Die Landschaft der Stadt Memmingen prüft das »göttliche Wort«. Zu den Zehn Artikeln der Memminger Bauern vom Februar 1525 Von … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Martin Luther, Das schöne Confitemini. Auslegung zu Psalm 118 (1530): „Es heißt: ‚Ich rief den Herrn an‘. Rufen mußt du lernen – das hörst du wohl! – und nicht selbstversunken dasitzen oder auf der Bank liegen, den Kopf hängen lassen und ihn schütteln und in deinen Gedanken dich martern und verzehren, dich sorgen und suchen, wie du es loswirst, und nichts anderes vor Augen haben, als wie übel es dir geht, wie weh dir ist, ein wie unglücklicher Mensch du bist.“
Das schöne Confitemini. Auslegung zu Psalm 118 Von Martin Luther Widmungsschreiben An den ehrwürdigen Herrn Friedrich,Abt zu St. Ilgen in … Mehr
Zehn Memminger Artikel. Beschwerde- und Bittschrift der Bauern an den Rat der Stadt Memmingen vom 28. Februar 1525: „Es war bisher üblich, uns wie das Eigentum anderer Leute zu behandeln, was zu bedauern ist, da Christus uns alle mit seinem teuren Blut erlöst und erkauft hat, sowohl den Hirten als auch den Kaiser. Dass wir deshalb keine Obrigkeit anerkennen wollen, ist jedoch nicht unsere Absicht. Vielmehr wollen wir der von Gott eingesetzten Obrigkeit in allen angemessenen und gebührenden Angelegenheiten gerne gehorsam sein. Wir zweifeln nicht daran, dass ihr uns als christliche Herren gerne aus der Leibeigenschaft entlassen werdet.“
Bekannt sind die Zwölf Artikel der Bauernschaft, die am 15. und am 20. März 1525 im Haus der Kramerzunft in … Mehr
Robert Spaemann, Was macht Personen zu Personen? (2011): „Der Akt der Anerkennung von jemandem als »jemand« und nicht »etwas«, der mit unserem Gebrauch des Wortes »Person« verbunden ist, hat eine immanente Logik. Eine ungerechtfertigte Einschränkung des Kreises derer, denen diese Anerkennung zuteil wird, verändert die Natur dieses Aktes auch gegenüber denen, die als Personen anerkannt werden. Eine ungerechtfertigte Datierung des Beginns dieser Anerkennung am Anfang des Lebens zieht eine ungerechtfertigte Beendigung im letzten Stadium des Lebens nach sich. Eine Person ist »jemand« und nicht »etwas«. Es gibt keinen kontinuierlichen Übergang von etwas zu jemand. Es wäre nicht korrekt zu sagen: »›Jemand‹ ist etwas mit den und den Eigenschaften.« Jemand ist nicht etwas. Wir müssen deshalb, um zu sagen, was wir mit »jemand« meinen, tautologisch sagen: »›Jemand‹ nennen wir jemanden, der die und die Eigenschaften hat.« Aber auch das ist nicht korrekt. Als jemanden betrachten wir nämlich manche Wesen, und zwar insbesondere Menschen, auch dann, wenn sie faktisch diese Eigenschaften gar nicht besitzen.“
Was macht Personen zu Personen?[1] Von Robert Spaemann I. Personalität und Individualität Vor zwei Jahren hielt ich Vorlesungen über kulturphilosophische … Mehr
Peter Graf Yorck von Wartenburg, Abschiedsbriefe vor der Hinrichtung (1944): „Dass Gott es so geführt hat, wie es gekommen ist, gehört zu der Unerforschlichkeit Seiner Ratschlüsse, die ich demutsvoll annehme. Ich glaubte mich durch das Gefühl der alle niederbeugenden Schuld getrieben und reinen Herzens. Ich hoffe deshalb auch zuversichtlich, in Gott einen gnädigen Richter zu finden. … Als wir vom letzten Abendmahl hinweggingen, da fühlte ich eine fast unheimliche Erhabenheit, ich möchte es eigentlich Christusnähe nennen. Rückblickend scheint sie mir als ein Ruf.“
