Das Problem der Erzählung in der modernen Geschichtstheorie Von Hayden White In der neueren Geschichtstheorie ist die Erzählung Gegenstand außerordentlich … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Franz Kafka, Die Erfindung des Teufels (Tagebücher 1910-1923): „Nur die Menge der Teufel kann unser irdisches Unglück ausmachen. Warum rotten sie einander nicht aus bis auf einen oder warum unterordnen sie sich nicht einem großen Teufel? Beides wäre im Sinne des teuflischen Prinzips, uns möglichst vollkommen zu betrügen. Was nützt denn, solange die Einheitlichkeit fehlt, die peinliche Sorgfalt, die sämtliche Teufel für uns haben?“
9. Juli 1912 Die Erfindung des Teufels Von Franz Kafka Wenn wir vom Teufel besessen sind, dann kann es nicht … Mehr
Huub Oosterhuis, Kennst du mich? Wen kennst du dann?: „Bist du der Einzige, vor dessen Augen / meine Nacktheit nicht verborgen ist? / Kannst du es ertragen, wie kein anderer, / dass ich kein Licht gebe, nicht warm bin, / dass ich nicht schön bin, nicht viel, / dass keine Quelle entspringt / in meiner Tiefe, / dass ich nur dieses Gesicht habe, / kein anderes? / Bin ich durch dich, ohne Scham, / gesehen, angenommen, / von niemand Geringerem? / Wäre das nicht viel zu wahr?“
Kennst du mich? Wen kennst du dann?Weißt du mehr über mich als ich?Kennst du mich? Wer bin ich dann?Weißt du … Mehr
Max Josef Metzgers Neujahrsgebet 1944 aus der Todeszelle in Brandenburg-Görden eingesungen: „So heb’ ich’s an in Gottes Namen / das Jahr, das die Entscheidung bringt. / Ich sag’ im Voraus schon mein ‚Amen‘ / zu dem, was DEINEM Rat entspringt.“
Ein Jahr vor Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten“ hatte Max Josef Metzger aus der Todeszelle in Brandenburg-Görden – in Handschellen … Mehr
Christoph Grubitz über den Aphoristiker Elazar Benyoëtz: „Was Kohelet Aktualität verleiht, ist auch in Benyoëtz’ Aphoristik zu finden: Die Desavouierung von billigen Trostreden und die Aufwertung des Vergänglichen. Ernst Blochs Wort, dass das Buch Kohelet den »oppressiv gebrauchten Jenseitsschreck wegnimmt«, gilt auch für Benyoëtz. Religion und Utopie erweisen sich so als ästhetischer Vorschein einer besseren Welt: »Das Geglaubte bleibt nicht aus, es ist das Ausbleibende.«“
Elazar Benyoëtz (geb. 24.3.1937 in der Wiener Neustadt) Von Christoph Grubitz Unter den deutschsprachigen jüdischen Aphoristikern des 20. und 21. … Mehr
Reinhold Schneiders Sonett ‚Jochen Klepper II‘ (1943): „Die Schuld ist aller. Unser das Gericht. / Wer all sein Leben opferte dem Reinen, / sühnt auch im Dunkel, da durch haltlos Weinen / Des Abgrunds mächtige Todesstimme spricht.“
Jochen Klepper II Nun darfst du ruhn. Es wird das heilige LichtVon dir sich nimmer scheiden und den Deinen.Wenn einst … Mehr
Lewis Hyde, Aphorismen zum Vergessen: „Im Vergessen liegt die Verflüssigung der Zeit. Die Furien blähen die Gegenwart mit der unverdauten Vergangenheit auf.“
Die Aphorismen zum Vergessen Von Lewis Hyde Jeder Akt des Erinnerns ist ein Akt des Vergessens.Der Baum der Erinnerung hat … Mehr
Rudolf Bohren, Gebet: „Heiliger Gott, / Du bist uns in deinem Christus / Nicht fern, sondern nah. / Wir aber sind dir nicht nah, / Sondern fern.“
Gebet Heiliger Gott,Du bist uns in deinem ChristusNicht fern, sondern nah.Wir aber sind dir nicht nah,Sondern fern. Heiliger Gott,Du ziehst … Mehr
Gottfried Bachl, Wasserpsalmen: „Rastloses Trinken und wachsender Durst, / der lässt sich nicht löschen, / der ist nicht sattzukriegen, / wenn ich nicht den Brunnen finde, / den du geschlagen hast in deinem Land, / ewiger Gott …“
Wasserpsalmen I. Ich sollte das Herz in die Brandung werfen,aber ich bettle um Geborgenheit.Ich liege auf dem Sofaund rede vom … Mehr