Über das Theologe-Sein des Kreuzes (On Being a Theologian of the Cross) Von Gerhard O. Forde Wir befinden uns in … Mehr
Autor: Jochen Teuffel
Martin Luther, Das Magnificat, verdeutscht und ausgelegt (1521): „O ein wie reiner Geist ist das gewesen, der von Gottes Güte, sie zu lieben, zu loben und ihr zu folgen, nicht ablässt in der höchsten Not. Einen solchen Geist erzeigt hier die Mutter Gottes Maria, daß sie, mitten in den großen, überschwänglichen Gütern schwebend, ihnen dennoch nicht verfällt, nicht ihren Nutzen darin sucht, sondern ihren Geist rein behält in Liebe und Lob des bloßen Gutseins Gottes, bereit, willig und gern anzunehmen, wenn Gott sie derselben wieder berauben und einen armen, nackten, Mangel habenden Geist ihr lassen wollte.“
Das Magnificat, verdeutscht und ausgelegt (1521) Von Martin Luther Der Lobgesang der Maria (Lukas 1,46-55) – nach dem ersten Wort … Mehr
Jürgen Moltmann über Theodizee (1983): „Wie kann man nach Auschwitz noch von ‚Gott‘ reden? Wie überhaupt noch vom Menschen? Drei Punkte wurden in der christlichen Diskussion um eine Theologie nach Auschwitz wichtig: (a) Die Frage nach der Rechtfertigung Gottes kann nicht beantwortet werden, aber sie darf auch niemals aufgegeben werden. Die Frage nach Gott lebt fort in einem unstillbaren Hunger nach Gerechtigkeit. (b) Es kann keine Theologie nach Auschwitz geben, die nicht auch die Theologie in Auschwitz aufnimmt: die Gebete der Opfer. Gott selbst war in ihren Gebeten gegenwärtig; als ihr Leidensgefährte hält er Hoffnung aus, wo keine Hoffnung mehr möglich ist. (c) Die Frage der Theodizee bleibt offen – bis zur neuen Schöpfung, in der Gottes Gerechtigkeit wohnt und die Antwort gibt.“
Theodizee Von Jürgen Moltmann 1. Der Begriff (vom Griechischen für „Rechtfertigung Gottes“) geht zurück auf G. W. F. von Leibniz: … Mehr
Ernst Cassirer über das Wiederkehr des Mythus in der Gesellschaftskrise (Vom Mythus des Staates, 1945): „Der Mythus ist nicht wirklich besiegt und unterdrückt worden. Er ist immer da, versteckt im Dunkel und auf seine Stunde und Gelegenheit wartend. Diese Stunde kommt, sobald die anderen bindenden Kräfte im sozialen Leben des Menschen aus dem einen oder anderen Grunde ihre Kraft verlieren und nicht länger imstande sind, die dämonischen mythischen Kräfte zu bekämpfen.“
Über das Wiederkehr des Mythus in der Gesellschaftskrise Von Ernst Cassirer Die mythische Organisation der Gesellschaft scheint von einer vernünftigen … Mehr
Jürgen Moltmann über die Hoffnung (1983): „Wie der Glaube den Menschen an den gekreuzigten Christus bindet, so öffnet die Hoffnung diesen Glauben auf die allumfassende Zukunft des auferstandenen Christus. In der Hoffnung auf das Reich Gottes erfährt der Christ auch den Widerspruch zwischen Auferstehung und Leben und einer Welt des Bösen und des Todes. Glaube, der sich zur Hoffnung öffnet, bringt nicht Frieden, sondern Unruhe. Im Gegensatz zur erlebten Wirklichkeit nimmt die Liebe die Erde an, weil sie auf die neue Schöpfung hofft. So zieht die Hoffnung die Glaubenden hinein in das Leben der Liebe und befreit sie zur Solidarität mit der ganzen leidenden Schöpfung.“
