Über die Geschichte (Etymologiae) Von Isidor von Sevilla Das antike Verständnis der Geschichtsschreibung in Abgrenzung von Fiktion und Fabel ist … Mehr
Kategorie: Philosophie
Theodor W. Adorno, Fortschritt (1964): „Die Fetischisierung des Fortschritts bekräftigt dessen Partikularität, seine Begrenztheit auf Techniken. Würde wahrhaft der Fortschritt des Ganzen mächtig, dessen Begriff die Male seiner Gewalttätigkeit trägt, so wäre er nicht länger totalitär. Er ist keine abschlußhafte Kategorie. Er will dem Triumph des radikal Bösen in die Parade fahren, nicht an sich selber triumphieren. Denkbar ein Zustand, in dem die Kategorie ihren Sinn verliert, und der doch nicht jener der universalen Regression ist, die heute mit dem Fortschritt sich verbündet. Dann verwandelte sich der Fortschritt in den Widerstand gegen die immerwährende Gefahr des Rückfalls.“
Fortschritt Von Theodor W. Adorno Theoretische Rechenschaft über die Kategorie des Fortschritts verlangt, diese so nahe zu betrachten, daß sie … Mehr
Hayo Gerdes über Emanuel Hirsch (1966): „Innerhalb der jüngsten Theologiegeschichte steht Hirsch mit fast seinem gesamten vielverzweigten Lebenswerk im wesentlichen als Außenseiter und Randgestalt da. Zwar ist sein gewissermaßen unterirdischer Einfluß in vielen von seinem Gesamtentwurf ablösbaren Einzelfragen sehr stark; jedoch dürfte die eigentliche Wirkung Hirschs auf die Theologie — es sei denn, dass die evangelische Theologie sich selbst aufgibt — noch bevorstehen.“
Emanuel Hirsch Von Hayo Gerdes Emanuel Hirsch, geboren am 14. Juni 1888 in Bentwisch, Kreis Westpriegnitz. Theologiestudium in Berlin (bei … Mehr
Friedrich Heer, Was mir half: „Ein Vulkan, der in mir brennt, und alle Brände meines Lebens, in den Formen von Verzweiflung, und in den Formen von Fruchttragen, unterhält, nährt, mich also als einen Brennenden hält, erhält, verbrennt, versehrt, ernährt. Die Dornbusch-Situation also: Jeder Mensch ist ein brennender Dornbusch. Leider wissen das die meisten Menschen nicht, verbrennen also ihr Leben auf kleiner Sparflamme, veraschen sich in „Leistungen“, „Arbeiten“, Erfolgen und zugehörigen Mißerfolgen.“
Was mir half Von Friedrich Heer Ich fahre, Frühsommer 1980, in Wien mit der U-Bahn, meiner Wohnung zu. Eine alte … Mehr
Walter Benjamins Wiedergabe einer Gesprächserinnerung Max Brods an Franz Kafka in Sachen Hoffnung: „›Oh nein‹, meinte er, ›unsere Welt ist nur eine schlechte Laune Gottes, ein schlechter Tag.‹ – ›So gäbe es außerhalb dieser Erscheinungsform Welt, die wir kennen, Hoffnung?‹ – Er lächelte: ›Oh, Hoffnung genug, unendlich viel Hoffnung – nur nicht für uns.‹«“
Franz Kafka über die Hoffnung Aus dem »Prozeß« läßt sich entnehmen, daß dieses Verfahren hoffnungslos für die Angeklagten zu sein … Mehr
