Otto Dibelius, Die Frage der „Obrigkeit“ (1960): „Sobald aber die ‚übergeordnete Macht‘ erklärt, sie bestimme selber, was gut und böse sei – dann ist dem, was Römer 13 im Auge hat, der Boden entzogen. Dann ist die übergeordnete Gewalt nicht mehr Dienerin Gottes mir zugute, sondern dann ist sie menschliche Institution, gewiss unter Gottes Zulassung, wie alles Gottfeindliche auf der Welt, aber entmythologisiert, nur noch als menschliche Institution unter menschlichen Gesichtspunkten zu betrachten.“

Die Frage der „Obrigkeit“ Von Otto Dibelius In seinem Brief „Obrigkeit? Eine Frage an den 60jährigen Landesbischof“ an den Hannoverschen … Mehr

Philipp Melanchthons Vorwort zu Johann Reuschs „Zehn deutsche Psalmen Davids“ (1551): „Wer nun bedenkt, dass eine gute Regierung gewiss Gottes Gabe ist, und dass Unfrieden und Zerrüttung gerechter Regierungen den größten Schaden, die Zerstörung von Eltern und Kindern, die Vernichtung der Religion und aller guten Zucht und Künste und schließlich Verwüstung mit sich bringen, der sollte diesen Psalm oft singen und darüber nachdenken und Gott von Herzen um eine gnädige und selige Regierung bitten.“

Vorwort zu Johann Reuschs Zehn deutsche Psalmen Davids (1551) Von Philipp Melanchthon Obwohl viele Menschen in solcher Blindheit verharren, dass … Mehr

Trutz Rendtorff, Zehn Thesen zur theologischen Auseinandersetzung mit dem Terrorismus vom Juni 1977: „4. Das theologische Problem, das uns im Terrorismus begegnet, ist das Problem der Freiheit, ihrer Wirklichkeit, Begründung und Gestalt. Die theologische Begründung der Freiheit hat die Überwindung der unmittelbaren Selbstdurchsetzung des Menschen zum Inhalt. 5. Gewaltanwendung und Kampf um Selbstbestimmung treten heute oft zusammen auf. Aber zwischen ihnen muß ein definitiver Unterschied gemacht werden. Ein Freiheitsbewußtsein, das mit der Möglichkeit seiner gewaltsamen Realisierung liebäugelt – aus was für moralischen oder sozialen Gründen immer –, ist noch nicht zu seiner eigenen Wirk­lichkeit gekommen.“

Zehn Thesen zur theologischen Auseinandersetzung mit dem Terrorismus vom Juni 1977 Von Prof. Trutz Rendtorff 1. Terrorismus als planmäßige Anwendung … Mehr

Wolf-Dieter Hauschild im Kirchlichen Jahrbuch 1976/77 zum Brief Tübinger Theologiestudenten an Günter Sonnenberg: „Dieser Brief signalisiert die Verwirrung der Geister, die in der ganzen Terrorismusdiskussion seit 1972 zutage trat, in exemplarischer Weise, weil er die prinzipielle Kritik an den gesellschaftlichen Strukturen, über deren Berechtigung im einzelnen gestritten werden muß, mit einer Unsicherheit in der Frage, welche politischen Kampfmittel gegen eine vermeintlich übermächtige Repression noch legitim sind, vermischt.“

Wolf-Dieter Hauschild im Kirchlichen Jahrbuch 1976/77 zum Brief Tübinger Theologiestudenten an Günter Sonnenberg: Nach dem Mord an Generalbundesanwalt Buback war … Mehr

Albrecht Grözinger zur Kontroverse um die Eröffnungsfeier der Olympiade: „Bei der Kritik der ‚Inszenierung‘ im Zusammenhang der olympischen Eröffnungsfeier taucht markant oft der Begriff des ‚Abendlandes‘ oder noch pointierter der Begriff des ‚christlichen Abendlandes‘ auf. Die Inszenierung wird als Angriff darauf verstanden. … Das Offenhalten der Bilderfrage ist eine Konstante der abendländischen Geistesgeschichte. Es war für mich frappierend zu sehen, wie wenig dieses Wissen gerade bei vielen (nicht bei allen!) Kritikern präsent war. Die Verteidiger des Abendlandes haben nicht viel Kenntnis über das, was sie verteidigen wollen. Im Grunde war es ein Desaster.“

Zur Kontroverse um die Eröffnungsfeier der Olympiade Von Albrecht Grözinger Seit meiner Habilitationsschrift zum Thema „Praktische Theologie und Ästhetik“ gehört … Mehr

Die Zehn Memminger Artikel der Bauern vom 28. Februar 1525 mit der Antwort des Rats der Stadt Memmingen vom 15. März: „Zum Schluss ist unsre endgültige Meinung und Wille: Wenn wir einen oder mehrere Artikel hier aufgestellt hätten, der dem Wort Gottes nicht gemäß ist, dieselben Artikel sollten für uns nicht gelten. Desgleichen, wo uns schon Artikel zugelassen wür­den und sich nachmals aus dem Wort Gottes klar erfände, dass sie unrecht wären, wollen wir das gar nicht haben.“

Die Zehn Memminger Artikel der Bauern vom 28. Februar 1525 mit der Antwort des Rats der Stadt Memmingen vom 15. … Mehr

Peter Blickle, Die Landschaft der Stadt Memmingen prüft das »göttliche Wort«. Zu den Zehn Artikeln der Memminger Bauern vom 28. Februar 1525: „Die »Memminger Artikel« verdienen über ihre regionale Bedeutung hinaus Beachtung. Das ›göttliche Wort‹ hatte bislang eine solche Last, wie die Memminger Bauern sie ihm zumuteten, nicht tragen müssen. Erst jetzt wurden weitgehende wirtschaftliche, so­ziale und politische Forderungen – weltliche Angelegenheiten durch und durch – von der Überzeugung getragen, sie seien durch das Evangelium gerechtfertigt.“

Die Landschaft der Stadt Memmingen prüft das »göttliche Wort«. Zu den Zehn Artikeln der Memminger Bauern vom Februar 1525 Von … Mehr

Zehn Memminger Artikel. Beschwerde- und Bittschrift der Bauern an den Rat der Stadt Memmingen vom 28. Februar 1525: „Es war bisher üblich, uns wie das Eigentum anderer Leute zu behandeln, was zu bedauern ist, da Christus uns alle mit seinem teuren Blut erlöst und erkauft hat, sowohl den Hirten als auch den Kaiser. Dass wir deshalb keine Obrigkeit anerkennen wollen, ist jedoch nicht unsere Absicht. Vielmehr wollen wir der von Gott eingesetzten Obrigkeit in allen angemessenen und gebührenden Angelegenheiten gerne gehorsam sein. Wir zweifeln nicht daran, dass ihr uns als christliche Herren gerne aus der Leibeigenschaft entlassen werdet.“

Bekannt sind die Zwölf Artikel der Bauernschaft, die am 15. und am 20. März 1525 im Haus der Kramerzunft in … Mehr