Dietrich Bonhoeffer, „Die Antwort des Gerechten auf die Leiden, die ihm die Welt zufügt, heißt: segnen.“ Meditation zur Losung vom 8. Juni 1944: „Das war die Antwort Gottes auf die Welt, die Christus ans Kreuz schlug: Segen. Gott vergilt nicht Gleiches mit Gleichem und so soll es auch der Gerechte nicht tun. Nicht verurteilen, nicht schelten, sondern segnen. Die Welt hätte keine Hoffnung, wenn dies nicht wäre. Vom Segen Gottes und der Gerechten lebt die Welt und hat sie eine Zukunft. Segnen, das heißt die Hand auf etwas legen und sagen: du gehörst trotz allem Gott. So tun wir es mit der Welt, die uns solches Leiden zufügt.“

„Die Antwort des Gerechten auf die Leiden, die ihm die Welt zufügt, heißt: segnen.“ Meditation zur Losung vom 8. Juni … Mehr

Dietrich Bonhoeffer über die Bibel in einem Brief vom 8. April 1936 an seinen Schwager Rüdiger Schleicher: „Ich glaube, dass die Bibel allein die Antwort auf alle unsere Fragen ist und dass wir nur anhaltend und etwas demütig zu fragen brauchen, um die Antwort von ihr zu bekommen. Die Bibel kann man nicht einfach lesen wie andere Bücher. Man muss bereit sein, sie wirklich zu fragen. Nur so erschließt sie sich. Nur wenn wir letzte Antwort von ihr erwarten, gibt sie sich uns.“

Über die Bibel Von Dietrich Bonhoeffer Wir haben ja schon manches Mal in Fehde miteinander gelegen, und es ist bis … Mehr

Simon Musaeus, Nützlicher Bericht und heilsamer Rat aus Gottes Wort wider den Melancholischen Teufel (1569): „Niemand glaubt es, außer derjenige, der es selbst erfahren hat – wie schwer es ist, sich gegen die Melancholie zu wehren, besonders wenn man sie bereits tief in sich wurzeln ließ. Wohin wir auch gehen oder stehen, sie schleicht uns nach, klebt an uns wie Pech und mischt sich sogar mitten in unsere Tätigkeiten ein. Kurz gesagt, sie will sich wie eine verkommene Teufelsbraut an uns klammern. Sie zieht uns von den Menschen weg, in die Einsamkeit, sodass wir uns verkriechen, finster dreinblicken, den Kopf in die Hände stützen, die Hände ringen und Tag und Nacht seufzen – als ob Himmel und Erde nichts als lauter Teufel, Fallen und Messer wären, die auf uns zielen, und nirgendwo Trost, Heil oder Rettung zu finden sei.“

Aufschlussreich ist es, wie sich der Theologe Simon Musaeus (1521-1576) als Betroffener mit der Depression/Melancholie in seinem Trakat Nützlicher Bericht/ … Mehr

Ernst Fuchs, Freiheit im Neuen Testament (1958): „Dann wollen wir genau das, was Gott von Jesus her tut. So geht es dieser Freiheit nur noch um das, was zwischen Gott und dem Menschen heilsam in der Welt geschieht. Jesus wird selbst ihr Vorbild. Denn sie ist ja Freiheit zum Glauben, dass Gott vollendet, was er in Jesus angefangen hat; dass er die Geschichte der Sünde, des Todes und des Gesetzes in der Geschichte des Heils, des Lebens, der Liebe an uns zu Ende bringt. Aus dieser Freiheit zum Glauben erwächst dann von selbst die Freiheit von den Werken zu den Werken.“

Freiheit im Neuen Testament Von Ernst Fuchs 1. Voraussetzungen Im griech. Sprachgebiet ist Freiheit als Heil des Menschen gedacht worden, … Mehr

Karel A. Deurloo, Die sogenannte ‚Amsterdamer Schule‘: „Ein Exeget ist immer gezwungen, Informationen anderswo, außerhalb des Textes, zu suchen; aber wenn er zum Text zurückkehrt, wird er die gesammelten Informationen der Kritik des gegebenen Textes unterziehen. Der Text selbst muss die Entrées liefern, denn er kann nicht durch äußere Mittel zum Sprechen gezwungen werden. Der Interpret, der in das Geheimnis der Worte auf andere Weise eindringen will als durch die Form, in der sich eine Perikope innerhalb einer gegebenen größeren Komposition anbietet, muss damit rechnen, ausgeschlossen zu werden.“

