Hans Joachim Iwand, Von Bildung, Einbildung und Unbildung. Ein Wort zum sogenannten Boykott der Königsberger Theologischen Fakultät (1936): „Wir lesen die Schrift, um das Wort zu hören, nicht um es uns hörig zu machen. Wir lesen sie und werden davon ergriffen, aber wir können es nicht ergreifen. Wir sind auf dem Wege, aber wir sind noch nicht am Ziel. Denn durch die ganze Heilige Schrift geht eine Bewegung. Es ist eine Richtung in ihr, die nach vorn weist. Es geht vom Gesetz zum Evangelium, von den unfruchtbaren Werken des Gesetzes zu den Früchten des Geistes, vom alten zum neuen Bund, von den steinernen Tafeln zu den lebendigen Herzen.“

Am 15. November 1936 erschien im ostpreußischen Mitteilungsblatt der Deutschen Christen ein Artikel von Hans Michael Müller (1901-89), seit 1934 … Mehr

Jakob Holzwart über die Erstürmung des Schlosses Münsterhausen am 13. Mai 1525 durch das „Rote Fähnlein“ (Rustica seditio totius fere Germaniae): „Während sie umherstreiften, um zu plündern, wollte ein Bauer etwas Pulver mitnehmen, von dem dort eine große Menge vorhanden war. Plötzlich brachte er einen Zunder herbei, und das ganze Pulver entzündete sich und explodierte, sodass das ganze Schloss erschüttert wurde. Zuerst wurde der Bauer aus Kirchhaslach erstickt, dann breitete sich Rauch und Feuer über das ganze Schloss aus. Die Bauern, die durch diesen plötzlichen Vorfall erschreckt waren, suchten nach einem Ausweg und füllten so schnell wie möglich die Leitern. Aufgrund der Enge kletterten einige über die Köpfe der anderen, andere sprangen aus den Fenstern. Einige, aber nicht viele, die zu langsam waren, wurden zusammen mit dem Schloss verbrannt.“

In Nikolaus Thomans Weißenhorner Historie ist der Eroberung des Schlosses Münsterhausen (zwischen Burtenbach und Thannhausen, Lkr. Günzburg) ein Absatz gewidmet: … Mehr

Neues Testament und Rassenfrage. Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen (September 1933): „Nach dem Neuen Testament ist die christliche Kirche eine Kirche aus ‚Juden und Heiden‘, die sich sichtbar in einer Gemeinde zusammen finden. Nach dem Neuen Testament sind für die Zugehörigkeit zu dieser Gemeinde allein der Glaube und die Taufe maßgebend; es können aber Juden und Heiden in gleicher Weise zum Glauben kommen und getauft werden. Nach dem Neuen Testament sind zu kirchlichen Amtsträgern Juden und Heiden in grundsätzlich gleicher Weise geeignet. Sie werden zu einem kirchlichen Amt allein nach dem Maßstab ihres Glaubens, ihres Wandels und ihrer persönlichen Eignung von der Kirche und nur von ihr berufen.“

Neues Testament und Rassenfrage. Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen (September 1933) Aus dem Neuen Testament ist eine direkte … Mehr

Aus dem Kirchlichen Jahrbuch 1969: Der „Fall Rothschuh“: „Nach einem Gespräch mit theologischen Mitgliedern des Stuttgarter Oberkirchenrats, über das der Ehemann Rothschuh in einem Anschlag am Schwarzen Brett der evang.-theol. Fachschaft in Tübingen berichtete, teilte der Oberkirchenrat mit Unterschrift des Landesbischofs Frau Rothschuh mit, dass bei aller Anerkennung der ‚Offenheit und Redlichkeit …, mit der Sie mitgeteilt haben, welche Rolle Sie heute im Kirchendienst übernehmen könnten‘, das Gespräch mit den Oberkir­chenräten ergebe, ‚dass Sie leider an Vorentscheidungen gebunden sind, die es uns leider unmöglich machen, Sie zum Dienst der Verkündigung zu verpflichten.’“

Aus dem Kirchlichen Jahrbuch 1969: Der „Fall Rothschuh“[1] Von Gottfried Niemeier Zu Beginn des Jahres erregte der „Fall Rothschuh“ weit … Mehr

