John C. Lawrenz, Auslegung zur Simson-Geschichte (Richter 13,1–16,31): „Der nächste Moment trifft uns mit voller Tragik: Simson dachte tatsächlich, dass er noch mit Gottes Kraft und Gegenwart ausgerüstet sei. Doch der HERR war von ihm gewichen – und die Philister fielen über ihn her. Sie nahmen ihm die Augen. Sie brachten ihn nach Gaza. In einer Mühle banden sie ihn an einen Balken, der den oberen Mühlstein drehte. Im Kreis wanderte Simson, blind, im Dunkeln, und mahlte Korn. Welche Ironie: Der, der einst die Philister in Lehi wie Esel behandelte, war nun selbst ein Mühl-Esel. Der, der einst die Stadttore von Gaza trug, war nun in Gaza eingekerkert. Der, der die Felder der Philister in Brand gesteckt hatte, mahlte nun das Korn für ihr Brot.“

Auslegung zur Simson-Geschichte (Richter 13,1–16,31) Von John C. Lawrenz (1943-2024) 13,1 Wieder taten die Israeliten, was böse war in den … Mehr

Walter Brueggemann, Die Schöpfung singt der Dreieinigkeit. Das große Drama des trinitarischen Hymnus ‚Heilig, heilig, heilig‘: „Das Bewusstsein, dass all diese Geschöpfe gemeinsam mit uns im frohen Lob stehen, könnte uns vor der flachen Sichtweise der Moderne bewahren, in der Kreatürlichkeit lediglich als materielles Phänomen erscheint, das uns zur Nutzung, zum Genuss oder zur Ausbeutung gegeben ist. Im Gegenteil – jedes Element ist ein doxologisches Geschöpf, das mit uns singt.“

Die Schöpfung singt der Dreieinigkeit. Das große Drama des trinitarischen Hymnus „Heilig, heilig, heilig“ Von Walter Brueggemann Warum singen wir … Mehr

Martin Luther, Ein christlicher Trostbrief an die Miltenberger, wie sie sich an ihren Feinden rächen sollen, aus dem 120. Psalm (Februar 1524): „So bleibt euch nur noch dies eine: dass ihr euch, wie dieser Psalm zeigt, in dieser Not an den Herrn haltet und vor ihm über solche böse Zungen schreit und mit Ernst und ganzem Herzen bittet um starke Schützen, die scharfe Pfeile auf den Teufel schießen, treffen und nicht verfehlen, und um feurige Wacholderkohlen, die mit Brunst und Eifer die verführten, blinden Leute anzünden und mit gutem Leben erleuchten – zum Preis und zur Ehre des Namens Gottes. Werdet ihr das tun, so sollt ihr in Kürze sehen, wie reichlich ihr euch am Teufel und seinen Schergen gerächt habt, dass euer Herz darüber lachen wird.“

Ein christlicher Trostbrief an die Miltenberger, wie sie sich an ihren Feinden rächen sollen, aus dem 120. Psalm (Februar 1524) … Mehr

Hermann Diem, Predigt zu Johannes 14,23-31 (Pfingstsonntag 1939): „Wo Jesus mit seinem Wort vergeblich angeklopft hat, wo man ihn und seine Botschaft von der barmherzigen Liebe des Vaters nicht haben will, da kann der Heilige Geist nicht einkehren und an nichts erinnern. Ein Pfingstfest kann die Welt, die Christus nicht aufnahm, als er in sein Eigentum kam, nicht feiern. Sie ist aber darum von Christus nicht aufgegeben, sondern er hört nicht auf, sie mit seiner Liebe zu suchen.“

Predigt zu Johannes 14,23-31 (Pfingstsonntag) Von Hermann Diem „Jesus antwortete und sprach zu ihm: wer mich liebet, der wird mein … Mehr

Kornelis Heiko Miskottes Meditation über Psalm 68,29–30a zum Reformationstag 1940: „Unsere Kirche aber, besonders die in den Niederlanden, lebt im Gefühl und Geschick mit Israel verwandt. Unsere Kirche kann nicht herrschen. Sie wurzelt nicht im natürlichen Wesen menschlicher Religion. Unsere Kirche fängt die ersten Schläge des Gerichts auf, das über die Welt geht – wir sind wie „Benjamin, der Kleine“ (Vers 28) – wir sind nomadisch, verachtet, leben von dem, was wir nicht haben. Bettler sind wir – und bleiben es.“

Kirchenreform (Kerkhervorming, 1940) Von Kornelis Heiko Miskotte „Dein Gott hat dir Kraft geboten; stärke, o Gott, was du an uns … Mehr

Norbert Lohfink über Kohelet: „Es kann kein Jenseits als Legitimation einer Flucht vor der Verantwortung dieses Augenblicks und als Vertröstung eingesetzt werden. Kohelet also als kritische Instanz gegen die latenten Gefährdungen christ­licher Rede! Doch dürfte auch Kohelets eigentliches Unternehmen, seine Destruktion überlieferter Formeln, die dem Menschen die Kenntnis der Zukunft vorspiegeln, seine Einladung, sich wieder ins Offene des jeweils nächsten Augenblicks zu stellen, einfach in Gottes Verfügung, bleibende Bedeutung haben.“

Über Kohelet Von Norbert Lohfink Kohelet analysiert das menschliche Dasein als Sein in der nur im gleiten­den Jetzt gegebenen und … Mehr

Friedemann Jung, Predigt zu 1. Mose 3,1-24: „Diese Geschichte ist also nicht die der ersten Sünde, sondern die vom Anfang der menschlichen Freiheit – denn ohne die Möglichkeit des Ungehorsams kann es keinen Gehorsam geben, ohne die – wie Karl Barth es genannt hat: Die unmögliche Möglichkeit, das Böse zu tun, kann es auch keine Freiheit geben. Und, auch das eine kleine Pointe: Natürlich müssen die Menschen diese Freiheit schon vorher gehabt haben – sonst hätten Eva und Adam ja gar nicht auf die Schlange hören können.“

Liebe Gemeinde, diese Geschichte kennen wir alle. Man möchte fast sagen: Zur Genüge. Sie heißt ja „Die Geschichte vom Sündenfall“. … Mehr

Hans Ferdinand Fuhs zur spielenden Weisheit (Sprüche 8,30f): „Spiel vermag zur Realität auf Distanz zu gehen und sie zugleich zu verwandeln. Spiel heißt, ungesichert mit Möglichkeiten umzugehen und mit offenen Fragen zu leben, nicht gleich in allem einen letzten Sinn entdecken zu müssen, die Freiheit zu haben, dem Zwang eines geschlossenen Welt- und Lebensordnungssystems zu widerstehen.“

Zur spielenden Weisheit (Sprüche 8,30f) Von Hans Ferdinand Fuhs Das Spiel der Weisheit vor (nicht für) JHWH spielt an auf … Mehr