Friedrich Schleiermacher, Die Weihnachtsfeier. Ein Gespräch (1806 – in heutiger Rechtschreibung): „Sollen aber Feste sein und ist der erste Ursprung des Christentums für etwas Großes und Wichtiges zu achten, so kann niemand leugnen, dass dieses Fest der Weihnacht ein bewundernswürdiges Fest ist; so vollkommen erreicht es seinen Zweck und unter so schwierigen Bedingungen. Denn wenn man sagen wollte, dieses Andenken werde weit mehr durch die Schrift erhalten und durch den Unterricht im Christentum überhaupt als durch das Fest, so möchte ich dieses leugnen. Nämlich wir Gebildeten, zwar, so meine ich, hätten vielleicht an jenem genug, keineswegs aber der große Haufen des ungebildeten Volkes.“

Im Jahre 1806 veröffentlichte Friedrich Schleiermacher (1768-1834), damals noch Professor in Halle, „Die Weihnachtsfeier. Ein Gespräch“: Eine junge Familie hat … Mehr

Hans Graf von Lehndorff in seinem Ostpreußischen Tagebuch über Taufen und Sonntagsandachten im Herbst 1945: „Ich finde ein paar Kinder, die noch nicht getauft sind, und nehme die Gelegenheit wahr, dieses nachzuholen. Das geschieht jedesmal im Rahmen einer kleinen Feier, an der sich auch die Nachbarn beteiligen. Bei dieser Praxis ist mir manches über das Wesen der Taufe als Sakrament und über das seltsame Verhältnis, das wir zu ihr haben, durch den Kopf gegangen.“

Über Taufen und Sonntagsandachten im Herbst 1945 (Ostpreußisches Tagebuch) Von Hans Graf von Lehndorff Unter den Menschen, die ich besuche, … Mehr

Arnold Angenendt über die Messe im Mittelalter: „Wegen des Bitt- und Sühnecharakters, der nun die Messe beherrschte, verstärkte sich die Opferlogik: Denn wer erbittet, muss zuvor geben. Das höchstmögliche Opfer geschah im Hochgebet: Brot und Wein erfuhren hier eine Konsekration und verwandelten sich zu Leib und Blut Jesu Christi, die der Priester Gott dem Vater darbrachte, und diesem Opfer seines Sohnes konnte Gott sich nicht entziehen. Weil es wirklich Leib und Blut des Gottessohnes waren, durfte man auf sichere Erhörung hoffen.“

Messe im Mittelalter Von Arnold Angenendt Das Opfer ist ein Erstakt aller Religion. Menschen opfern Gott/Göttern, weil sie mehr als … Mehr

Adrian Kavanagh, Liturgische Theologie: „Die liturgische Veränderung ist jedoch eindeutig keine ästhetische, denn das, was eine solche Veränderung auslöst, ist nicht nur ein künstlerischer Akt. Es ist etwas mehr, und es geschieht auf unvorhersehbare Weise, so oft wie möglich trotz der Kunst oder der Kunstlosigkeit des jeweiligen liturgischen Ereignisses. Ich habe erlebt, dass es mitten in einer durch und durch schlechten Predigt und am Ende einer guten Predigt passiert, in barocken Pontifikalmessen und bei überstürzten Taufen in Kellern.“

Liturgische Theologie Von Adrian Kavanagh Zwei Fragen drängen sich demjenigen auf, der sich auf die Suche nach der liturgischen Theologie … Mehr

Arno Schilson über Odo Casel (1886-1948) und dessen Mysterientheologie: „Die »Mysteriengegenwart« des Heilswerkes Christi in Liturgie und Sakrament wird für Casel zu jener Mitte christlicher Glaubenswirklichkeit und vor allem gelebten Christseins, aus dem mitten in der Krise von Zeit und Kultur die wahren Maßstäbe, neue Perspekti­ven und zuverlässige Orientierung zu gewinnen sind.“

Über Odo Casel und dessen Mysterientheologie Von Arno Schilson Name und Gestalt des Benediktinermönchs Odo Casel (1886-1948) aus der Abtei … Mehr

Wilfried Joest, Amt und Ordination – unüberholbare Strukturen? (1971): „Das neutestamentliche Vorbild der Gemeinde ist nicht das einseitige Gegenüber eines in irgendeinem Sinne exklusiven Amtes zu ‚Laien‘, sondern das Zusammenwirken und die gegenseitige Dienstbarkeit besonderer Dienste untereinander, und wiederum der besonderen Dienste und des sie umgebenden und mitwirkend begleiten­den allgemeinen Priestertums aller Glaubenden.“

Amt und Ordination — unüberholbare Strukturen? Von Wilfried Joest Dieses Referat muß sich darauf beschränken, einige Thesen zu entfalten, zu … Mehr