Elazar Benyoëtz (geb. 24.3.1937 in der Wiener Neustadt) Von Christoph Grubitz Unter den deutschsprachigen jüdischen Aphoristikern des 20. und 21. … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Reinhold Schneiders Sonett ‚Jochen Klepper II‘ (1943): „Die Schuld ist aller. Unser das Gericht. / Wer all sein Leben opferte dem Reinen, / sühnt auch im Dunkel, da durch haltlos Weinen / Des Abgrunds mächtige Todesstimme spricht.“
Jochen Klepper II Nun darfst du ruhn. Es wird das heilige LichtVon dir sich nimmer scheiden und den Deinen.Wenn einst … Mehr
Lewis Hyde, Aphorismen zum Vergessen: „Im Vergessen liegt die Verflüssigung der Zeit. Die Furien blähen die Gegenwart mit der unverdauten Vergangenheit auf.“
Die Aphorismen zum Vergessen Von Lewis Hyde Jeder Akt des Erinnerns ist ein Akt des Vergessens.Der Baum der Erinnerung hat … Mehr
Rudolf Bohren, Gebet: „Heiliger Gott, / Du bist uns in deinem Christus / Nicht fern, sondern nah. / Wir aber sind dir nicht nah, / Sondern fern.“
Gebet Heiliger Gott,Du bist uns in deinem ChristusNicht fern, sondern nah.Wir aber sind dir nicht nah,Sondern fern. Heiliger Gott,Du ziehst … Mehr
Gottfried Bachl, Wasserpsalmen: „Rastloses Trinken und wachsender Durst, / der lässt sich nicht löschen, / der ist nicht sattzukriegen, / wenn ich nicht den Brunnen finde, / den du geschlagen hast in deinem Land, / ewiger Gott …“
Wasserpsalmen I. Ich sollte das Herz in die Brandung werfen,aber ich bettle um Geborgenheit.Ich liege auf dem Sofaund rede vom … Mehr
Reinhold Schneiders Sonett ‚In Deiner Gegenwart‘ (1938): „Wenn wir von Deiner Gegenwart erbeben / Und täglich in Dein Licht hinüberschwinden, / Dass Du der Dritte bist, wo zwei sich finden, / Und ihrer Liebe innerlichstes Leben“
In Deiner Gegenwart Wenn wir von Deiner Gegenwart erbebenUnd täglich in Dein Licht hinüberschwinden,Dass Du der Dritte bist, wo zwei … Mehr
Jan Twardowski über sich selbst und seine Gedichte (2000): „Das religiöse Gedicht kann als zu schwach erscheinen, zu sehr übertönt. Aber es gibt dennoch einen Leser – einen, der Hoffnung, Wahrheit, Authentizität sucht und sich nicht von dem leiten lässt, was gerade Mode ist. In einer Welt des Unglaubens versuche ich vom Glauben zu sprechen, in einer Welt ohne Hoffnung – von Hoffnung, in einer Welt ohne Liebe – von Liebe. Gedichte bewahren das, was mit Füßen getreten wird. In einer Zeit der Computer und Technik zeigen sie sich als etwas Menschliches, Herzliches, das nicht von Hass, Zorn und Streit vergiftet ist. Sie bringen Ordnung und Harmonie. Sie desinfizieren die heutige Wirklichkeit.“
Jan Twardowski (1915-2006) über sich selbst und seine Gedichte (2000) Ich stelle mir manchmal drei Fragen: Warum schreibe ich? Für … Mehr
Hans Graf von Lehndorff aus seinem Ostpreußischen Tagebuch über Pfingsten 1945 im sowjetischen NKWD-Internierungslager Rothenstein (Königsberg): „Im Keller der Ruhrabteilung hat die Stationsschwester — keine gelernte Krankenpflegerin, aber ein Mensch von großer Kraft und Herzenswärme — einen kleinen Tisch mit zwei Kerzen zurechtgemacht und ein Kruzifix aufgestellt. Riesig fällt mein Schatten in den Raum. Ins Dunkel hinein fällt das Sprechen nicht schwer, und das Evangelium vom reichen Mann und dem armen Lazarus gibt die Worte von selbst. Denn viele von denen, die jetzt sterbend auf den Brettern liegen, waren früher wohlhabende Leute.“
Pfingsten 1945 im sowjetischen NKWD-Internierungslager Rothenstein (Königsberg) Von Hans Graf von Lehndorff Was sind uns alles für Kranke und Sterbende … Mehr
Edward Kessler, Schmerz (Pain): „Vielleicht ist dein Schmerz wie ein Gedicht, / ein Mysterium, das durch Deutung lebendig bleibt, / aber niemals gelöst werden kann wie ein Puzzle. Ganz sicher / nicht von Ärzten mit der Nase im Empirischen – / als hätte Hiob bloß / ein Schmerzmittel und einen guten Hautarzt gebraucht. / An manchen Tagen wünschst du dir, dein Schmerz / würde sich auf einen Zeh oder Finger zurückziehen, / irgendein entbehrliches Körperteil, / statt durch das ganze Universum zu wandern / und sich mit klangvollen Namen wie ‚Angst‘ zu schmücken.“
Schmerz (Pain) Von Edward Kessler Weder Stoiker noch christlicher Heiliger,scheinst du kaum geeignet für den Schmerz.Und da du offensichtlich kein … Mehr