Martin Niemöller, Predigt zu 2. Korinther 12,9 (Human Weakness and Divine Strength, Duke University, 1963): „Wie oft musste ich mich jeden Tag beherrschen, wenn der Gedanke aufkam: Wenn diese Leute mich von hier zu diesem Galgen schleppen, werde ich ihnen zurufen: ‚Ihr Verbrecher, ihr Mörder, wartet nur – es gibt einen Gott im Himmel, und er wird es euch zeigen!‘ Und dann die quälende Frage: Was wäre geschehen, wenn Jesus, als sie ihn an seinen Galgen, ans Kreuz, nagelten, so gesprochen und seine Feinde verflucht hätte? Nichts wäre geschehen, nur gäbe es kein Evangelium, keine christliche Kirche, denn es gäbe keine frohe Botschaft; denn dann hätte er gegen seine Feinde gebetet, nicht für sie, und wäre gegen sie gestorben, nicht für sie. Gott sei Dank! Er betete, er starb auf eine andere Weise: ‚Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!‘ stimmt oder wird es jemals tun.“

Menschliche Schwäche und göttliche Stärke. Predigt zu 2. Korinther 12,9 (Human Weakness and Divine Strength, Duke University, 1963) Von Martin … Mehr

Ulrich Peter über Harald Poelchau (1903-1972): „Zahlreiche Opfer waren politische Freunde aus dem »Kreisauer Kreis«, zu dem er selbst gehörte, und aus den Gruppen, die mit dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 zu tun hatten. Die erste Hinrichtung, zu der Poelchau bestellt wurde, fand am 17. April 1934 statt. Weitere 1200 Hinrichtungen folgten in den nächsten elf Jahren bis zum Ende der Nazi­diktatur, so dass die Seelsorge für die Verurteilten Poelchau zu­nehmend beanspruchte. Darüber hinaus schmuggelte Poelchau Nah­rungsmittel, die er vom schlesischen Gut Kreisau seines Freundes Helmuth James Graf von Moltke bekam, in die Gefängnisse hinein und Mitteilungen und Briefe heraus. Ihm verdanken wir, dass die Gefängnisaufzeichungen Dietrich Bon­hoeffers und die Abschiedsbriefe Helmuth von Moltkes an seine Frau Freya erhalten sind. Nicht nur den Gefängnisinsas­sen galt Poelchaus Hilfe, zusammen mit seiner Frau Dorothee rettete er Juden, indem er sie versteckte, mit Lebensmitteln versorgte und ihnen falsche Pässe verschaffte.“

Harald Poelchau Geb. 5. 10. 1903 in Brauchitschdorf/Schlesien; gest. 29.4. 1972 in Berlin Von Ulrich Peter Harald Poelchau wuchs in … Mehr

William H. Willimon, Jesus nachfolgen: „Die moderne Welt hat viele Möglichkeiten, uns gegen uns selbst zu wenden, um schließlich den lieben kleinen Gott in uns anzubeten. Das Christentum, die von Jesus beschworene Religion, ist ein ausgesprochen heftiges Mittel, um uns nach außen zu zerren. Wir werden nicht in Ruhe gelassen, um uns mit unseren süßen Binsenweisheiten zu trösten oder mit der angeblich so schönen Mutter Natur zu kuscheln oder gar die Augen zu schließen und die Menschheit im Allgemeinen zu umarmen. Ein Gott, den wir uns nicht hätten ausdenken können, hat sich uns zugewandt, hat sich uns genähert, hat sich als jemand ganz anderes offenbart als der Gott, den wir hätten, wenn Gott nur ein Hirngespinst wäre – Gott ist ein Jude aus Nazareth, der kurz lebte, gewaltsam starb und unerwartet auferstand. Dieser Gott hat uns zu Tode erschreckt, aber auch zum Leben erweckt.“

Jesus nachfolgen Von William H. Willimon Ich erinnere mich noch gut an ein langes Gespräch mit einem Mann, der Mitglied … Mehr

Martin Luther über die Früchte des Geistes. (Auslegung zu Galater 5,22f, 1519): „Es mag also wohl die Liebe im Verborgenen bleiben, solange Friede ist; bricht aber Feindschaft aus, dann kommt uns nichts lebhafter zum Bewusstsein als die Liebe, die Hoffnung und der Glaube, – es wäre denn, dass man auch des Unglaubens, der Verzweiflung und des Hasses sich nicht bewusst würde.“

Über die Früchte des Geistes. Auslegung zu Galater 5,22f (1519) Von Martin Luther Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, … Mehr