Abschiedsbriefe vor der Hinrichtung Von Peter Graf Yorck von Wartenburg Peter Graf Yorck von Wartenburg (1904-1944), Mitglied des Kreisauer Kreises, … Mehr
Alexis von Roenne (1903-1944), Gott ist die Liebe (verfasst im Gefängnis Berlin-Plötzensee): „Da heißt es also, sich unlöslich an Ihn klammern, Ihm vertrauen, mit Ihm planen, auf Sein Wort hinausführen. Auch auf dem Wege über andere Gotteskinder, die man suchen muss, kann Er Rat und Hilfe schicken und im großen, ernsten Geschehen der Zukunft alles in Gnaden hinausführen. Denn Er ist ja der Herr des Himmels und der Erden, vor dem wir stehen, dem alles ein Kleines ist! Das Größte aber, was Er zu schenken vermag, ist die Erkenntnis, dass Er uns lieb hat und die Gewissheit, dass nichts, weder Tod noch Leben, uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist.“
Gott ist die Liebe Von Alexis von Roenne Alexis Freiherr von Roenne (1903-1944) hatte sich aufgrund christlicher Gewissensbedenken nicht selbst … Mehr
Hans Joachim Iwand, Zur theologischen Begründung des Widerstandes gegen die Staatsgewalt: „Jeder echte christliche Widerstand gegen die Staatsgewalt erfolgt aus der hohen und positiven Einschätzung des Staates. Die Christen sind mitverantwortlich, dass der Staat als eine dem Rechte und dem Frieden dienende Macht nicht in sein Gegenteil pervertiert wird. Der Satz, dass alle Macht böse ist, muß dazu führen, dass den Bösen die Macht ausgeliefert wird.“
Zur theologischen Begründung des Widerstandes gegen die Staatsgewalt Von Hans Joachim Iwand I. In diesen Tagen, als ich mich auf … Mehr
Hermann Schreiber, Nichts anstelle vom lieben Gott. Über Gustav Heinemann als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten (1969): „Die Frage, ob er diesen Staat denn nicht liebe, macht ihn beinah böse: »Ach was, ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau; fertig!« Aber nicht einmal seine Frau vermag zu sagen, ob ihn die Aussicht, der erste Repräsentant eben dieses Staates zu werden, nun beschwere oder ob sie ihn verlocke. So wenig hat diese Aussicht ihn verändert, dass Hilda Heinemann einmal, als ein fremder Interviewer den Gatten nach dessen Ambition auf das höchste Staatsamt fragte, in den spontanen Ruf ausbrach: »Ja, sag mal, Gustav, wie ist es denn nun eigentlich?«“
Vor 125 Jahren, am 23. Juli 1899, wurde Gustav Heinemann in Schwelm an der Ruhr geboren. Hier Hermann Schreibers Porträt … Mehr
Martin Kähler, Die Bibel, das Buch der Menschheit (1904): „So lehrt die Bibel die Menschen und in ihnen die Menschheit sich selbst erkennen. Sich selbst erkennen lehren, das heißt: dahin führen, das man seine Fähigkeiten und seine Bestimmung, seinen Selbstwert und seine Bedingtheit durch und für das Gemeinschaftsleben erkenne. So ist die Bibel das zweckmäßigste Erziehungsbuch zur Menschheit, d. h. zum wahren Menschsein und zum Sinne für den Dienst an der Einheit aller Menschen und ihrer Geschichte. … Wahres Wesen des Menschen und Wesenseinheit aller Menschen, Menschheit als Wesensbestimmung und als Sammelname, beides in seinen uns so oft stoßenden scheinbaren Widersprüchen stellen uns die kurzen Jahre vom Jordan bis auf Golgatha und den Ölberg dar.“
Martin Kählers Vortrag zum 100jährigen Jubiläum der British and Foreign Bible Society am 7. März 1904 ist ein bemerkenswertes Zeugnis … Mehr