Martin Buber über „Gott“ als das beladenste aller Menschenworte (Gottesfinsternis, 1953): „Nähme ich den reinsten, funkelndsten Begriff aus der innersten Schatzkammer der Philosophen, ich könnte darin doch nur ein unverbindliches Gedankenbild einfangen, nicht aber die Gegenwart dessen, den ich meine, dessen, den die Geschlechter der Menschen mit ihrem ungeheuren Leben und Sterben verehrt und erniedrigt haben. Ihn meine ich ja, ihn, den die höllengepeinigten, himmelstürmenden Geschlechter der Menschen meinen. Gewiß, sie zeichnen Fratzen und schreiben ›Gott‹ darunter; sie morden einander und sagen ›in Gottes Namen‹. Aber wenn aller Wahn und Trug zerfällt, wenn sie ihm gegenüberstehn im einsamsten Dunkel und nicht mehr ›Er, er‹ sagen, sondern ›Du, Du‹ seufzen, ›Du‹ schreien, sie alle das Eine, und wenn sie dann hinzufügen ›Gott‹, ist es nicht der wirkliche Gott, den sie alle anrufen, der Eine Lebendige, der Gott der Menschenkinder?! Ist nicht er es, der sie hört? Der sie – erhört?“
Über „Gott“ als das beladenste aller Menschenworte (Gottesfinsternis, 1953) Von Martin Buber An einem Morgen stand ich früh auf, um … Mehr
Lesslie Newbigin, Das Evangelium als öffentliche Wahrheit (The Gospel as Public Truth, 1992): „Wir können nicht in den Garten Eden zurückkehren. Wir können uns nicht damit zufrieden geben, so zu bleiben, wie wir sind. Es ist möglich, und es wird von uns verlangt, was wir immer noch eine zweite Naivität nennen könnten, in der wir bewusst und verantwortungsbewusst die Geschichte von Gottes schöpferischem und erlösendem Wirken als Grundlage für all unser Denken und Handeln anerkennen. Wir können diese Geschichte erzählen, ohne uns zu schämen, dass man uns für eine Art primitive Analphabeten halten könnte. Naiv im ursprünglichen Sinne sind diejenigen, die sich der ungeprüften Dogmen, die unsere Gesellschaft beherrschen, nicht bewusst sind. Und wenn man uns, wie es einige Theologen tun, der Häresie des Fideismus bezichtigt, werden wir ganz einfach antworten: ‚Zeigt uns irgendeine Art von Wissen, das nicht einen Glaubensakt als Ausgangspunkt hat‘.“
Das Evangelium als öffentliche Wahrheit (The Gospel as Public Truth, 1992) Von J.E. Lesslie Newbigin In dem Abschnitt, den wir … Mehr
Werner Heisenberg, Quantenmechanik (1926): „Es ist nicht möglich, einer Korpuskel einen bestimmten Ort als Funktion der Zeit zuzuordnen, doch kann ihr eine Gesamtheit von Strahlungsgrößen, die die Fourrierreihe der klassischen Theorie ersetzen, zugeordnet werden. Es ist ferner unter einer Reihe gleichartiger Korpuskeln prinzipiell nicht möglich, eine bestimmte Korpuskel immer wieder zu identifizieren. Es besteht in unserer anschaulichen Interpretation des physikalischen Geschehens und der mathematischen Formeln ein Dualismus zwischen Wellentheorie und Korpuskulartheorie derart, daß viele Phänomene am natürlichsten durch eine Wellentheorie sowohl des Lichtes wie der Materie beschrieben werden, insbesondere Interferenz- und Beugungsphänomene, während andere Phänomene wieder nur auf Grund der Korpuskulartheorie gedeutet werden können.“
Quantenmechanik Von Werner Heisenberg, Kopenhagen.(Aus dem Institut für theoretische Physik der Universität.) Nach unserer gewöhnlichen „Anschauung“, d. h. bei Anwendung … Mehr
Martin Buber, Dom und Friedhof (1934): „Ich umwandle schauend den Dom mit einer vollkommenen Freude. Dann gehe ich zum jüdischen Friedhof hinüber. Der besteht aus schiefen, zerspellten, formlosen, richtungslosen Steinen. Ich stelle mich darein, blicke von diesem Friedhofgewirr zu der herrlichen Harmonie empor und mir ist, als sähe ich von Israel zur Kirche auf.“
Dom und Friedhof Von Martin Buber Ich lebe nicht fern von der Stadt Worms, an die mich auch eine Tradition … Mehr