Paul Schempp, Beileidsbrief zum Soldatentod von zwei Söhnen der Familie K. in Iptingen (1946): „Ich komme bis heute nicht los von der Scham und Empörung darüber, dass wir, die wir das Unheil schon lange hatten kommen sehen, nicht Leib und Leben daran gewagt haben, es zu verhindern und nicht mitschuldig zu werden am Verbluten unserer Jugend. Aber es ist nun geschehen, und was man Opfer für Freiheit und Ehre hieß, ist nun ein Denkmal schreck­licher Verführung, und wir sehen vor uns nur Armut an Leib und Seele.“

Beileidsbrief zum Soldatentod von zwei Söhnen der Familie K. in Iptingen Kirchheim, den 23. Januar 1946 Liebe Familie K.! Vor … Mehr

Samuel Wells, Wie man stirbt. Predigt zu Römer 8,28–39: „Was ist ein guter Tod? Ein guter Tod ist ein Fenster zur Herrlichkeit Gottes. Ein guter Tod ist eine Offenbarung von Paulus’ Überzeugung, dass ‚uns nichts von der Liebe Gottes in Christus Jesus, unserem Herrn, trennen kann‘. Die Realität der modernen Medizin ist, dass nur wenige von uns bis zum letzten Moment ihres Todes vollständig bei Bewusstsein, klar im Kopf und voller Abschiedsworte sein werden. Wie jemand einmal sagte: „’Der Vorteil ist, dass das Sterben zu den wenigen Dingen gehört, die man genauso gut im Liegen erledigen kann.‘ Die verschiedenen Schläuche und Maschinen werden uns meist noch eine Zeit lang technisch am Leben erhalten, nachdem unser letzter bewusster Gedanke oder unser letztes Wort gefallen ist. Deshalb müssen wir jetzt anfangen, unsere Angelegenheiten zu ordnen, wenn wir unseren Familien, Freunden und der Gesellschaft das Geschenk eines guten Todes machen wollen. Sich auf einen guten Tod vorzubereiten, zwingt uns dazu, ein gutes Leben zu führen. Je weniger wir die Länge unseres Lebens beeinflussen können, desto mehr müssen wir uns um seine Breite und Tiefe kümmern.“

Wie man stirbt. Predigt zu Römer 8,28–39 Von Samuel Wells Woody Allen sagte einmal: „Ich möchte nicht durch meine Arbeit … Mehr

Abschied von Shermain Suk Mee Lai: „Es sind mir die vielen Gespräche über ihren Werdegang, ihre Verletzlichkeit und ihre kritischen Fragen in Erinnerung. Die Stimme klingt vertraut im Ohr, ihr Lächeln vor Augen – mir Schwester im Glauben an Jesus Christus, die in wunderbarer Weise die Worte des Apostels Paulus beherzigt hat: ‚Freut euch in der Hoffnung, seid geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet! Nehmt Anteil an den Nöten der Heiligen; gewährt jederzeit Gastfreundschaft! Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!'“

Abschied von Shermain Suk Mee Lai Die Todesnachricht kam für mich überraschend. Die Trauer hat mich eingeholt. Unser letztes Telefonat … Mehr

William H. Willimon über Pfarrer: „Man kann mit nur bescheidenen intellektuellen Fähigkeiten Pfarrer sein, aber man kann nicht lange Pfarrer bleiben, wenn man keinen Sinn für Humor hat. Die Fähigkeit, über die Ungereimtheiten des Lebens zu lachen, Gott ernst zu nehmen, aber nicht uns selbst, die Fremdartigkeit unserer Leute anzunehmen, anstatt sie mit bloßen Händen zu erdrosseln, ist eine große Gnade.“

Über Pfarrer Von William H. Willimon Vor dem Altar Gottes, am Krankenbett, im Gespräch mit aufgewühlten Seelen, verwirrt vor dem … Mehr