Die sogenannte ‚Amsterdamer Schule‘ Von Karel A. Deurloo „Nichts kann recht verstanden werden, wenn wir nicht die Worte, Bilder, Gedanken, … Mehr

Rudolf Landau, Abraham beweint Sara (nach einem Wasserfarbengemälde von Marc Chagall). (Ein) Monolog für Gott: „Aber du ahntest es. Hast du immer. Die Liebe ahnt Schlimmes. Du sahst meinen starren Blick an jenem Morgen, der dir auswich, meine harten Züge, als ich dir nur einen flüchtigen Abschiedskuss gab, da ahntest du: ein Kuss des Vaterverrates an unsrer Liebe und am Sohn unse-rer Liebe; es passiert etwas Fürchterliches. Abraham hat in der Nacht wieder mit seinem Gott geredet, immer nachts: warum meidet Er die Sonne, das Leben, immer nachts: da, wenn es um Gefahr und lauernden Tod geht … Und du hast Isaak in die Arme genommen, es war dem Jungen ganz peinlich vor den Knechten, hast ihn nicht mehr loslassen wollen, bis ich mit eisesbrüchiger Stimme befahl: los jetzt, wir gehen …“

Abraham beweint Sara (nach einem Wasserfarbengemälde von Marc Chagall). (Ein) Monolog für Gott Von Rudolf Landau Sara war hundert sieben … Mehr

Kornelis Heiko Miskotte, Vorzeichen der Freude (Wenn die Götter schweigen): „Es sind die Propheten, die, mehr als die Weisen, mittragen an dem Leid der seufzenden Kreatur. Sie sind es, die von der Zukunft wissen, welche, obwohl sie sich in ihren Vorzeichen im Heute präsent setzt, dennoch das Heute unendlich überbietet. Wenn die Prophetie davon spricht, wird ihre Sprache fremdartig wie ein spielerisches Moment in allem Ernst, ein­sam wie ein Tun, das sich durch keine Erfahrung, auch keine Glaubens­erfahrung, rechtfertigen läßt, dann wird auch sie – Kunst.“

Vorzeichen der Freude Von Kornelis Heiko Miskotte „… Und siehe, es war sehr gut“. Das kann niemand nachsprechen. Die Mächte … Mehr

Über die Gottebenbildlichkeit und das Menschsein nach Psalm 8: „Was göttlich mit uns geschehen ist, zeichnet das eigene Menschsein aus – als Ge­dächt­nis, als Annahme und als Ermächtigung: ‚Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst und des Men­schen Kind, dass du dich seiner annimmst. Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.‘ So verdankt sich Menschsein weder eigener Definition noch eigener Vernunftfähigkeit aus, sondern ist göttlich zugesprochen.“

Über die Gottebenbildlichkeit und das Menschsein nach Psalm 8 Vom antiken Philosophen und Sophisten Protagoras ist der Homo-Mensura-Satz überliefert: Er … Mehr

Albrecht Goes, Genesis: „Es ist möglich, das große Erzählungswerk der Genesis zu lesen als die kühne Schrift der Rechtfertigung, als Botschaft des Stolzes in Israel; aber die eigentliche Herrlichkeit dieser Texte erschließt sich doch nur dem, der das Wort ›Segen‹ gehört und angenommen hat als Gottes Wort: ›Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein‹, und der so denn nicht die nationalen Triumphe zuerst feiert, sondern das unerschöpfliche und unauslöschliche Geschenk des Ewigen, gültig für die Zeiten: von Abraham bis zu Salomo in sei­nem Glanz, und weiter zu Jeremia, zur babylonischen Gefangen­schaft; neu aufleuchtend in Judas Makkabäus, und überdauernd auch die dürren Tage der Synagoge von Hannas und Kaiphas und die Jahrhunderte dann: segnend Jehuda Halevi, den Dichter Israels, und den erneuerten Ursprung in der Geschichte der Chassidim, ein Wander- und Leidvolk begleitend ins Getto von Warschau und in die Todeslager von Auschwitz und Majdanek, und weiter bis ›Erez Israel‹, Vertraute und Fremde gleichermaßen erinnernd an ihre wirklichste Wirklichkeit: dass sie – um dieses Segens wil­len – bleiben, was sie sind: Abrahams Kinder.“

Genesis (1956) Von Albrecht Goes Wer lange und immer von neuem unter großen, alten Bäumen sei­nes Weges zu gehen hat, … Mehr