Gisbert Greshake, Bemühungen um eine Theologie des Sterbens (1974): „Weil unser Leben im­mer auch ein Leben der Selbstbehauptung und Ichverkrampfung war, darum bedarf der Mensch im Sterben der Vergebung von Seiten Gottes; er bedarf des Ja Gottes zu seinem Leben, der Zusage, daß «Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreibt». Eben dies ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Sterbeliturgie: sie sagt dem Sterbenden die vergebende Nähe Christi und die bedingungs­lose Annahme durch Gott zu.“

Bemühungen um eine Theologie des Sterbens Von Gisbert Greshake In den beiden letzten Jahrzehnten wurde eine Reihe von Beiträgen zu … Mehr

Hans Graf von Lehndorff in seinem Ostpreußischen Tagebuch über Taufen und Sonntagsandachten im Herbst 1945: „Ich finde ein paar Kinder, die noch nicht getauft sind, und nehme die Gelegenheit wahr, dieses nachzuholen. Das geschieht jedesmal im Rahmen einer kleinen Feier, an der sich auch die Nachbarn beteiligen. Bei dieser Praxis ist mir manches über das Wesen der Taufe als Sakrament und über das seltsame Verhältnis, das wir zu ihr haben, durch den Kopf gegangen.“

Über Taufen und Sonntagsandachten im Herbst 1945 (Ostpreußisches Tagebuch) Von Hans Graf von Lehndorff Unter den Menschen, die ich besuche, … Mehr

Eberhard Jüngel, Der Tod des Todes: „Man kann lebend gegen den Tod nicht genug tun, weil man sterbend gegen den Tod gar nichts machen kann. Genau darauf aber muss der Tod reduziert werden: auf jene Grenze, die kein Mensch setzen darf, weil kein Mensch sie aufheben kann. Tod soll sein und muss werden, was Jesus Christus aus ihm gemacht hat: die Begrenzung des Menschen allein durch Gott, der da, wo wir schlechthin ohnmächtig sind, seine Macht nicht missbraucht.“

Der Tod des Todes – Der Tod als Verewigung gelebten Lebens Von Eberhard Jüngel 1. Die zwei Dimensionen des biblischen … Mehr

Karl Barth in Sachen Seelsorge, Brief an Frau N. N. in Württemberg (1968): „Es wäre, wenn nicht notwendig, so doch sicher gut, wenn Sie einmal herüberkämen, um mir sowohl von Ihrem «großen Kummer» wie von der «Problematik Ihres Unglaubens» offen und ausführlich Bericht zu erstatten. Ich würde Ihnen dann aufmerksam und ausgiebig zuhören und, was ich kann, dazu sagen.“

Brief an Frau N. N. in Württemberg (1968) Von Karl Barth 14 Tage vor seinem Tod schrieb Karl Barth in … Mehr

John Donne, Todesduell – Todes Duell (Death’s Duel, 1631): „Obwohl ich das Meisterwerk des größten Meisters bin (der Mensch so ist), wird Zerstörung folgen, wenn du nicht mehr für mich tust, wenn du mich dort lässt, wo du mich gemacht hast. Der Mutterleib, der das Haus des Lebens sein sollte, wird selbst zum Tod, wenn Gott uns dort lässt. Das, was Gott so oft droht, das Verschließen des Mutterleibs, ist nicht so schwer oder unangenehm im ersten Fall wie im letzten, und nicht im Fall der Unfruchtbarkeit, sondern im Fall der Schwäche, wenn Kinder zur Geburt kommen, aber keine Kraft haben, zu gebären.“

TODESDUELLODER, EIN TROST FÜR DIE SEELE GEGEN DAS STERBENDE LEBEN UND DEN LEBENDIGEN TOD DES KÖRPERS.GEHALTEN IN EINER PREDIGT IN … Mehr

Emil Cioran, Die Versuchung zu existieren (La tentation d’exister, 1956): „Nachdem wir den Tod zu einer Bestätigung des Lebens gemacht, seinen Abgrund in eine heilsame Fiktion verwandelt und unsere Argumente gegen das Offensichtliche erschöpft haben, werden wir von der Flaute heimgesucht: Es ist die Rache unserer Galle, unserer Natur, dieses Dämons des gesunden Menschenverstandes, der, wenn er eine Zeit lang eingeschlafen ist, wieder erwacht, um die Dummheit und Lächerlichkeit unseres Willens zur Verblendung anzuprangern.“

Die Versuchung zu existieren (La tentation d’exister, 1956) Von Emil Cioran Es gibt Menschen, die von einer Behauptung zur nächsten … Mehr

Klaus Weigelt über Hans Graf von Lehndorff (1910 -1987) und dessen Ostpreußisches Tagebuch: „Lehndorffs Schlüssel für alles, was er erlebte, war sein Glaube. Hass konnte da gar nicht aufkommen. Die sachliche Unmittelbarkeit und Drastik der Schilderung macht betroffen – auch heute noch – und sie beteiligt den Leser an dem Wissen, ‚dass es keinen Ort gibt, an dem der Christ nicht Anteil hat an der Herrlichkeit, die in allem nur so lange verborgen ist, als die Augen zu stumpf sind, um sie wahrzunehmen!’“

„Wir sahen seine Herrlichkeit“. Hans Graf von Lehndorff (1910 -1987) zum 30. Todestag Von Klaus Weigelt Wenige Wochen nach dem … Mehr