Von der Illusion eines erfüllten Lebens. Eine Bußpredigt: „Mit der Rede von der Erfüllung soll dem Leben in seiner Zeitlichkeit ein positiv verbleibender Sinn verliehen werden, wobei jedoch der bevorstehende Tod außer Acht gelassen wird. Im Tod ist ein Mensch sich selbst nicht länger sein Lebensgefäß. Ein Toter kann all die Erlebnisse nicht länger fassen und damit für sich behalten.“

Von der Illusion eines erfüllten Lebens. Eine Bußpredigt Von Erfüllung wird allenthalben geredet, seien es persönliche Lebensträume oder Wünsche, die … Mehr

„Sterben wir, so sterben wir dem Herrn.“ Warum Selbsttötung für Christen keine Lebensmöglichkeit ist: „Im Unterschied zum Sterben ist das Töten eine aktive, zurechenbare Tat. Als selbstwirksame Handlung greift die Tötung – auch der Suizid – dem passiven Sterben vor. In Ermangelung eigener Sterbekunst (ars moriendi) soll die selbstbestimmte Tötung einem das eigene Sterben ersparen. Als Getöteter muss man eben nicht mehr sterben.“

„Sterben wir, so sterben wir dem Herrn.“ Warum Selbsttötung für Christen keine Lebensmöglichkeit ist (2022) Jedes Mal, wenn ich diese … Mehr

Begriffsklärungen in Sachen selbstbestimmtes Sterben und Tötung: „Euthanasie (altgriechisch ‚guter Tod‘ von eu, ‚gut‘, und thánatos, ‚Tod‘) steht meist für die absichtliche Herbeiführung des Todes eines Menschen, vorgeblich um Leiden zu beenden oder zu ersparen. Da die NS-Diktatur dieses Wort als euphemistische Verschleierung von Krankenmorde verwendet hat, ist dieser Begriff in Deutschland weitgehend durch das ebenfalls missverständliche Wort ‚Sterbehilfe‘ (Analogiebildung zu ‚Geburtshilfe‘) ersetzt worden.“

Begriffsklärungen in Sachen selbstbestimmtes Sterben und Tötung Wenn es um die Frage eines selbstbestimmten Sterbens geht, braucht es begriffliche Klärungen. … Mehr

Zur Ethik der Integrität in Anlehnung an Dietrich Bonhoeffer: „Integrität ist wesentlich relational. Sie zeigt sich im Vermögen, Rechenschaft zu geben – nicht zur Selbstrechtfertigung, sondern um das eigene Leben erzählbar, kritisierbar und verantwortbar zu machen. Dazu gehören die Anerkennung von Verletzlichkeit und Schuld ebenso wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und um Vergebung zu bitten. Integrität bewahrt davor, sich hinter Rollen, Identitäten oder moralischen Selbstzuschreibungen zu verbergen. Eine Identität muss geschützt werden – Integrität nicht.“

Zur Ethik der Integrität in Anlehnung an Dietrich Bonhoeffer „Der ist integer.“ – „Ihr kannst du vertrauen.“ Solche Sätze fallen … Mehr

Was darf ich erwarten, wenn ich bitte und bete? Zwölf Thesen: „Lebensnotwendendes Beten findet zu absichtsvollen Worten, die in Ehrfurcht vor dem gegenwärtigen Gott nicht dahergesagt werden. Die göttliche Entsprechung eigenen Bittens lässt dessen Handeln und dessen Güte für das eigene Leben wirklich werden. Beten lässt beim dreieinigen Gott das eigene Amen finden.“

Was darf ich erwarten, wenn ich bitte und bete? Zwölf Thesen 1. In der Bibel gibt es kein ursprachliches Wort, … Mehr

Zur Phänomenologie des Verlierens: „Damit verschärft sich die Frage, wie mit bleibenden Verlusten umzugehen ist, für die es in­nerhalb der eigenen Lebenswelt keine Auflösung mehr gibt. Verdrängung oder Kompensation können den Schmerz des Vermissens lindern, bleiben jedoch innerweltlich im menschlichen Bewältigungsrahmen gefangen. Phänomenologisch zeigt sich hier, dass der Mensch nicht nur verlierend handelt, sondern wesentlich verlustfähig ist: Er steht in einer Welt, in der alles ihm Entgangene prinzipiell entzogen bleiben kann.“

Zur Phänomenologie des Verlierens Verlieren ist eine grundlegende Erfahrung menschlichen Lebens, die in sehr unterschiedlichen Formen auftritt. Nicht alles, was … Mehr

Die Erfindung des Esstisches aus dem Geist der Eucharistie: „Weil Jesus sich an seinem Tisch als Diener und Herr zugleich hingibt, sind in seinem Reich für alle, die an seinem Leben und Sterben Anteil haben, Würdesitze vorgesehen. Das Essen am gemeinsamen Tisch in Jesu Namen, bei denen die Teilnehmer auf Stühlen sitzen, wird zur Vorwegnahme der eschatologischen Heilsgemeinschaft.“

Die Erfindung des Esstisches aus dem Geist des Abendmahls Jesu Das Abendmahl Jesu stellen wir uns gewöhnlich als Tischmahlzeit vor. … Mehr

Nemesios von Emesa über den Thymos (Zornmut): „Es ist aber auch manchmal so, dass der Zornmut ein Verlangen nach Vergeltung ist; denn wenn wir Unrecht leiden oder meinen, Unrecht zu leiden, werden wir zornmütig, und dann wird die Seelenstimmung eine Mischung aus Begierde und Zornmut. Die Arten des Zornmütigen sind drei: Zorn – auch Galle und Bitterkeit genannt –, anhaltender Grimm und auf Vergeltung lauernder Groll.“

In Sachen politische Pathologie ist der Begriff des Thymos (Zornmut) unverzichtbar (vgl. Fukuyama und Sloterdijk). Nemesios von Emesas Begriffsbestimmung aus … Mehr