Karl Barths Brief an Josef Hromádka vom September 1938 während der sogenannten Sudetenkrise enthielt die Worte „Jeder tschechische Soldat, der … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Martin Luther, Zur Suche nach der Wahrheit und zum Trost der ängstlichen Gewissen (Pro veritate inquirenda et timoratis conscientiis consolandis, 1518): „Es ist also gewiss, dass die Sünden vergeben sind, wenn du glaubst, dass sie vergeben sind, denn die Verheißung Christi, des Retters, ist gewiss. Wer durch den Schlüssel gelöst wurde, sollte eher sterben und alle Geschöpfe verleugnen, als an seiner Lossprechung zweifeln. Wer daran zweifelt, dass seine Lossprechung Gott gefällt, zweifelt zugleich daran, dass Christus wahrhaftig war, als er sprach: „Was du lösen wirst …“ Wer die Vergebung auf Reue gründet, baut sie auf Sand, das heißt auf das Werk des Menschen, nicht auf den Glauben an Gott.“
Zur Suche nach der Wahrheit und zum Trost der ängstlichen Gewissen (Pro veritate inquirenda et timoratis conscientiis consolandis, 1518) Von … Mehr
Martin Niemöller, Brief an den Rektor der Universität Erlangen Theodor Süß bezüglich den studentischen Störungen bei seinem Vortrag in der Neustädter Kirche im Januar 1946: „Die Folgerungen, die in den Zeitungsartikeln aus den Vorgängen gezogen werden, kann ich nicht ziehen, wonach die Dissentierenden gewissermaßen als verkappte Nazisten oder unverbesserliche Militaristen hingestellt werden, während sie in Wahrheit wahrscheinlich zum größten Teil eben Studenten sind, die in der Konfrontierung mit der Schuldfrage ihre letzte idealistische Widerstandsfront angegriffen sehen und deshalb leidenschaftlich Protest erheben, wenn sie meinen, aus ihren letzten moralischen Positionen, die eine Selbstrechtfertigung ermöglichen sollen, auch noch herausgeworfen werden sollen.“
Martin Niemöller an den Rektor der Universität Erlangen Büdingen/Hessen, Schloss, 7.2.1946 Se. Magnifizenzdem Herrn Rektor der Universität [Prof. Dr. jur. … Mehr
Verena Pfenninger-Stadler, Die Theologin in der Kirche (1940): „Wir sehen auf der anderen Seite die lebendige Gemeinde, in der der Pfarrer nur ein Glied der Gemeinschaft ist, wo die Ältesten mit ihm über der Gemeinde Wachen und jedes Glied nach dem Maße seiner Gaben Zeugendienst tut. Und wir wissen, dass eine solche Kirche auch für die theologische Arbeit der Frau Raum haben wird. So sind wir getrost, denn wir wissen, dass es zuletzt nicht um uns selber geht. Durch den Ruf, den wir empfangen haben, ist auch die Kirche in eine Entscheidung gestellt. Zwar sind wir es, die durch ihre Gleichgültigkeit und Lauheit Not leiden, aber den Fluch ihres Ungehorsams wird doch zuletzt sie selbst zu tragen haben. Denn nicht wir sind es, die der Kirche diese Frage stellen, sie steht und fällt ihrem eigenen Herrn.“
Die Theologin in der Kirche Von Verena Pfenninger-Stadler Vor kurzem haben wir vernommen, daß in einer englischen Gemeinde die Independant … Mehr
Aus der Sitzung des Bayerischen Ministerrats vom 30. Januar 1946: Vorgänge in Erlangen im Zusammenhang mit einer Rede von Pastor Niemöller: „In einer alteingewurzelten Demokratie könne man die Sache auf die leichte Schulter nehmen. Wir könnten uns das aber nicht leisten. Es sei gegen Niemöller das Wort ‚Landesverräter‘ gefallen und der Rektor habe selbst gesagt, das Flugblatt stamme aus nationalsozialistischen und reaktionären Kreisen. Also seien solche Kreise innerhalb der Studentenschaft vorhanden. Diese müssten ausgemerzt werden, sonst gehe die Geschichte auf unseren Universitäten wieder an. Er schlage folgende Maßnahmen vor: I. Die Erlanger Studentenschaft ist auf ihre militaristische oder nationalsozialistische Gesinnung nochmals zu überprüfen. Ein Staatskommissar des Unterrichtsministeriums hat diese Überprüfung in die Wege zu leiten und zu überwachen. II. Dem Rektor der Universität Erlangen ist mitzuteilen, dass jeder Student, der bei militaristischen oder nationalsozialistischen Kundgebungen mitwirkt, rücksichtslos zu relegieren ist.“
