Kurze Sprüche des Katechismus, wie ihn Doktor Martinus Luther in seinem Hause gelehrt hat: „Ohne Kreuz kommen wir nicht zur Herrlichkeit. Das Evangelium kann nicht ohne Rumor gepredigt werden. Der heilige Geist macht einen Menschen nicht so bald vollkommen, sondern er muss wachsen. Am Evangelium verliert man nichts, darum sollen wir alles daransetzen. Dem Evangelium glauben löst von Sünden. Werke gehören dem Nächsten, der Glaube Gott. Die andere richten, verdammen sich selbst. Ein gutes Werk ist das, was anderen wohltut.“

Kurze Sprüche des Katechismus, wie ihn Doktor Martinus Luther in seinem Hause gelehrt hat Die Zehn Gebote 1. Wie der … Mehr

Bernhard Waldenfels über ‚fremd‘ und ‚Fremdheit‘: „Die neuzeitliche Freisetzung des Ich als eines denkenden Wesens, das sich kritisch prü­fend aus den natürlichen und sozialen Zusammenhängen heraus­hebt, entfacht einen Fremdheitsbrand, der über ethi­sche und religiöse Grenzerfahrungen hinausführt und in den Kern von Ich und Welt vordringt. Eine Seele, die sich gemeinschaftlich im All spiegelt oder in Gott geborgen weiß, mag sich überall daheim füh­len. Ein Ich dagegen, das selbst ins Zentrum rückt, sieht sich mit konkurrierenden ‹Fremd-Ichen› kon­frontiert, von denen es nicht bloß verschieden, son­dern durch eine Kluft geschieden ist.“

Fremd/Fremdheit Von Bernhard Waldenfels 1. Zu den Begriffen Die Tat­sache, dass sich hinter den dt. Ausdrücken ein be­sonders komplexer Bedeutungsgehalt … Mehr

Martin Luther, Sermon vom Leiden und Kreuz (1530): „Der Christen Leiden ist deshalb edler und köst­licher als aller anderen Menschen Leiden, weil Christus sie in das Leiden gesteckt hat und so auch alle Leiden seiner Chri­sten geheiligt hat. Sind wir denn nicht arme, tolle Leute? Wir sind nach Rom, Trier und an andere Orte gelaufen, um die Heiligtümer aufzusuchen. Warum lassen wir uns nicht auch das Kreuz und das Leiden lieb sein, welches Christus viel naher gewesen ist und ihn naher berührt hat als irgendein Kleid am Leibe? Es hat ihm nicht allein den Leib, sondern das Herz be­rührt. So ist nun durch das Leiden Christi auch das Leiden aller seiner Heiligen ganz zum Heiligtum geworden; denn es ist mit dem Leiden Christi verbunden. Deswegen sollen wir alles Leiden nicht anders annehmen denn als Heiligtum; denn es ist wahrhaftig ein Heiligtum.“

Sermon vom Leiden und Kreuz (1530) Von Martin Luther Liebe Freunde, ihr wißt, daß man in dieser Zeit die Passions­geschichte … Mehr

Stanley Hauerwas über Tugend (1986): „Tugenden scheinen eine subjektive Beliebigkeit in moralische Überlegungen einzuführen, die die moderne Moralphilosophie gerade vermeiden wollte. Daher wurden Tugenden meist als moralisch nachrangig gegenüber einer Pflichtethik betrachtet, die Regeln und Prinzipien ins Zentrum stellt. Diese, so glaubt man, bieten eher die Chance auf breite Übereinstimmung. Doch Befürworter der Tugendethik betonen, dass auch Regeln und Prinzipien im Grunde auf ähnliche Probleme stoßen.“

Tugend Von Stanley Hauerwas „Tugend“ ist die Übersetzung des griechischen arete, was einfach jede Art von Exzellenz oder Vortrefflichkeit bedeutet. … Mehr

Tertullian, Vom bereitwilligen Verlust des Irdischen (De Patientia): „Gelassenheit bei Ver­lusten ist eine gute Vorübung im Schenken und Mitteilen. Wer sich vor einem Verlust nicht fürchtet, ist auch nicht ver­drießlich beim Geben. Wird man, wenn man zwei Röcke hat, dem Nackten einen davon geben wollen, wenn man nicht imstande war, dem, der uns den Mantel nimmt, auch noch den Rock zu geben?“ Werden wir uns mit dem Mam­mon der Ungerechtigkeit Freunde machen, wenn wir ihn so lieben, daß wir seinen Verlust nicht ertragen können? Wir werden mit dem zugrunde gegangenen auch zugrunde gehen. Was können wir hienieden finden, wo wir uns zu verlieren haben?

