Karl Jaspers über das Tragische: „Erst ein Glaube, der ein anderes als das immanente Sein kennt, erlöst vom Tragischen. So ist es bei Dante, bei Calderon. Das tragische Wissen, die tragischen Situa­tionen, das tragische Heldentum, alles ist radikal verwandelt, weil es durch die Darstellung aufgenommen ist in den Sinn der Vorsehung und in die Gnade, die von diesem ganzen un­geheuren Nichtigsein und Sichselbstzerstören der Welt erlöst.“

Über das Tragische Von Karl Jaspers Schuld Das Tragische wird sich verständlich als Folge der Schuld und als die Schuld … Mehr

Karl Barth, Vom Oberlicht der Geschichte. Auslegung zu Römer 4,17b (Der Römerbrief, 1922): „Nie ist die Geschichte, nie die geschichtliche Persönlichkeit des Menschen ganz ohne dieses ungeschichtliche Oberlicht: ‚vor Gott, an den er glaubte‘. In diesem Oberlicht verliert sich die Vereinzelung des Einzelnen, die Vergangenheit des Gewesenen, die Entlegenheit des Fernen, die Getrenntheit des Besonderen, die Zufälligkeit des Persönlichen. In diesem Oberlicht erscheint die Gleichzeitigkeit, die einheitliche Wichtigkeit und Würde alles Geschehens.“

Jüngst hat Sabine Rückert in der Sonderausgabe der ZEIT „Die 100 besten Bücher“ die Lutherbibel besprochen und sie abschließend mit … Mehr

Martin Buber, Im Anfang (1924): „Es kommt nicht darauf an, ein ‚Ideal‘ zu verkün­den und seine Erfüllung zu fordern, zu verfechten und abzuwarten, sondern darauf, an jedem Morgen mit der Verwirklichung des Rechten neu zu be­ginnen, ohne zu wissen, wie weit man heute kommt, wissend, dass es am nächsten Tag erneuten Anfang gilt — und dass in diesem All-Tag verborgen unser Vollenden und unsere Vollendung ruht.“

Im Anfang (1924) Von Martin Buber Die ersten Worte der Schrift „Im Anfang schuf Gott“ haben unsere Weisen so gedeutet: … Mehr

Peter Gross über die Erledigung der Ewigkeit in der Multioptionsgesellschaft: „Der Tod löst nur noch Feindseligkeit aus, gleichgültig, wie und wo er stattfindet. Er wird aus dem Gesichtskreis verbannt. Seine Verdrängung zeigt zwar, daß man ihm nicht teilnahmslos gegen­übersteht, aber man weiß nicht, was man mit ihm anfangen soll. Er irritiert, weil er sinnlos ist. Am liebsten ist einem, wenn jemand stirbt wie ein Tier, sich absondernd oder klinisch sauber im Spitalbett, von wo der direkte Weg via Kühlhaus ins Grab oder Krema­torium erfolgt. Kämpfen, schreien, sich wehren gegen den Tod – das ist schwer zu ertragen, nicht der Tod!“

Erledigung der Ewigkeit (Die Multioptionsgesellschaft) Von Peter Gross Der Tod als zerlumpter, abstoßender Knochenmann, als mähen­der Schnitter, diese angstmachende Figur … Mehr

Karl Barth, How my mind has changed (Wie sich meine Ansichten geändert haben, 1960): „Im Blick auf meine Basler Tätigkeit wäre noch zu erwähnen, daß, wenn ich gelegentlich predige, das hiesige Gefängnis in diesen Jahren mein bevorzugter Ort geworden ist. Es dürfte wohl nur wenige Theologieprofessoren geben, deren Predigthörer man nur werden kann, wenn man sich zuvor einer gröblichen Übertretung der bürgerlichen Rechtsordnung schuldig gemacht hat.“

How my mind has changed Von Karl Barth Zum dritten Male[1] — diesmal im Rückblick auf die Jahre seit 1948 … Mehr

Walter Brueggemann über Daniel 12,1-3 und die Praxis der Hoffnung: „Die Ver­zweiflung unter den Wohlhabenden ist vielleicht noch tiefgreifender, weil viele der Wohlha­benden ebenfalls glauben, dass das System ihren tiefsten Bedürfnissen und tiefsten Sehnsüch­ten nicht gerecht wird. In einem solchen Kontext ist es die gemeinsame Aufgabe von Juden und Christen, sich der Gewalt der Verzweiflung zu entziehen, um einen Gott zur Sprache zu bringen, der eine radikale Zukunft heraufbeschwört, wenn auch durch Vertreter, aber nur als Gottes eigenes Geschenk.

Über Daniel 12,1-3 und die Praxis der Hoffnung Von Walter Brueggemann Daniel 12,1-3 ist einer von zwei Texten im Alten … Mehr

Alois Hahn über Beichte und Selbsterkenntnis: „Es ist für die Geschichte des christlichen Abendlandes, für die Entstehung des hier geltenden Menschenbildes und die vorherrschenden Ty­pen des Selbstbewußtseins von großer Bedeutung gewesen, dass Selbstthematisierung als allgemein verbindliche Aufgabe im Zu­sammenhang von Schuldbekenntnissen institutionalisiert worden ist. Sie ist in diesem Kontext angeleitet von Sündenkatalogen, die die Beobachtung des eigenen Verhaltens und des Innenlebens ausrichten und im Dienst gesteigerter Selbstkontrolle stehen.“

Da wissen wir um die Problematiken einer Beichtpflicht. Und doch kann man den Einfluss einer durch das IV. Laterankonzil (1215) … Mehr