Rolf Wischnath, Blutspritzer auf den Schuhen. Eine Weihnachtsbesinnung zu Lukas 2,7: „Mit dieser Szene öffnet Strittmatter die Ohren dafür, was der Glanz, den wir so oft um die Weihnachtsgeschichte des Lukas legen, uns meist nicht sehen und hören lässt: die raue und blutige und schreiende Realistik einer Menschen-Geburt; die damit verbundene leidvolle, körperliche Erschöpfung der Gebärenden und des Geborenen. Damals: Unter freiem Himmel. Allein. Es gibt keinen Anlass, uns die Geburt des Jesus von Bethlehem anders vorzustellen.“

Blutspritzer auf den Schuhen. Eine Weihnachtsbesinnung zu Lukas 2,7 Von Rolf Wischnath Als Fakt geschieht nicht mehr als eine dörfliche … Mehr

Karl Rahner, Von der seligen Reise des gottsuchenden Menschen. Gedanken zum Fest der Erscheinung des Herrn (1949): „Siehe, die Weisen haben sich aufgemacht. Denn ihr Herz ist zu Gott ge­pilgert, als ihre Füße nach Bethlehem liefen. Sie suchten ihn; aber er führte sie schon, da sie ihn suchten. Sie sind solche, die nach dem Heiland verlangen in Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit, und darum nicht meinen, es dürfe der Mensch seinen einen Schritt unterlassen, weil Gott ja doch tausend machen müsse, damit beide sich finden. Sie suchen Ihn, das Heil, am Himmel und im Herzen. In der Stille und bei den Menschen, selbst bei den Juden und in ihren heiligen Schriften. Sie sehen einen Stern seltsam am Himmel empor­steigen. Und er läßt — selige Milde Gottes — auch ihre Astrologie einmal ge­raten, obwohl sie töricht ist, weil ihr reines Herz es nicht besser wusste.“

Von der seligen Reise des gottsuchenden Menschen. Gedanken zum Fest der Erscheinung des Herrn Von Karl Rahner, S. J., Innsbruck … Mehr

Martin Luther, Predigt über Lukas 2,1-14 (1530): „Wir glauben nicht, dass die jungfräuliche Mutter einen Sohn geboren hat und dass er der Herr und Heiland ist, es sei denn, ich glaube auch noch das Zweite, nämlich dass er mein Heiland und Herr ist. Wenn ich sagen kann: Das nehme ich als mein Eigentum an, weil der Engel es für mich bestimmt hat, dann werde ich, wenn ich es in meinem Herzen glaube, nicht versäumen, die Mutter Maria zu lieben, und noch mehr das Kind, und vor allem den Vater. Denn wenn es wahr ist, dass das Kind von der Jungfrau geboren wurde und mir gehört, dann habe ich keinen zornigen Gott, und ich muss wissen und fühlen, dass es im Herzen des Vaters nichts als Lachen und Freude gibt und keine Traurigkeit in meinem Herzen.“

Predigt über Lukas 2,1-14 (1530) Von Martin Luther Ihr habt heute die Geschichte aus dem Lukasevangelium gehört, wie es dazu … Mehr

Hermann Dietzfelbinger, Bei Gott zu Hause sein (Schwäbische Landeszeitung, 1955): „Es geht für uns Menschen eine unendlich heilende Kraft vom Bilde Jesu aus. Es hat eine unwahrscheinlich starke Wirkung in diesen Tagen, bloß einfach die Weihnachtsgeschichte zu lesen, einmal, zweimal, dreimal. Versuchen wir’s doch, allein oder miteinander! Kranke lassen sich bestrahlen, so oft es der Arzt verordnet. Das Bild Jesu in den Evangelien hat noch mehr heilsame Strahlkraft: Es heilt unsere Menschlichkeit von innen her. Wenn Menschen eng miteinander verbunden sind, wenn Eheleute, die sich gut verstehen, lange miteinander gelebt haben, so werden sie oft bis in die Gesichtszüge oder bis in manche Bewegungen einander ähnlich. Auch der Umgang mit Jesus prägt den Menschen und macht uns anders zueinander. Denn in ihm schämt sich Gott selber nicht, uns Brüder zu heißen.“

