Søren Kierkegaard, Der ‚Pfarrer‘ als Spanische Wand (1855): „Aller Scharfsinn des ‚Menschen‘ strebt auf Eines hin: dass er ohne Verantwortung leben könne. Des Pfarrers Bedeutung für die Gesellschaft sollte darin bestehen, dass er alles tut, um jeden Men­schen ewig verantwortlich zu machen für jegliche Stunde, die er lebt, auch für das Geringste, was er sich vornimmt, denn das ist Christentum. Seine tatsächliche Bedeutung für die Gesellschaft aber ist die, dass er die Heuchelei deckt, indem die Gesellschaft die Verantwortung von sich weg dem ‚Pfarrer‘ zuschiebt.“

Der „Pfarrer“ als Spanische Wand (1855) Von Søren Kierkegaard Wie in der Geschäftswelt jemand einen Gesellschafter hat, im Grunde eine … Mehr

Karl Barth, Du bist auch ihr Gott (Abendgebet): „Wir vertrauen darauf, dass du das tun willst und wirst, wie du es bisher getan hast. In der Zuversicht auf dich dürfen wir uns jetzt zur Ruhe begeben und morgen unser Tagwerk neu aufnehmen. In der Zuversicht auf dich denken wir aber auch an alle die Menschen in diesem Quartier, in dieser Stadt, in unserem Land und in allen Ländern. Du bist auch ihr Gott.“

Du bist auch ihr Gott. Abendgebet Herr, unser Hirte!Wir danken dir für dein ewig neues, wahres und kräftiges Wort.Es tut … Mehr

Helmut Schmidt, Abgabe einer Erklärung der Bundesregierung zur aktuellen Situation im Kampf gegen Terrorismus (Oktober 1977): „Zum Schluss, meine Damen und Herren: Wer weiß, dass er so oder so, trotz allen Bemühens, mit Ver­säumnis und Schuld belastet sein wird, wie immer er handelt, der wird von sich selbst nicht sagen wollen, er habe alles getan und alles sei richtig ge­wesen. Er wird nicht versuchen, Schuld und Ver­säumnis den anderen zuzuschieben; denn er weiß: Die anderen stehen vor der gleichen unausweichlichen Verstrickung. Wohl aber wird er sagen dür­fen: Dieses und dieses haben wir entschieden, jenes und jenes haben wir aus diesen oder jenen Gründen unterlassen. Alles dies haben wir zu verantworten. Die Bundesregierung wird noch Gelegenheit neh­men, alle ihre Entscheidungen, ihre Gründe — auch ihre Zweifel — öffentlich darzulegen. Zu dieser Ver­antwortung stehen wir auch in Zukunft. Gott helfe uns!“

Abgabe einer Erklärung der Bundesregierung zur aktuellen Situation im Kampf gegen Terrorismus (Oktober 1977) Von Helmut Schmidt, Bundeskanzler Herr Präsident! … Mehr

Karl Barth, Christus – die Hoffnung für die Welt (Evanston, 1954): „Die Welt, in der auch wir und alle Christen sind, hat Gott in Jesus Christus von Ewigkeit her geliebt. Zur Welt hat Gott in Ihm gesprochen. Die Sünde, die Schuld, die Not und den Tod der Welt hat Gott in Ihm auf sich genommen, damit sie von dem allen frei werde. Das Heil und das Leben der Welt hat Gott in Seiner Aufer­stehung offenbar gemacht für alle, die an Ihn glauben. Als Richter der Welt wird Er Gottes letzte Offenbarung vor aller Augen und Ohren und so das Ziel aller Seiner Wege sein. Ihre Hoffnung der Welt zu bezeugen, ist der Sinn der Existenz der christlichen Gemeinde aller Zeiten und Länder.“

Christus – die Hoffnung für die Welt (Evanston, 1954) Von Karl Barth1 Das ist es, was wir als die Vertreter … Mehr

Karl Barth, Verheißung und Verantwortung der christlichen Gemeinde im heutigen Zeitgeschehen (1944): „Die christ­liche Gemeinde ist von Jesus dazu gehalten, getröstet und ermutigt, damit sie sein Zeuge sei. Und eben dazu hat sie auch die Verheißung, dass sie sehen darf und kann. Ihr Sehen kann kein müßiges Gaffen sein. Was sie sieht, geht sie selbst an. Indem sie sieht, ist etwas Bestimmtes von ihr gewollt und verlangt. Sie darf nämlich sehen, weil sie etwas sagen soll: etwas, was außerhalb der christlichen Gemeinde so nicht gesagt werden kann.“

Verheißung und Verantwortung der christlichen Gemeinde im heutigen Zeitgeschehen Von Karl Barth Die christliche Gemeinde, die im heutigen Zeitgeschehen eine … Mehr

Helmut Schmidt, Regierungserklärung zur Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Dr. Hanns-Martin Schleyer durch Terroristen (September 1977): „Wir werden entschlossen den inneren Frieden und die politische Stabilität der Bundesrepublik be­wahren. Wir brauchen dazu in diesen Tagen viel an innerer, selbstauferlegter Disziplin, sogar Gelas­senheit. Ich weiß, dass dies für viele schwer ist. Für mich selbst ist es auch schwer. Aber diese Selbstbe­herrschung ist ein notwendiger Ausdruck unserer Gesinnung und unserer Verantwortung.“

Regierungserklärung zur Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Dr. Hanns-Martin Schleyer durch Terroristen (1977) Von Helmut Schmidt, Bundeskanzler Herr Präsident! Meine Damen und … Mehr

Klaus Bajohr-Mau über Christoph Blumhardt (1842-1919): „Blumhardt ermahnte seine Hörerschaft, nicht dem Hass zu ver­fallen. Er forderte sie auf, sich bewusst zu machen, dass Gott der Gott aller Menschen sei, und erinnerte: »Wir sind nicht bloß Deutsche, wir sind auch Weltbürger; wir sind berufen zu Königen und Priestern in der Welt. Wir sollen beten können auch für unsere Feinde, wir sollen lieben können die ganze Menschheit, weil sie für Gott bestimmt ist in Jesus Christus«.“

Christoph Blumhardt Geb. 1. 6. 1842 in Möttlingen bei Calw; gest. 2. 8. 1919 in Jebenhausen bei Göppingen Von Klaus … Mehr

Martin Luther, Ein Sermon von dem Sakrament der Buße (1519): „Das dritte ist der Glaube, der fest annimmt, dass die Freisprechung und die Worte des Priesters wahr sind in der Kraft der Worte Christi: ‚Was du löst, soll los sein …‘ An dem Glauben aber ist alles gelegen. Der allein macht, dass die Sakramente bewirken, was sie bedeuten, und alles wahr wird, was der Priester sagt; denn wie du glaubst, so geschieht dir. Ohne solchen Glauben sind alle Freisprechungen, alle Sakramente zwecklos, ja scha­den mehr als daß sie nützen.“

Ein Sermon von dem Sakrament der Buße (1519) Von Martin Luther 1. Im Bußsakrament sind zwei Arten Vergebung enthalten: Ver­gebung … Mehr