Peter Brown, Der Schatz im Himmel (The Ransom of The Soul): „Dieses Beharren auf der täglichen Buße für die tägliche Sünde hatte eine konkrete, finanzielle Konsequenz. Wie alle anderen christlichen Prediger seiner Generation bezweifelte Augustinus nie, dass das Gebet um Vergebung von Almosen begleitet werden sollte. Die Almosen waren die ‚Flügel‘, die das Vaterunser in den Himmel trugen. Ohne solche Flügel konnte kein Gebet fliegen.“

Der Schatz im Himmel Der heilige Augustinus und andere frühe Christen stellten die römische Vorstellung von Nächstenliebe in Frage, indem … Mehr

Arnold Angenendt, Was hat das Christentum Gutes gebracht?: „Aller Gottesdienst ist immer auch Nächstendienst. Weder in Griechenland noch in Rom hatte die Antike eine allgemeine Armen-Fürsorge ausgebildet, ganz anders die Christen. Paul Veyne: ‚Die jüdische Pflicht der Almosen gelangt auch in die alte Kirche, die mit Hospitälern, Hospiz- und Armenhäusern die organisierte Wohltätigkeit erfand, welche in säkularisierter Form im heutigen Sozialstaat weiterlebt‘.“

Was hat das Christentum Gutes gebracht? Von Arnold Angenendt Zurzeit wird jede Art von Verfehlungen, die sich die Kirchen geleistet … Mehr

Johannes Chrysostomus über Jesu Aussendungsrede: „Siehe, ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe“ (Matthäus 10,16): „Solange wir Lämmer sind, siegen wir. Mögen auch unzählige Wölfe uns umgeben, wir siegen doch und gewinnen die Oberhand. Wenn wir dagegen selbst zu Wölfen werden, unterliegen wir; es fehlt uns dann eben die Hilfe des Hirten.“

Über Jesu Wort „Siehe, ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe“ (Matthäus 10,16) Von Johannes Chrysostomus Wenn ihr auf … Mehr

Arnold Angenendt über Befleckung und Reinheit in der mittelalterlichen Religiosität: „Wie stark diese Reinheitsvorstellungen archaischer Natur waren, zeigt sich insbe­sondere daran, daß die Sexualstoffe als solche verunreinigten. Bei Männern war es das Sperma, dessen vermeintliche Kraft sich auch in magischem Gebrauch zeigte und etwa dem Liebeszauber dienen konnte. Im Kultbereich galt: nur schon damit behaftet zu sein beschmutzte und machte handlungsunfähig.“

Befleckung und Reinheit in der mittelalterlichen Religiosität Von Arnold Angenendt Das 15. Kapitel des Buches Leviticus kennt einen Körperausfluß, der … Mehr

Regine Diem über ihre Mutter Annelise Diem, Theologin und Pfarrfrau in Ebersbach an der Fils: „Als es 1939 zum Krieg kam, wurde mein Vater eingezogen. Zunächst war ein Vikar da; als dieser dann auch in den Krieg musste, übernahm meine Mutter ganz selbstverständlich den sonntäglichen Gottesdienst und auch die Beerdigungen. Nach Kriegsende hat der Predigtdienst für meine Mutter wieder aufgehört, der Oberkirchenrat brauchte sie nicht mehr.“

Annelise Burmann war eine der ersten Theologiestudentinnen, die bei Karl Barth in Göttingen studierten. In Tübingen lernte sie im Wintersemester … Mehr

Elisabeth Schmitzs Brief an Helmut Gollwitzer nach dem Novemberpogrom 1938: „Smend sagte mir, Grüber habe gebeten, um der Gefahr für die Juden willen von einer Für­bitte abzusehen. Dazu muß ich sagen: 1. Ich glaube nicht an diese Gefahr. Die Absichten der Regierung halte ich für so radikal, nämlich im Jahr 1940 mit der ‚Ausrottung‘ im wesentlichen fertig zu sein, dass von einer ‚Gefahr‘ gar nicht mehr zu reden ist. 2. Ich halte dies Argument für völlig unkirchlich. Die Kirche hat ja gar keine Wahl, es ist ihr geboten, die Fürbitte zu tun.“

Brief von Elisabeth Schmitz vom 24. November 1938 an Pfarrer Helmut Gollwitzer in Berlin-Dahlem[1] Dr. Elisabeth Schmitz                                                                       Den 24. … Mehr

De divitiis – Über den Reichtum. Radikale Reichtumskritik in der Alten Kirche in der Übersetzung von Andreas Kessler: „Es scheint dir also gerecht, dass der eine vor Überfluss überquillt, der andere aber selbst an dem für den täglichen Gebrauch Nötigen Mangel leidet? Dass dieser aufgrund massloser Fülle erleichtert wird, jener aber aus Mittellosigkeit dahinsiecht? Dass dieser mit wertvollen und grossartigen und über die Notwendigkeit natürlichen Masses hinausgehenden Speisen vollgestopft wird, während jener nicht einmal durch wertlose Nahrung gesättigt wird?“

In seinem Buch Der Schatz im Himmel. Der Aufstieg des Christentums und der Untergang des römischen Weltreichs (Klett-Cotta, 2017) stellt … Mehr