Da hatte Hermann Dietzfelbinger (1908-1984) gerade seinen Dienst als bayerischer Landesbischof begonnen, als er 1955 auf der Titelseite der Schwäbische … Mehr

Karl Barth, Frohe Botschaft (Weihnachten 1946): „Die heimliche — aber für die, die hören, gar nicht heimliche — Wahrheit der Welt und des Menschenlebens heißt: dass Gott für uns ist. Was uns regiert, ist also nicht der Unsinn, mit dem wir uns selbst und mit dem wir uns gegenseitig belasten und unglücklich machen. Auch nicht die Ungerechtigkeit, gegen die wir uns offen oder heimlich empören und an der wir doch auch irgendwie beteiligt sind. Und so auch nicht die Gräber, in denen man uns alle einmal mit Ehren und Unehren versorgen wird. Indem Gott für uns ist, wie es in jener Nacht ausgesprochen wurde, ist das alles zur Lüge gemacht, gegen die wir — immer, wenn wir es hören könnten und wollten — die Köpfe erheben und getrosten Mutes hoffen und trotzen dürfen.“

Frohe Botschaft (Weihnachten 1946) Von Karl Barth Ich stelle mir die Menschen vor, die diese Weihnachtsnummer der «Schweizer Illustrierten Zeitung» … Mehr

Ernst Fuchs, Das Weihnachtsevangelium (1959): „Das bessere Gleichnis für Gottes Stille wäre eine ruhige Nacht friedlichen Schlafes, ohne Lärm und Schrecken. Aber selbst die ruhigste Nacht kann hier auch nur ein Gleichnis sein. Sie müsste ja zur heiligen Nacht werden können. Und das könnte nur ge­schehen, wenn in solcher Nacht das helle, das wahre himmlische Licht aufleuchten würde, um uns in seinen Schein hereinzuneh­men. Aber würde diese Nacht dann nicht zum Tag? In einer derart heiligen Nacht bräche ja der wahre Tag an, der Tag des Herrn, der nicht nur Frieden gibt, sondern Frieden macht.“

Das Weihnachtsevangelium (1959) Von Ernst Fuchs „Da, in jenen Tagen, ging ein Erlaß vom Caesar Augustus aus, die ganze Oekumene … Mehr

Helmut Gollwitzer, Predigt über Jesaja 9,1-6 (Weihnachten 1938): „Das Kind antwortet: ‚Eure Herren brauchen eure Kraft. Darum saugen sie euch auch aus, und je kräftiger sie sich darstellen, desto schwächer werden die Knechte. In meiner Armseligkeit seht ihr, dass ich eure Kraft nicht brauche. Euer Gott ist nur in den Starken mächtig; aber mein Gott ist in den Schwachen mächtig, – und das sollt ihr jetzt sehen!‘ Wir sind erschrocken: ‚Es tritt keiner ungestraft an unsere Stelle! Siehst du nicht, wie unsere Ohnmacht mächtiger ist als Gottes Macht?‘ ‚Darum wird dies auch nun so gehen, dass ich jetzt schon zum Tod verurteilt bin und das Kreuz hinter der Krippe aufgerichtet steht. Ihr werdet mich bestaunen und bewundern und dann bekämpfen, und schließlich mich ganz zugrunde richten mit eurer Ratlosigkeit und eurer eigenen Kraft und mich totschlagen.‘“

Predigt über Jesaja 9,1-6 (Weihnachten 1938) Von Helmut Gollwitzer Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und … Mehr

Ernst Fuchs, Adventsansprache (1963): „Wo Gott wohnt, wird alles anders, da hat alles Zukunft, da gibt es keine Mietprobleme, da weicht die Finsternis, da ist Zu­kunft, da liebt die Liebe und spricht: ’siehe, ich mache alles neu!‘ Der Glaube macht das Warten zur Erwartung. Was erwarten wir von Gott? Der Glaube erwartet von Gott, daß sich Gott im Leben und Sterben durchsetzt. Und so tun wir alle gut daran, uns auch am Weihnachtsfest dieses so viel Trauriges bergenden Jahres dem Glauben hinzugeben.“

Adventsansprache (1963) Von Ernst Fuchs Wir versuchen, auf jenen Satz zu hören, den wir Joh 1,14 und 16 lasen: „Und … Mehr