Jürgen Roloff über die Hölle in der Bibel: „Allerdings gilt der Hades weniger als Ort denn als die dem Tod zugehörige Machtsphäre. Beim Endgericht wird Christus nicht nur die Toten aus dem Hades befreien, sondern er wird Tod und Hades zusammen vernichten. Die feurige Gehenna (auch »Feuerpfuhl«, »ewiges Feuer«, »Abgrund«) erscheint als Bereich ewiger und endgültiger Gottes- und Heilsferne. Ihr werden im Endgericht alle widergöttlichen Menschen und Mächte überantwortet. Das Neue Testament verzichtet jedoch auf jede spekulative Ausmalung von Hölle und Höllenstrafen.“

Hölle in der Bibel Von Jürgen Roloff Die Bibel spricht zwar vielfach von unterweltlichen Aufenthaltsorten der Toten bzw. endzeitlichen Straforten, … Mehr

Jürgen Henkys zu Jochen Kleppers Lied „Der Tag ist seiner Höhe nah“ (EG 457): „Wie Kleppers trostreiches Abendlied das tiefe Ruheverlangen in einer Zeit zermürbender Schlaflosigkeit entstand, so das Mittagslied in Tagen, in denen ‚der Kampf um die Arbeitszeit … sehr viel aufreibender als die Arbeit selbst‘ war. Einer, der verzweifelt um Stille für sein Werk kämpft, ruft dazu auf, vom eigenen Werk absehend still zu werden, das Werk wie das Mahl als Gabe und also betend zu empfangen.“

Zu Jochen Kleppers Lied „Der Tag ist seiner Höhe nah“ (EG 457) Von Jürgen Henkys Von den 16 „Kyrie“-Liedern (Erstausgabe) … Mehr

Tertullian, Vom bereitwilligen Verlust des Irdischen (De Patientia): „Gelassenheit bei Ver­lusten ist eine gute Vorübung im Schenken und Mitteilen. Wer sich vor einem Verlust nicht fürchtet, ist auch nicht ver­drießlich beim Geben. Wird man, wenn man zwei Röcke hat, dem Nackten einen davon geben wollen, wenn man nicht imstande war, dem, der uns den Mantel nimmt, auch noch den Rock zu geben?“ Werden wir uns mit dem Mam­mon der Ungerechtigkeit Freunde machen, wenn wir ihn so lieben, daß wir seinen Verlust nicht ertragen können? Wir werden mit dem zugrunde gegangenen auch zugrunde gehen. Was können wir hienieden finden, wo wir uns zu verlieren haben?

Vom bereitwilligen Verlust des Irdischen Von Tertullian Daß die Habsucht die Wurzel aller Übel sei, das hat der Heilige Geist … Mehr

Zwischen letzter Freiheit und bleibender Verantwortung – Zur Ethik des Vererbens: „Nicht selten handeln Erblasser in guter Absicht: Sie wollen für ihre Kinder sorgen, unterschiedliche Lebenslagen berücksichtigen oder besondere Bedürftigkeit ausgleichen. Dabei wird jedoch leicht übersehen, dass solche Entscheidungen von den Betroffenen als Bevorzugung oder Benachteiligung wahrgenommen werden können – als ungerechter Gunsterweis, der alte Wunden aufreißt oder neue schlägt.“

Zwischen letzter Freiheit und bleibender Verantwortung – Zur Ethik des Vererbens In der Seelsorge bei Trauerfällen ebenso wie in der … Mehr

Hans Graf Lehndorff, Wohlstand und Trostlosigkeit. Rede auf dem Tag der Heimat 1962: „Ich vermag mir also nicht vorzustellen, wie ein Mensch seine Heimat abschreiben oder als Tauschobjekt hingeben kann. Und ich bin überzeugt, dass, wenn wir dieses täten, es nur als ein neues Zeichen politischer und menschlicher Unzuverlässigkeit des deutschen Volkes angesehen werden würde. Auf der anderen Seite aber will es mir nicht gefallen, wenn wir Heimatvertriebenen mit Ansprüchen und Forderungen auftreten. Wir Deutsche selbst haben dies Land aufs Spiel gesetzt, als wir uns von den Grundsätzen lossagten, nach denen wir erzogen waren, als wir uns einem Manne wie Hitler verschrieben. Es sind nun einmal im Namen Deutschlands Schatten auf die Welt gefallen, die wir nicht so ohne weiteres überspringen können.“

