Wilhelm Löhes Grabrede für ein totgeborenes Kind: „Wir legen ein Samenkörnlein in Gottes Acker, dessen Leben wir kaum wahrgenommen haben. Dennoch zweifeln wir an seinem ewigen Leben nicht. Es ist dies Kindlein in der höchsten Not der Geburt und schon zuvor durch das gläubige Gebet gottesfürchtiger, lieber Eltern und anderer Christen dem allmächtigen Gott zugetragen und empfohlen worden.“

Grabrede für ein totgeborenes Kind Von Wilhelm Löhe (1808-1872), Landpfarrer in Neuendettelsau und maßgeblicher Reformer der evangelischen Kirche in Bayern … Mehr

William Willimon und Stanley Hauerwas, Das Vaterunser als christliches Abenteuergebet: „Errettung, christliche Errettung, ist nicht eine individuelle Beziehung zwischen mir und Gott. Rettung bedeutet vielmehr, dass wir in ein Abenteuer hineingezogen werden, dass unser Leben von Gott auf eine Reise geschickt wird, die sich christlicher Glaube nennt. Dieses Gebet, dieses ‚Vaterunser‘, ist die Benennung der Mittel, durch die wir gerettet werden, und die Teilnahme daran. Es ist die Art und Weise, wie Gott uns Teil eines Reiches macht, durch das wir von der Welt gerettet werden.“

Das Vaterunser als christliches Abenteuergebet Von William Willimon und Stanley Hauerwas Für mich die herausforderndste Einführung in das Vaterunser ist … Mehr

Arnold Angenendt, Das Opfer und seine Wandlungen (2005): „Im Frühmittelalter kommt ein ‚sacrum commercium‘ auf: In jeder Messe musste geopfert werden. Ja, um möglichst viele Messfeiern zu erlangen, wurden dauerhafte Stiftungen gemacht. Dadurch kam ein Austausch von (Land-)Besitz für geistliche Sühneleistungen in Gang, die den Sündern auf Erden wie noch im jenseitigen Läuterungsort, im Purgatorium, zugute kommen sollten. Dieser Austausch setzte größte Besitzverschiebungen in Gang: für Abgabe von Besitz und speziell auch von Land die Befreiung von Sünde und die Errettung vom Ewigen Leben.“

Das Opfer und seine Wandlungen Von Arnold Angenendt Das Opfer ist ein Erstakt aller Religion. Menschen opfern Gott/Göttern, weil sie … Mehr

Martin Luther über das rechte Beten im Großen Katechismus: „Wenn aber ein Gebet recht sein soll, muss es ernst gemeint sein, sodass man seine Not empfindet – und zwar eine solche Not, die drückt und zum Rufen und Schreien treibt. Dann geht das Gebet von selbst so, wie es gehen soll, sodass man keiner Belehrung darüber bedarf, wie man sich darauf vorbereiten oder Andacht schöpfen soll. Die Not aber, die uns selbst wie auch jeden anderen angehen soll, findest du reichlich genug im Vaterunser; deshalb soll es auch dazu dienen, dass wir uns ihrer daraus erinnern, sie betrachten und zu Herzen nehmen, damit wir nicht lässig werden im Beten. Denn wir haben alle genug an dem, was uns mangelt; der Fehler liegt aber darin, dass wir es nicht fühlen und sehen. Darum will Gott auch, dass du diese deine Not und Anliegen klagst und vorbringst – nicht als ob er es nicht wüsste, sondern damit du dein Herz entzündest, stärker und mehr zu begehren, und den Mantel weit ausbreitest und auftust, um viel zu empfangen.“

Über das rechte Beten Von Martin Luther Eine ernsthafte Ermahnung und zugleich wunderbare Einladung zum Gebet findet sich in Martin … Mehr