vierzehn strophen gott 1. Von dem das wenigste gewusstund das meistegesagt wird, der ist es. Den einen fällt in dieser … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Reinhold Schneider, Wie der Herr. Das Kreuz besteigen (1943): „In der Zeit des Leidens soll das Leben enden, daß wir bisher gelebt; wir sollen eingehen in Christi Tod; nur dieser Tod wird uns weitertragen. Berührt das Licht uns wieder, so können wir nicht mehr sein, was wir waren. Das, was wir unser eigen nannten, wird dann verzehrt sein; wir konnten den großen Sieg vorbereiten durch unsern Entschluß zum Kreuze; aber siegen werden nicht mehr wir. Siegen kann und wird nur der Herr.“
Wie der Herr. Das Kreuz besteigen (1943) Von Reinhold Schneider »Jetzt ergeht das Gericht über diese Welt, jetzt wird der … Mehr
Albrecht Goes, Der Betrachter (Beim Anblick des Kölner Doms, 1948): „Wieviel Maß im Einzelnen und welches Übermaß im Ganzen. Es gilt zu begreifen: dieser Raum denkt nicht an Götter und Giganten, sondern an den Menschen, den Menschen vor Gott. Es ist die menschliche Stimme, die ihn füllen und durchdringen soll.“
Der Betrachter (Beim Anblick des Kölner Doms, 1948) Von Albrecht Goes Ob Geschichte noch mit uns spricht? Ob es uns … Mehr
Salmen Gradowski, Freitagabend (Aufzeichnungen aus Auschwitz): „Kann man denn jetzt den Schöpfer noch rühmen? Hat das noch einen Sinn? Ist es denn denkbar, samstäglichen Segen zu sprechen, wenn ringsherum das Blut in Strömen fließt? Das Gebet an denjenigen richten, der die Schreie und das Weinen unschuldiger Säuglinge nicht hören will? Nein! Mit schwerem Seufzer verließen die Gebetsgegner die Versammlungen, gegen alle zürnend, die ihre Empörung nicht teilten.“
Salmen Gradowski (gestorben am 7. Oktober 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau) war dem jüdischen Sonderkommando zugeteilt, das die Häftlinge bei der … Mehr
Odo Marquard, Narrare necesse est (1999): „Je mehr wir rationalisieren, umso mehr müssen wir erzählen. Je moderner die moderne Welt wird, desto unvermeidlicher wird die Erzählung.“
Narrare necesse est Von Odo Marquard Erst seine Widerfahrnisse und Geschichten machen den Menschen als solchen erkennbar Hat die Erzählung … Mehr
Fridolin Stier: „In der Wüste wandernd / aus der Tiefe schreiend / suche ich dich: / den lebendigen Gott“
In der Wüste wanderndaus der Tiefe schreiendsuche ich dich:den lebendigen GottNichts sehendals das Antlitz des Universumsnichts hörendals die Stimme des … Mehr
Joseph Wittig, Der neue Kalender: „Wenn dann der Vater nach der Milchsuppe am Jahresschluß den neuen Kalender brachte, die Januarseite aufschlug und dabei sagte: „Jetzt ist das alte Jahr zu Ende; jetzt kommt das neue Jahr; ich wünsche euch allen ein gesundes und glückliches Jahr“, dann war das alte Jahr wirklich vorbei und ein neues war gekommen, und wir freuten uns und waren selig, ohne zu fragen, warum. Wenn der Vater etwas sagte, so war es weder Zeremonie noch Symbol, sondern immer Wirklichkeit.“
Der neue Kalender Von Joseph Wittig Es braucht nicht erst in der Zeitung zu stehen, denn das wissen wir von … Mehr
Joseph Wittig, Es wurde ein Kind, nicht ein Schnitzwerk (Roman mit Gott): „Sie schufen wohl alle für ihr Haus eine bewegliche Weihnachtskrippe, die das Wunder inmitten einer lebensvoll bewegten Welt, zwischen den Straßen der Welt und den Viehwegen und Viehtrieben der Gebirge darstellte. Sie liebten ihre Frauen, aber ihre eigentliche Liebe galt dem ‚Christkind‘, das in der Heiligen Nacht geboren wurde. Sie liebten Gott, aber sie liebten und fanden ihn in diesem Kinde.“
Es wurde ein Kind, nicht ein Schnitzwerk Von Joseph Wittig Ich schreibe diese Zeilen am „Christ heiligen Abend“. Mit Weib … Mehr
Warlam Schalamow, Durch den Schnee (1956): „Geht man den Weg des ersten in seinen Fußstapfen, entsteht eine erkennbare, doch kaum begehbare schmale Fährte, ein Fußpfad, kein Weg — Löcher, in denen es sich schwerer läuft als im unberührten Schnee. Der erste hat es am schwersten, und wenn seine Kräfte erschöpft sind, geht ein anderer vom selben Fünfervortrupp voran. Von denen, die der Spur folgen, muß jeder, selbst der Kleinste und Schwächste, auf ein Stückchen unberührten Schnee treten, nicht in die fremden Fußspuren.“
Durch den Schnee (1956) Von Warlam Schalamow Wie tritt man einen Weg in unberührten Schnee? Ein Mann geht voran, schwitzend … Mehr