Paul Schempps Beileidsbrief zum Tode eines Soldaten, den dieser in Iptingen konfirmiert hatte (1946): „Sie könnten uns anklagen: »Warum habt ihr uns in diesen Wahnsinn rennen lassen? Was habt ihr getan, um es zu verhindern, dass wir in den Tod marschieren mußten?« Und ich kann mich nicht entschuldigen. In der Kirche hab’ ich wohl ein wenig für Freiheit gekämpft gegen die Vergewaltigung der Gewissen, aber was hat uns nun dieses sture Sichbefehlenlassen gekostet bis zur Zerstörung der eigenen Heimat! Angst hat man uns gemacht, und wir haben uns einschüchtern lassen und woll­ten doch freie Christenmenschen sein!“

Beileidsbrief zum Tode eines Soldaten, den Schempp einst in Iptingen konfirmiert hatte. Kirchheim, den 30. Januar 1946 Liebe Familie G.! … Mehr

Karl Rahner, Geheimnis des Herzens (1947): „Sein Herz heißt Herz Jesu Christi! Es ist ein end­liches Herz und doch das Herz Gottes. Wenn es uns liebt und so die Mitte unseres Herzens wird, ist alle Herzensnot von uns genommen. Denn sein Herz ist Gottes Herz und hat doch nicht die erschreckende Vieldeutigkeit seiner Unendlichkeit. Aus diesem Herzen sind Menschenworte emporgestiegen, innige Worte, Herzensworte, Worte Gottes, die doch nur einen Sinn, nur einen beglückenden Sinn haben. An seinem Herzen, in diesem Herzen wird unser Herz ruhig.“

Geheimnis des Herzens Von Karl Rahner S. J., Pullach bei München Purpurnes Geheimnis aller Dinge — spricht die Kirche in … Mehr

Nikolaus Groß‘ Abschiedsbrief an seine Familie vor seiner Hinrichtung 1945 in Plötzensee: „Habt keine Trauer um mich – ich hoffe, daß mich der Herr annimmt. Hat Er nicht alles wunderbar gefügt. Er ließ mich in einem Hause, in dem ich auch in der Gefangenschaft manche Liebe und menschliches Mitgefühl empfing. Er gab mir über fünf Monate Zeit – wahrlich eine Gnadenzeit -, mich auf die Heimholung vorzubereiten.“

Abschiedsbrief vom 21.1.1945 Zwei Tage vor seiner Hinrichtung in Berlin-Plötzensee schrieb Nikolaus Groß (1898-1945), katholischer Arbeiterführer im Widerstand gegen das … Mehr

Karl Barth, Wie man die eigene Lebensbahn findet? (Neujahr 1958): „Es geht schlicht um das Hören seines Wortes, das er uns nicht ver­schwiegen hat, keinem von uns ver­schweigt. Es ist lebendig mitten unter Bitten und Empfangen, Suchen und Finden, Anklopfen und Aufgetanbekommen sind, indem wir sein Wort hören, Eines. Und wieder indem wir es und in ihm ihn selbst hören, zeigt es uns auch unsere eigene, zeigt es je mir meine, je dir deine Lebens­bahn, ist es deines und meines Fusses Leuchte, das Licht auf deinem und meinem Pfade. So auch in dem nun anhebenden Jahr 1958. Wir wissen nicht, wie unsere Le­bensbahn in diesem Jahr aussehen wird. Es könnte für mich oder für dich deren letzte Strecke sein. Sie wird aber, indem wir auch in ihm Gottes Wort hören und also mit Gott leben dürfen, auf alle Fälle keine Todesbahn, sondern hell und also gangbar sein. Ein Jahr des Herrn und darum ein Jahr des Heils ist dann auch mit diesem neuen Jahr für uns angebrochen. «Jesu, geh voran, auf der Lebensbahn!»“

Wie man die eigene Lebensbahn findet? Von Karl Barth Indem ich die Frage genau so aufnehme, wie sie mir gestellt … Mehr