Hoffnung Von Jürgen Moltmann 1. Die europäische Geschichte des Hoffnungsbegriffs ist geprägt von der Spannung zwischen der griechischen Philosophie und … Mehr
Kristlieb Adloff, »Mein ist die Rache, redet Gott«. Zum Umgang mit den biblischen Feindpsalmen: „Was ist das für ein Gott, dem wir uns so, von aller frommen Maskerade entblößt, in rückhaltloser Wahrhaftigkeit zumuten können? Das ist der Punkt, um den es geht, wenn wir uns den befremdlichen »Feindpsalmen« aussetzen. Es geht um Gott selbst, um einen befremdlichen Gott, von dem wir uns kein Bild machen dürfen, und sei es das Bild eines Gottes der Liebe nach menschlichen Maßstäben.“
»Mein ist die Rache, redet Gott«. Zum Umgang mit den biblischen Feindpsalmen Von Kristlieb Adloff »Herr, Gott, des die Rache … Mehr
Leonhard Hutter, Vom Kreuz und den Tröstungen (Compendium locorum theologicorum, 1610): „Zeigt nicht auch die Philosophie gewisse Tröstungen? Sie zeigt zwar gewisse Tröstungen, doch sind sie sehr schwach und können in schwereren Leiden nicht standhalten. Solche sind: 1. Die Notwendigkeit, woraus der oft zitierte Spruch stammt: ‚Ertrage es, beklage es nicht, was du nicht ändern kannst.‘ 2. Die Würde der Tugend, dass man wegen des Schmerzes nichts Unrechtes tue. 3. Ein gutes Gewissen. 4. Beispiele anderer. 5. Hoffnung auf einen guten Ausgang. 6. Der Ruhm eines unvergänglichen Namens – und andere ähnliche.“
Vom Kreuz und den Tröstungen (Compendium locorum theologicorum) Von Leonhard Hutter 1. Aus welchen Gründen lässt Gott es zu, dass … Mehr
Karl Barth, Alle!, Predigt zu Römer 11,32 (1957, Strafanstalt Basel): „Eingeschlossen! Über die nächste Bedeutung dieses Wortes will ich in diesem Haus, in welchem es so viele verschlossene Türen gibt, kein einziges Wort verlieren. Der Mensch kann noch ganz anders und viel schlimmer eingeschlossen sein, als ihr es hier seid. Eingeschlossen vielleicht in ein Leid, das ihn betroffen hat und das nun aus seinem Herzen und Leben nicht mehr weichen will! Eingeschlossen in einen Kummer, Zorn und Haß, den er gefaßt und vielleicht mit Recht gefaßt hat, gegen Menschen, die ihm ein Unrecht, etwas Böses oder Ungeschicktes angetan haben!“
Alle!, Predigt zu Römer 11,32 (1957) Von Karl Barth Gebet vor der Predigt: Herr unser Gott, du willst, daß die … Mehr
Theophil Wurm, Brief an die durch Fliegerangriffe schwer betroffenen Gemeinden in Rheinland und Westfalen (1943): „Wir sind durch die Heilige Schrift Alten und Neuen Testamentes gelehrt, dass alles von Gott kommt und dass kein Haar von unserm Haupte fällt ohne den Willen unseres himmlischen Vaters. Auch wenn Menschen uns Leid zufügen und Tod und Verderben über uns bringen, tun sie es nicht, ohne dass der heilige Gott sie gewähren lässt. Für den, der den Vater Jesu Christi nicht kennt aus der Heiligen Schrift und aus den Führungen seines Lebens, ist dies ein schrecklicher Satz; er wird ihm zur Ursache heftigster Anklagen gegen Gottes Weltregiment. Ein solcher mag fragen: War es nicht eine verdorbene Einbildungskraft, die ein solches Ungeheuer erfand und Gott hieß?“
Brief an die durch Fliegerangriffe schwer betroffenen Gemeinden in Rheinland und Westfalen Von Theophil Wurm Stuttgart, 20. Juni 1943 Liebe … Mehr