Die Aphorismen zum Vergessen Von Lewis Hyde Jeder Akt des Erinnerns ist ein Akt des Vergessens.Der Baum der Erinnerung hat … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Rudolf Bohren, Gebet: „Heiliger Gott, / Du bist uns in deinem Christus / Nicht fern, sondern nah. / Wir aber sind dir nicht nah, / Sondern fern.“
Gebet Heiliger Gott,Du bist uns in deinem ChristusNicht fern, sondern nah.Wir aber sind dir nicht nah,Sondern fern. Heiliger Gott,Du ziehst … Mehr
Gottfried Bachl, Wasserpsalmen: „Rastloses Trinken und wachsender Durst, / der lässt sich nicht löschen, / der ist nicht sattzukriegen, / wenn ich nicht den Brunnen finde, / den du geschlagen hast in deinem Land, / ewiger Gott …“
Wasserpsalmen I. Ich sollte das Herz in die Brandung werfen,aber ich bettle um Geborgenheit.Ich liege auf dem Sofaund rede vom … Mehr
Reinhold Schneiders Sonett ‚In Deiner Gegenwart‘ (1938): „Wenn wir von Deiner Gegenwart erbeben / Und täglich in Dein Licht hinüberschwinden, / Dass Du der Dritte bist, wo zwei sich finden, / Und ihrer Liebe innerlichstes Leben“
In Deiner Gegenwart Wenn wir von Deiner Gegenwart erbebenUnd täglich in Dein Licht hinüberschwinden,Dass Du der Dritte bist, wo zwei … Mehr
Jan Twardowski über sich selbst und seine Gedichte (2000): „Das religiöse Gedicht kann als zu schwach erscheinen, zu sehr übertönt. Aber es gibt dennoch einen Leser – einen, der Hoffnung, Wahrheit, Authentizität sucht und sich nicht von dem leiten lässt, was gerade Mode ist. In einer Welt des Unglaubens versuche ich vom Glauben zu sprechen, in einer Welt ohne Hoffnung – von Hoffnung, in einer Welt ohne Liebe – von Liebe. Gedichte bewahren das, was mit Füßen getreten wird. In einer Zeit der Computer und Technik zeigen sie sich als etwas Menschliches, Herzliches, das nicht von Hass, Zorn und Streit vergiftet ist. Sie bringen Ordnung und Harmonie. Sie desinfizieren die heutige Wirklichkeit.“
Jan Twardowski (1915-2006) über sich selbst und seine Gedichte (2000) Ich stelle mir manchmal drei Fragen: Warum schreibe ich? Für … Mehr
Hans Graf von Lehndorff aus seinem Ostpreußischen Tagebuch über Pfingsten 1945 im sowjetischen NKWD-Internierungslager Rothenstein (Königsberg): „Im Keller der Ruhrabteilung hat die Stationsschwester — keine gelernte Krankenpflegerin, aber ein Mensch von großer Kraft und Herzenswärme — einen kleinen Tisch mit zwei Kerzen zurechtgemacht und ein Kruzifix aufgestellt. Riesig fällt mein Schatten in den Raum. Ins Dunkel hinein fällt das Sprechen nicht schwer, und das Evangelium vom reichen Mann und dem armen Lazarus gibt die Worte von selbst. Denn viele von denen, die jetzt sterbend auf den Brettern liegen, waren früher wohlhabende Leute.“
Pfingsten 1945 im sowjetischen NKWD-Internierungslager Rothenstein (Königsberg) Von Hans Graf von Lehndorff Was sind uns alles für Kranke und Sterbende … Mehr
Edward Kessler, Schmerz (Pain): „Vielleicht ist dein Schmerz wie ein Gedicht, / ein Mysterium, das durch Deutung lebendig bleibt, / aber niemals gelöst werden kann wie ein Puzzle. Ganz sicher / nicht von Ärzten mit der Nase im Empirischen – / als hätte Hiob bloß / ein Schmerzmittel und einen guten Hautarzt gebraucht. / An manchen Tagen wünschst du dir, dein Schmerz / würde sich auf einen Zeh oder Finger zurückziehen, / irgendein entbehrliches Körperteil, / statt durch das ganze Universum zu wandern / und sich mit klangvollen Namen wie ‚Angst‘ zu schmücken.“
Schmerz (Pain) Von Edward Kessler Weder Stoiker noch christlicher Heiliger,scheinst du kaum geeignet für den Schmerz.Und da du offensichtlich kein … Mehr
Reinhold Schneiders Sonett ‚Gloria‘ (1945): „Gelobt sei Gott! Sein heiliger Name schalle / Aus allen Grüften dieser Zeit! Ihn preist / Der Abgrund, der von düstern Kronen gleißt, / Der Mächtige schmetternd zu verwirrtem Falle“
Gloria Gelobt sei Gott! Sein heiliger Name schalleAus allen Grüften dieser Zeit! Ihn preistDer Abgrund, der von düstern Kronen gleißt,Der … Mehr
Jan Twardowski, Lerne, dich zu wundern (Naucz się dziwić): „Und denk – wie seltsam ist es doch, / dass Gott sich auf Kinderjahre eingelassen hat, / eine Mutter, einen Esel, Bethlehem // so viele Geheimnisse, Dogmen, / Judas, Märtyrerinnen, Blumen, / und immer neue Bekehrungen – // dass man, ohne ein einziges Gebet zu sprechen, / einfach an Ihn glauben kann / aus lauter, großer Verwunderung“
Lerne, dich zu wundern (Naucz się dziwić) Lerne, dich in der Kirche zu wundern,dass die heiligste Hostie so klein ist,dass … Mehr