbigin In dem Abschnitt, den wir … Mehr