Friedrich Wilhelm Hopf, Wer war Hermann Sasse?: „Im August 1949 wanderte er mit seiner Familie nach Australien aus, wohin ihn die dortige Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche an ihr Theologisches Seminar in North Adelaide berufen hatte. Hinter dem Abschied von Erlangen stand Sasses Protest gegen den Anschluss der Evangelisch-Lutherischen Kiche in Bayern an die von ihm als unionistisch abgelehnte ‚Evangelische Kirche in Deutschland‘ (1948). Von Australien aus hat er vor allem durch seine ‚Briefe an lutherische Pastoren‘ wie auch durch eine umfangreiche Korrespondenz das kirchliche Gesche­hen in Deutschland bis zu seinem Heimgang am 9. August 1976 mit innerster Teilnahme begleitet.“

Wer war Hermann Sasse? Von Friedrich Wilhelm Hopf Im Frühjahr des Revolutionsjahres 1933 wurde er Professor an der Universität Erlangen, … Mehr

Hermann Sasse, Luthers Glaube an die Eine Heilige Kirche (1943): „Wie die Welt gibt, das sehen wir an den zerstörten Städten Deutschlands, an den zer­trümmerten Domen am Rhein, den tausendjährigen Gotteshäu­sern, an den rauchgeschwärzten Ruinen der alten Kirchen von Hamburg, Lübeck und Rostock. Aber durch den namenlosen Jammer dieser Zeit, durch Sterbensnot und tiefste menschliche Verzweiflung hören wir die Stimme dessen, der da zu seiner Ge­meinde spricht: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ Und wir sprechen mit dem Apostel: Ja, er ist un­ser Friede. Und wir beten mit der Kirche aller Zeiten: Amen, ja komm Herr Jesu! Und wir bekennen mit Herz und Mund, mit der ganzen Christenheit: Ich glaube an den Heiligen Geist, Eine Hei­lige Christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen. Amen.“

Luthers Glaube an die Eine Heilige Kirche (1943) Von Hermann Sasse Fast drei Jahrhunderte lang hat die evangelische Kirche Augs­burgs … Mehr

Über das Auftreten des Baltringer Haufens in Oberschwaben 1525 (Heggbacher Chronik): „Da fingen sie an und sagten, sie brauche sich ihrer nicht zu schämen, sondern sie hätten ihren Herrn, insbesondere Ulrich Schmid. Der wurde so in dem gemeinen Haufen geehrt, dass man ihn auf Stangen erhöhte, damit er das Volk lehre, und der Heilige Geist redete scheinbar aus ihm. Da fing er an und bat, dass man ihm ein wenig zuhöre, was er lehre. Da fing er an, von Adam zu sagen und von Mose, wie wir selbst arbeiten sollten, und so sollte es jedermann tun, und auch wie sich Mose vor dem Pharao abgemüht hätte und wie man einer Obrigkeit nichts geben sollte. Man hörte ihm mit Fleiß zu. Und wir lachten drinnen genug darüber.“

Über das Auftreten des Baltringer Haufens in Oberschwaben 1525 In Oberschwaben bildet sich Ende 1524 der Baltringer Haufen. Von seinem … Mehr

Die Zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben 1525 (in heutigem Deutsch): „Zum zwölften ist unser Beschluss und endgültige Meinung, wenn einer oder mehrere Artikel, die hier aufge­stellt sind, dem Worte Gottes nicht gemäß wären – wie wir aber nicht glauben –, dieselbigen Artikel möge man uns mit dem Wort Gottes als unzutreffend erweisen, so wollen wir davon abstehen, wenn man es uns aufgrund der Schrift er­klärt. Für den Fall, dass man uns schon jetzt einige Artikel zuließe und danach sich herausstellte, dass sie unrecht wären, sollen sie von Stund an tot und hinfällig sein und nichts gel­ten.“

Die Zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben Die jeweiligen Forderungen und Artikel der Bauern blieben im Bauernkrieg meist auf ihren … Mehr

Norbert Lüdecke über die Rechtsstellung des Papst im Evangelischen Staatslexikon: „Der Papst besitzt die formal so qualifizierte Gewalt in ih­rer ganzen Fülle. Dem Papst kommt die gesamte Gewalt Christi für seine Kirche auf Erden ohne jede Einschrän­kung zu. Die Vollgewalt mit ihren Funktionen der Ge­setzgebung, der Rechtspre­chung und der Verwaltung erstreckt sich auf die Glaubens- und Sitten­lehre wie auf die gesamte kirchliche Rechtsordnung, auf Lehre und Disziplin.“

Papst Von Norbert Lüdecke I. Begriff Griech. παππασ, lat. papa = Vater. Ursprünglich Ehrentitel, später Amtsbezeichnung, seit Gregor VII. (Dictatus … Mehr