Das Verhängnis des Fortschritts (1963) Von Karl Löwith Der Begriff des Fortschritts geht oft unvermerkt über in den der Entwicklung. … Mehr
Kategorie: Philosophie
Hans-Georg Gadamer über Rudolf Bultmanns Griechisch-Runde in Marburg: „Pünktlich um 8.15 Uhr begannen wir und lasen bis Schlag elf Uhr. Bultmann war ein strenger Mann. Dann erst begann die Nachsitzung. Rauchen durfte man vorher, nur dass Bultmann keine Zigaretten liebte, sondern schwarze Brasil oder Pfeife, und nur für Schlier hatte er aus besonderer Nachsicht die sogenannten Schwächlingszigarren, die mit einem blonden Deckblatt versehen waren.“
Über Rudolf Bultmanns Griechisch-Runde in Marburg Von Hans-Georg Gadamer Bultmann war nicht nur ein scharfer Theologe, sondern auch ein leidenschaftlicher … Mehr
Karl Jaspers Fundamentalkritik an Rudolf Bultmanns Entmythologisierungsprogramm „Wahrheit und Unheil der Bultmannschen Entmythologisierung“ von 1953: „Wie dürftig und spracharm unser Dasein, wenn mythische Sprache nicht in ihm gilt! und wie unwahr, wenn die unumgängliche mythische Denkweise mit albernen Inhalten erfüllt wird. Die Herrlichkeit und das Wunder der mythischen Anschauung muss gereinigt, aber nicht abgeschafft werden. Entmythologisierung ist fast ein blasphemisches Wort. Es ist nicht Aufklärung, sondern Aufkläricht, die das Wort Mythus so entwerten kann. Hört die Pracht des Sonnenaufgangs auf, eine leibhaftige, immer neue, beschwingende Wirklichkeit zu sein, eine mythische Gegenwart, auch wenn wir wissen, daß wir mit der Erde uns bewegen, also vom Aufgang keine Rede sein kann? Hört das Erscheinen der Gottheit auf dem Sinai, im Dornbusch, auf, ergreifende Wirklichkeit zu sein, auch wenn wir wissen, dass im Sinne raum-zeitlicher Realität hier menschliche Erlebnisse stattgefunden haben? Entmythologisieren, das würde bedeuten, ein Grundvermögen unserer Vernunft zum Erlöschen zu bringen.“
Wahrheit und Unheil der Bultmannschen Entmythologisierung Von Karl Jaspers Inhaltsübersicht Situation, aus der diese Kritik entspringt. I. Zwei brüchige Voraussetzungen … Mehr
Søren Kierkegaard über Hiob und dessen Wort „Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt!“: „Nur der Weichling könnte wünschen, dass Hiob nicht da wäre; damit er je eher je lieber jeden Gedanken fahren lassen, jede Bewegung in der widerwärtigsten Ohnmacht aufgeben, sich selbst in der elendesten und erbärmlichsten Vergessenheit auslöschen könnte.“
Hiob Von Søren Kierkegaard Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt. „Da stand … Mehr
Max Scheler, Zur Rehabilitierung der Tugend (1915): „Ein Mensch, der sich selbst ganz zu durchschauen und zu verstehen vorgibt, zeigt nicht, er wisse mehr von sich als der Ehrfürchtige, dem auch aus sich heraus »vergrabenes Gold wie aus Bächen schimmert«, sondern nur, dass er den Weg nicht gehen will, sich die eigene Seinstiefe zur Sichtbarkeit zu bringen; denn dieser Weg ist die Ehrfurcht vor dem eigenen Selbst. Sie allein gibt uns das geheime Bewußtsein eines Reichtums und einer Erfülltheit, wo unsere klaren, abgegrenzten Gedanken und Gefühlsinhalte uns nur Leere und Spärlichkeit geben; sie gibt uns das Gefühl noch ungehobener und in der irdischen Lebensdauer unhebbarer Schätze unserer Existenz und Kräfte.“
Zur Rehabilitierung der Tugend Von Max Scheler Das Wort Tugend ist durch die pathetischen und rührseligen Apostrophen, welche die Bürger … Mehr
Paul Valéry, Betrachtungen zum ‚Cimetière Marinʻ (1933): „Es gibt keinen wirklichen Sinn eines Textes. Der Autor hat hier keine Autorität. Was immer er hat sagen wollen: er hat geschrieben, was er geschrieben hat. Einmal publiziert, ist der Text wie eine Apparatur, deren sich jeder auf seine Weise und nach seinen Möglichkeiten bedienen kann: es ist nicht sicher, daß der Erbauer sie besser verwendet als irgendein anderer.“
Betrachtungen zum ‚Cimetière Marinʻ (1933, Auszug) Von Paul Valéry Der Dichter ist in meinen Augen an seinen Idolen kenntlich sowie … Mehr
Friedrich Mildenberger, Welthafte Wirklichkeit in ihrer Begründung in Gott: Versuch einer offenbarungstheologischen Neuinterpretation der Transzendentalienmetaphysik (1986): „Die Aufmerksamkeit, in der der Glaubende sein Innen durch die Wahrheit und Güte welthafter Wirklichkeit und darin durch die Gegenwart der Zeit Gottes bestimmen läßt, sieht sich verbunden und verbündet mit dem, was ich Einsicht des Lebens genannt habe, dem Herzen des Menschen.“
Welthafte Wirklichkeit in ihrer Begründung in Gott Versuch einer offenbarungstheologischen Neuinterpretation der Transzendentalienmetaphysik. Gottes Offenbarung in Jesus Christus als Ermöglichung … Mehr
Ernst Bloch, Was im Alter zu wünschen übrigbleibt (Prinzip Hoffnung): „Der Altgewordene, der, in abendlicher Kühle auf der Bank vor seiner Haustür sitzend, das verbrachte Leben überschlägt und sonst nichts, dieser Zug des Grimmschen Wunschbildes ist wirtschaftlich wie inhaltlich außer Kurs gekommen. Nicht aber außer Kurs ist der tüchtige Wunsch, der dem nach Stille so angemessene, dass der Leerlauf des Lebens ringsum aufhöre. Hier hat das Alter (mit dem die bürgerliche Welt nichts mehr anfangen kann) das Recht, altertümlich zu sein.“
Was im Alter zu wünschen übrigbleibt Vor Ernst Bloch Wir lernen im Alter vergessen. Aufreizende Wünsche treten zurück, obzwar ihre … Mehr
Robert Spaemann, Was macht Personen zu Personen? (2011): „Eine Person ist »jemand« und nicht »etwas«. Es gibt keinen kontinuierlichen Übergang von etwas zu jemand. Es wäre nicht korrekt zu sagen: »›Jemand‹ ist etwas mit den und den Eigenschaften.« Jemand ist nicht etwas.“
Was macht Personen zu Personen?[1] Von Robert Spaemann I. Personalität und Individualität Vor zwei Jahren hielt ich Vorlesungen über kulturphilosophische … Mehr