Wohlstand und Trostlosigkeit. Rede auf dem Tag der Heimat 1962 Die unbewältigte Gegenwart zeugt Angst vor der Zukunft Von Hans … Mehr

Erklärung der Kardinäle Cupich, McElroy und Tobin zur US-amerikanischen Außenpolitik: „Als Hirten und Bürger begrüßen wir diese Vision für die Etablierung einer wahrhaft moralischen Außenpolitik für unsere Nation. Wir streben danach, einen wahrhaft gerechten und dauerhaften Frieden aufzubauen, jenen Frieden, den Jesus im Evangelium verkündet hat. Wir lehnen den Krieg als Instrument für engstirnige nationale Interessen ab und erklären, dass militärische Aktionen nur als letztes Mittel in extremen Situationen betrachtet werden dürfen, nicht als normales Instrument der nationalen Politik. Wir streben eine Außenpolitik an, die das Recht auf menschliches Leben, die Religionsfreiheit und die Stärkung der menschlichen Würde weltweit respektiert und voranbringt, insbesondere durch wirtschaftliche Unterstützung.“

19. Januar 2026 Eine moralische Vision der amerikanischen Außenpolitik entwerfen (Charting A Moral Vision of American Foreign Policy) Im Jahr … Mehr

Benjamin Franklins Brief an Joseph Priestley (1780): „Der rasche Fortschritt, den die wahre Wissenschaft nun macht, lässt mich manchmal bedauern, dass ich so früh geboren wurde. Es ist unmöglich sich vorzustellen, auf welche Höhe sich in 1000 Jahren die Macht des Menschen über die Materie steigern mag. Vielleicht lernen wir, großen Massen ihre Schwere zu nehmen und ihnen absolute Leichtigkeit zu verleihen, um den Transport zu erleichtern. Die Landwirtschaft könnte ihre Arbeit verringern und ihren Ertrag verdoppeln. Alle Krankheiten mögen durch sichere Mittel verhindert oder geheilt werden, selbst jene des Alters nicht ausgenommen, und unser Leben nach Belieben verlängert werden, sogar über das vorsintflutliche Maß hinaus.“

Benjamin Franklins Brief an Joseph Priestley Passy, 8. Feb. 1780 Sehr geehrter Herr, Ihr freundlicher Brief vom 27. September ist … Mehr

Klaus Scholder über Otto Dibelius: „Was Dibelius zu sehen glaubte, war eine unaufhaltsame Entwicklung der modernen Staaten hin zum Totalitären. Dies galt ausdrücklich nicht nur für die Entwicklung im Osten, sondern auch im Westen. Es sei eine lebensgefährliche Selbsttäuschung, so schrieb Dibelius, wenn die Christenheit des Abendlandes meine, ‚dass sie den Staat von Römer 13 gepachtet habe, während der Staat von Offenbarung 13‘ – das Tier aus der Tiefe – ’nur in Rußland und einigen russisch beherrschten Ländern existiere. Es muss gesehen werden, dass der Staat über die ganze Welt hin in einer bestimmten Entwicklung begriffen ist, dass diese Entwicklung überall in der gleichen Richtung geht und daß sie die Menschheit mit Untergang und Vernichtung bedroht.’“

Otto Dibelius (1880-1967) Von Klaus Scholder Als Otto Dibelius am 10. April 1966 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin seine Abschiedspredigt … Mehr

Martin Haug, Die Kirche des Neuen Testaments (1932): „Das Recht in der Kirche des Neuen Testaments ist ein wirkliches »Kirchenrecht«, geschaffen von der Gemeinde, in der alle Dinge aus dem Glauben und in der Liebe geschehen, und gültig gemacht durch den befreiten Willen der Gemeinde, die alles dankbar gebraucht, auch das Recht, das ihr hilft, Gott und den Brüdern zu dienen. Dieses Kirchenrecht ist seinem ganzen Wesen nach verschieden von dem staatlichen Recht. Es wird nicht getragen von der Macht des Staates, sondern von dem Geist in der Gemeinde; es ist auch nicht starr, sondern beweg-lich, weil die Liebe nicht nur Altehrwürdiges konserviert und auch nicht uniformiert, sondern darauf achtet, was jetzt und hier dem Aufbau der Gemeinde dient.“

Der spätere württembergische Landesbischof Martin Haug (1895-1983) hatte 1931 eine theologisch beachtenswerte Vortragsreihe zur Kirche des Neuen Testaments gehalten, die … Mehr