Isidor von Sevillia über die Geschichte (historia) als Erzählung geschehener Dinge (narratio rei gestae) in seinen Etymologiae: „Ebenso ist zu unterscheiden zwischen Geschichte, fiktive Erzählung (argumentum) und Fabel. Geschichten enthalten die wahren Dinge, die geschehen sind; fiktive Erzählungen enthalten Dinge, die zwar nicht geschehen sind, aber doch geschehen könnten; Fabeln aber enthalten Dinge, die weder geschehen sind noch geschehen könnten, weil sie gegen die Natur sind.“

Über die Geschichte (Etymologiae) Von Isidor von Sevilla Das antike Verständnis der Geschichtsschreibung in Abgrenzung von Fiktion und Fabel ist … Mehr

Maxim Gorki, Vom Land der Gerechten (Nachtasyl): „Sag mir doch gefälligst, wo liegt das Land der Gerechten, und wie kann man dahin gelangen? Da schlägt nun der Gelehrte gleich seine Bücher auf und breitet seine Plane aus… und guckt – und guckt, aber das Land der Gerechten findet er nirgends! Alles ist sonst richtig, alle Länder sind aufgezeichnet – nur das Land der Gerechten nicht! Der Mensch – will ihm nicht glauben… Es muß drauf sein, sagt er… such nur genauer!“

Vom Land der Gerechten Von Maxim Gorki In Maxim Gorkis »Nachtasyl« erzählt der Pilger Luka im 3. Akt folgende Geschichte: … Mehr

Oto Mádr, Wo finde ich die Gewissheit für mein Leben? (1992): „Der Glaubende ist nicht allein, denn der durch Christus erkannte Gott bietet ihm etwas Überwältigendes: die Beziehung zwischen Vater und Kind. Wenn du zu Hause die Geborgenheit der Liebe erfahren hast, hast du eine Vorstellung, die dir die Größe des göttlichen Angebots näherbringt. Wenn nicht, dann hilft dir das unerfüllte Verlangen, dich dieser Beziehung zuzuwenden. Und sollte dir ein unruhiges Gewissen dabei im Weg stehen, erinnere dich an den verlorenen Sohn – das bist doch du, das sind wir alle, denen sich im Evangelium die Arme des Vaters geöffnet haben.“

LIEBER HONZA, dein Brief enthält eine Menge verschiedener Fragen und Themen, aber mir scheint, dass alles aus einer einzigen Frage … Mehr

Stewart W. Hermans Gespräch mit Bischof Hans Meiser vom Oktober 1945: „Der Bischof stellt klar, dass es für die Kirche wichtiger denn je ist, ihrem bestürzten Volk beizustehen und der Regierung als loyale Institution die Gefühle des Volkes zu vermitteln, die einen Einfluss auf die zivile Verwaltung haben könnten. Deshalb ist die Kirche nicht nur daran interessiert, ihre eigenen Geistlichen zu schützen, deren Verliebtheit in den Hitlerismus wirklich geheilt ist, sondern auch gute Kirchenleute, deren Existenz jetzt durch den Verlust von Stellung und Gehalt bedroht ist.“

Stewart Winfield Herman, Jr. (1909-2006), US-amerikanischer lutherischer Pastor im Dienst des Office of Strategic Services (OSS) über sein Gespräch vom … Mehr

Johannes Hamel, Predigt über Offenbarung 13 (1958): „Jetzt kommt es heraus: Das Tier oder Jesus von Nazareth, ‚Ich oder Er, der Verfluchte und Gekreuzigte, Ohnmächtige und Macht­lose, der all das nicht fertigbringt und bringen will! Er hat alles beim Alten gelassen, aber siehe, Ich mache alles neu!‘ Und die Heiligen werden in diesem Krieg überwunden und müssen zu Boden! Nun muss die Kirche ins Grab mit all ihren Domen und ihren Kirchensteuern, Staatszuschüssen, ihrer Arbeit der Inneren und Äußeren Mission. Es wird vorbei sein mit ihren Privilegien und Sonderrechten, ja sie wird überhaupt keinen Rechtsboden mehr unter den Füßen haben, sie wird ausgetilgt, so wie einst die Evangelische Kirche in Frankreich unter Ludwig XIV. liquidiert wurde.“