Vom bereitwilligen Verlust des Irdischen Von Tertullian Daß die Habsucht die Wurzel aller Übel sei, das hat der Heilige Geist … Mehr

Zwischen letzter Freiheit und bleibender Verantwortung – Zur Ethik des Vererbens: „Nicht selten handeln Erblasser in guter Absicht: Sie wollen für ihre Kinder sorgen, unterschiedliche Lebenslagen berücksichtigen oder besondere Bedürftigkeit ausgleichen. Dabei wird jedoch leicht übersehen, dass solche Entscheidungen von den Betroffenen als Bevorzugung oder Benachteiligung wahrgenommen werden können – als ungerechter Gunsterweis, der alte Wunden aufreißt oder neue schlägt.“

Zwischen letzter Freiheit und bleibender Verantwortung – Zur Ethik des Vererbens In der Seelsorge bei Trauerfällen ebenso wie in der … Mehr

Hans Graf Lehndorff, Wohlstand und Trostlosigkeit. Rede auf dem Tag der Heimat 1962: „Ich vermag mir also nicht vorzustellen, wie ein Mensch seine Heimat abschreiben oder als Tauschobjekt hingeben kann. Und ich bin überzeugt, dass, wenn wir dieses täten, es nur als ein neues Zeichen politischer und menschlicher Unzuverlässigkeit des deutschen Volkes angesehen werden würde. Auf der anderen Seite aber will es mir nicht gefallen, wenn wir Heimatvertriebenen mit Ansprüchen und Forderungen auftreten. Wir Deutsche selbst haben dies Land aufs Spiel gesetzt, als wir uns von den Grundsätzen lossagten, nach denen wir erzogen waren, als wir uns einem Manne wie Hitler verschrieben. Es sind nun einmal im Namen Deutschlands Schatten auf die Welt gefallen, die wir nicht so ohne weiteres überspringen können.“

Wohlstand und Trostlosigkeit. Rede auf dem Tag der Heimat 1962 Die unbewältigte Gegenwart zeugt Angst vor der Zukunft Von Hans … Mehr

Erklärung der Kardinäle Cupich, McElroy und Tobin zur US-amerikanischen Außenpolitik: „Als Hirten und Bürger begrüßen wir diese Vision für die Etablierung einer wahrhaft moralischen Außenpolitik für unsere Nation. Wir streben danach, einen wahrhaft gerechten und dauerhaften Frieden aufzubauen, jenen Frieden, den Jesus im Evangelium verkündet hat. Wir lehnen den Krieg als Instrument für engstirnige nationale Interessen ab und erklären, dass militärische Aktionen nur als letztes Mittel in extremen Situationen betrachtet werden dürfen, nicht als normales Instrument der nationalen Politik. Wir streben eine Außenpolitik an, die das Recht auf menschliches Leben, die Religionsfreiheit und die Stärkung der menschlichen Würde weltweit respektiert und voranbringt, insbesondere durch wirtschaftliche Unterstützung.“

19. Januar 2026 Eine moralische Vision der amerikanischen Außenpolitik entwerfen (Charting A Moral Vision of American Foreign Policy) Im Jahr … Mehr

Klaus Scholder über Otto Dibelius: „Was Dibelius zu sehen glaubte, war eine unaufhaltsame Entwicklung der modernen Staaten hin zum Totalitären. Dies galt ausdrücklich nicht nur für die Entwicklung im Osten, sondern auch im Westen. Es sei eine lebensgefährliche Selbsttäuschung, so schrieb Dibelius, wenn die Christenheit des Abendlandes meine, ‚dass sie den Staat von Römer 13 gepachtet habe, während der Staat von Offenbarung 13‘ – das Tier aus der Tiefe – ’nur in Rußland und einigen russisch beherrschten Ländern existiere. Es muss gesehen werden, dass der Staat über die ganze Welt hin in einer bestimmten Entwicklung begriffen ist, dass diese Entwicklung überall in der gleichen Richtung geht und daß sie die Menschheit mit Untergang und Vernichtung bedroht.’“

Otto Dibelius (1880-1967) Von Klaus Scholder Als Otto Dibelius am 10. April 1966 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin seine Abschiedspredigt … Mehr