Schweizer Frauenblatt 1931: Das volle weibliche Pfarramt und der ‚Fall Furna‘: „Die Gemeinde Furna indessen will sich nicht irre machen lassen. Sie beharrt und beruft sich auf die Kantonsverfassung, nach der ihr die Wahl gestattet ist. Denn sie ist sehr froh um ihre Pfarrerin, froh auch für ihre kleine Gemeinde, eine eigene Seelsorgerin gefunden zu haben: ‚Bis dahin sind wir sehr zufrieden mit unserer Pfarrerin.'“

Das volle weibliche Pfarramt und der „Fall Furna“ Zum vollen Pfarramt sind bei uns in der Schweiz – wie übrigens … Mehr

John Howard Yoder, Der Krieg des Lammes (The Politics of Jesus, 1972): „Könnte es sein, dass wir, wenn wir uns von der Zwanghaftigkeit der Vision von uns selbst als den Hütern der Geschichte befreien könnten, wieder die Gabe empfangen könnten, uns als Teilhaber am liebenden Wesen Gottes, wie es sich in Christus offenbart, zu sehen? Vielleicht können uns die Lieder der frühesten Kirche dies wiedergeben, wenn es das apostolische Argument nicht vermag. Eine Kirche, die einmal von Zwanghaftigkeit und dem Drang, die Welt zu verwalten, befreit ist, könnte dann Wege und Worte finden, um auch denjenigen, die außerhalb ihrer Grenzen stehen, die Einladung zu einer dienenden Haltung in der Gesellschaft zu vermitteln.“

Der Krieg des Lammes (The Politics of Jesus, 1972) Von John Howard Yoder Jesus und Paulus standen im Mittelpunkt unserer … Mehr

Lesslie Newbigin, Kann eine moderne Gesellschaft christlich sein? (1995): „Eine Gesellschaft, die ihr Gedächtnis verloren hat, ist wie ein Schiff ohne Ruder. Sie kann nur mit den Gezeiten treiben. Es beunruhigt mich sehr, dass Geschichte in unserer öffentlichen Bildung immer weniger Platz einnimmt. Wir kennen – und wir mögen nicht – die Symptome der Alzheimer-Krankheit, wenn wir sie bei unseren Freunden bemerken. Manchmal sieht es so aus, als wäre die Verbreitung einer Art nationaler Alzheimer-Krankheit Teil der gegenwärtigen Agenda. Wenn wir unsere Orientierung für die Zukunft finden wollen, müssen wir der Vergangenheit Aufmerksamkeit schenken – nicht, um zu ihr zurückzukehren, sondern um aus ihr zu lernen.“

Kann eine moderne Gesellschaft christlich sein? (1995) Von J.E. Lesslie Newbigin Die Moderne ist ein Produkt der westlichen Christenheit. Viele … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über 2. Korinther 6,1-10 auf der Kirchenkonferenz in Treysa 1945: „Wir sind in solcher Sorge, ja in solcher Angst und Be­drängnis, weil wir sehen, dass die Gnade Gottes da ist – und dass sie eben doch weithin umsonst da ist. Dass sich tausend und abertausend Menschen Christen nen­nen, aber dass dies gar nichts für ihr tatsächliches Leben bedeutet. Hier bleibt alles beim alten. Es ist umsonst, dass Christus für uns gestorben ist. Es bleibt im besten Falle die sehr privat verstandene Garantie einer sehr egoistischen Seligkeit. Mit der Wirklichkeit, in der sie leben, die sie gestalten, hat die Tatsache, dass Gott gnädig ist, dass Gott die Welt liebhat, dass Gott vergibt und Gott erlöst, offenbar gar nichts mehr zu tun.“

Predigt über 2. Korinther 6,1-10 Von Hans Joachim Iwand Wir ermahnen aber euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die … Mehr

Karl Barths Consilium zur Frage des «Treueides» der «Geistlichen» vom 18. Mai 1938: „Der von den Pfarrern verlangte Eid ist sachlich identisch mit dem Eid, den der natio­nalsozialistische Staat von seinen Beamten, von seinen Offizieren, von den Führern und Mit­gliedern der SA, der SS, der HJ, des Arbeitsdienstes usf. fordert. Er verlangt also die Einord­nung der Pfarrerschaft in die Reihen dieser seiner, des totalen Staates, Kolonnen. Und er ver­langt sie als bedingungslose Einordnung. Er verlangt sie als «Gleichschaltung» nun auch die­ser Mannschaft.“

Consilium zur Frage des «Treueides» der «Geistlichen» vom 18. Mai 1938 Von Karl Barth Vor mir liegen Nr. 12 des … Mehr