Predigt über Offenbarung 13 (1958) Von Johannes Hamel Und ich. sah ein Tier aus dem Meer steigen das hatte zehn … Mehr

Theodor W. Adorno, Fortschritt (1964): „Die Fetischisierung des Fortschritts bekräftigt dessen Partikularität, seine Begrenztheit auf Techniken. Würde wahrhaft der Fortschritt des Ganzen mächtig, dessen Begriff die Male seiner Gewalttätigkeit trägt, so wäre er nicht länger totalitär. Er ist keine abschlußhafte Kategorie. Er will dem Triumph des radikal Bösen in die Parade fahren, nicht an sich selber triumphieren. Denkbar ein Zustand, in dem die Kategorie ihren Sinn verliert, und der doch nicht jener der universalen Regression ist, die heute mit dem Fortschritt sich verbündet. Dann verwandelte sich der Fortschritt in den Widerstand gegen die immerwährende Gefahr des Rückfalls.“

Fortschritt Von Theodor W. Adorno Theoretische Rechenschaft über die Kategorie des Fortschritts verlangt, diese so nahe zu betrachten, daß sie … Mehr

Karl Barth, „Der christliche Glaube ist die Betätigung des Gehorsams gegen Jesus als den Messias Israels.“ Antwort auf eine Bekanntmachung der Deutschen Evangelischen Kirche (April 1939): „Die rechte Unterscheidung und Beziehung zwischen Politik und Weltanschauung auf der einen und dem christlichen Glauben auf der anderen Seite dienen dem Lebendigwerden des wahren Verständnisses des christlichen Glaubens, indem sie das Zeugnis bestätigen, dass nicht der Kirche, aber dem Herrn Jesus Christus nicht nur einige sondern alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden: auch über Politik und Weltanschauung.“

„Der christliche Glaube ist die Betätigung des Gehorsams gegen Jesus als den Messias Israels.“ Antwort auf eine Bekanntmachung der Deutschen … Mehr

Jan Twardowski, Über die Kirchenmusik: „Herr Jesus, magst Du etwa, wenn sie Dich mit Orgelklängen quälen? / Du hast bestimmt genug von Bach / Vielleicht möchtest Du lieber hören / wie in der Bibel ein hebräischer Buchstabe auf seinen schwarzen Beinen knarrt / wie die Beichtkinder dem Gewissen persönlich ins Ohr tuscheln / die größer werdende Aureole über einem Heiligen wehtut / flüchtige Blicke weinen –“

Über die Kirchenmusik Herr Jesus, magst Du etwa, wenn sie Dich mit Orgelklängen quälen?Du hast bestimmt genug von BachVielleicht möchtest … Mehr

Franz Overbeck, Geschichtschreibung und Theologie (Christentum und Kultur): „Ist das Christentum noch jung genug, um die Prüfungen, die ihm der Besitz einer Theologie auferlegt, zu ertragen? Ist das Christentum noch jung genug, um eine Theologie zu erzeugen? Was bedeutet im Grund die unbegreiflicher Weise gerade bei modernen Theologen so akzentuierte historische Auffassung des Christentums? Gerade sie, ihrer eigenen Einbildung zum Trotz, sperren sich beharrlich gegen dessen historische Auffassung. Der ganze Gedanke, die Frage der ewigen Fortdauer des Christentums historisch zu stellen, ist ein besonders beredter Zug im hippokratischen Gesicht des modernen Christentums, — ein Zeugnis, daß seine Theologen in Wahrheit nicht dessen Vertreter, sondern dessen Totengräber sind.“

Geschichtschreibung und Theologie (Christentum und Kultur) Von Franz Overbeck Die selbstgewählte Blindheit der Geschichtsschreibung, welche sich von jeder Verpflichtung zur … Mehr