Nachdem Martin Niemöllers Vortrag zur deutschen Schuld am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen von Unmutsbekundungen begleitet … Mehr
Walter Lüthi, Der letzte Sieger. Predigt über Daniel 8 (1936): „Was dem Propheten an den beiden Tieren, die er in seiner Vision schaut, ganz besonders auffällt, das ist ihre Waffe, das Horn. Es ist unheimlich viel von Hörnern die Rede in diesem Kapitel. Das Horn ist Zeichen und Sinnbild der erdgebundenen Bockskraft. Die Völkerwelt aber steht heute, so weit unser Auge schaut, im Zeichen des Hornes. Was sich die Völker heute zeigen, das sind die Hörner. Horn steht gegen Horn, Waffe starrt gegen Waffe. Die Menschheit ist ein einziger Hörnerwald geworden, und jedermann zittert vor dem Moment, da die geringste Bewegung in diese Hörner fahren wird. Und doch legen die Völker ihre ganze Kraft und Aufmerksamkeit auf die Hörner.“
Der letzte Sieger. Predigt über Daniel 8 (1936) Von Walter Lüthi Der Eingang dieses Kapitels hat eine Jugenderinnerung wachgerufen, deren … Mehr
Über John Donne (1572–1631): „Sein zentrales Thema als Liebesdichter war die Glückseligkeit der Vereinigung; als Prediger verkündete er vor allem Gottes Barmherzigkeit. Beide Themen gewinnen besondere Kraft dadurch, dass sie von einem stammen, der oft von einer Liebe schrieb, die ‚Raserei‘ und nicht ‚Frieden‘ war, und der aus Erfahrung wusste, was es heißt, sein Heil mit ‚Furcht und Zittern‘ zu wirken.“
John Donne (1571/2–1631), metaphysischer Dichter und Dekan von St. Paul’s. Er entstammte einer katholischen Familie; seine Mutter war die Schwester … Mehr
Lucie Adelsberger, Typhusfieber im Konzentrationslager Auschwitz. Wenn Ärzte Patienten sind (1952): „Etwa am 15. oder 20. Juni 1943 erkrankte ich an Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Bauchschmerzen und Darmproblemen. Diese Symptome verstärkten sich in den folgenden Tagen, und ich fühlte mich so elend und benommen, dass ich kaum den Kopf heben konnte. Der Weg zur Latrine, quer durch den gesamten Block, war eine enorme Anstrengung, und ich schwankte wie eine Betrunkene. Die Diagnose Typhus lag nahe, …“
Typhusfieber im Konzentrationslager Auschwitz. Wenn Ärzte Patienten sind Von Dr. med. Lucie Adelsberger Es ist bedeutsam, dass ich meine Erfahrung … Mehr
Tertullian, Vom bereitwilligen Verlust des Irdischen (De Patientia): „Gelassenheit bei Verlusten ist eine gute Vorübung im Schenken und Mitteilen. Wer sich vor einem Verlust nicht fürchtet, ist auch nicht verdrießlich beim Geben. Wird man, wenn man zwei Röcke hat, dem Nackten einen davon geben wollen, wenn man nicht imstande war, dem, der uns den Mantel nimmt, auch noch den Rock zu geben?“ Werden wir uns mit dem Mammon der Ungerechtigkeit Freunde machen, wenn wir ihn so lieben, daß wir seinen Verlust nicht ertragen können? Wir werden mit dem zugrunde gegangenen auch zugrunde gehen. Was können wir hienieden finden, wo wir uns zu verlieren haben?
Vom bereitwilligen Verlust des Irdischen Von Tertullian Daß die Habsucht die Wurzel aller Übel sei, das hat der Heilige Geist … Mehr