Hans W. Frei, „Erzählung“ in christlicher und moderner Lesart (“Narrative” in Christian and Modern Reading, 1990): „Sobald der religiöse Gebrauch auch Glaubensaussagen einschließt, die auf diesen Erzählungen beruhen, beginnen Theorien der zwingenderen Art wieder, zu Recht oder zu Unrecht, nach Anerkennung zu schreien. Werden die Erzählungen wörtlich oder in anderer Weise verwendet, wenn der heilige Text, in dem sie enthalten sind, als „Wort Gottes“ bezeichnet wird? Wenn es im Glaubensbekenntnis heißt, dass Jesus gekreuzigt, gestorben und begraben wurde, dass er in die Hölle hinabgestiegen und am dritten Tag von den Toten auferstanden ist? Wenn gesagt wird, dass Glaubensbekenntnisse nur liturgische und andächtige Funktion haben?“

„Erzählung“ in christlicher und moderner Lesart („Narrative“ in Christian and Modern Reading) Von Hans W. Frei I. Allgemeiner Hintergrund Die … Mehr

Hans Joachim Iwand, Von Bildung, Einbildung und Unbildung. Ein Wort zum sogenannten Boykott der Königsberger Theologischen Fakultät (1936): „Wir lesen die Schrift, um das Wort zu hören, nicht um es uns hörig zu machen. Wir lesen sie und werden davon ergriffen, aber wir können es nicht ergreifen. Wir sind auf dem Wege, aber wir sind noch nicht am Ziel. Denn durch die ganze Heilige Schrift geht eine Bewegung. Es ist eine Richtung in ihr, die nach vorn weist. Es geht vom Gesetz zum Evangelium, von den unfruchtbaren Werken des Gesetzes zu den Früchten des Geistes, vom alten zum neuen Bund, von den steinernen Tafeln zu den lebendigen Herzen.“

Am 15. November 1936 erschien im ostpreußischen Mitteilungsblatt der Deutschen Christen ein Artikel von Hans Michael Müller (1901-89), seit 1934 … Mehr

Jakob Holzwart über die Erstürmung des Schlosses Münsterhausen am 13. Mai 1525 durch das „Rote Fähnlein“ (Rustica seditio totius fere Germaniae): „Während sie umherstreiften, um zu plündern, wollte ein Bauer etwas Pulver mitnehmen, von dem dort eine große Menge vorhanden war. Plötzlich brachte er einen Zunder herbei, und das ganze Pulver entzündete sich und explodierte, sodass das ganze Schloss erschüttert wurde. Zuerst wurde der Bauer aus Kirchhaslach erstickt, dann breitete sich Rauch und Feuer über das ganze Schloss aus. Die Bauern, die durch diesen plötzlichen Vorfall erschreckt waren, suchten nach einem Ausweg und füllten so schnell wie möglich die Leitern. Aufgrund der Enge kletterten einige über die Köpfe der anderen, andere sprangen aus den Fenstern. Einige, aber nicht viele, die zu langsam waren, wurden zusammen mit dem Schloss verbrannt.“

In Nikolaus Thomans Weißenhorner Historie ist der Eroberung des Schlosses Münsterhausen (zwischen Burtenbach und Thannhausen, Lkr. Günzburg) ein Absatz gewidmet: … Mehr

Neues Testament und Rassenfrage. Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen (September 1933): „Nach dem Neuen Testament ist die christliche Kirche eine Kirche aus ‚Juden und Heiden‘, die sich sichtbar in einer Gemeinde zusammen finden. Nach dem Neuen Testament sind für die Zugehörigkeit zu dieser Gemeinde allein der Glaube und die Taufe maßgebend; es können aber Juden und Heiden in gleicher Weise zum Glauben kommen und getauft werden. Nach dem Neuen Testament sind zu kirchlichen Amtsträgern Juden und Heiden in grundsätzlich gleicher Weise geeignet. Sie werden zu einem kirchlichen Amt allein nach dem Maßstab ihres Glaubens, ihres Wandels und ihrer persönlichen Eignung von der Kirche und nur von ihr berufen.“

Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen (September 1933) Neues Testament und Rassenfrage. Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen … Mehr

Friedrich Mildenberger, Das Recht des Predigtamtes nach der Confessio Augustana (1980): „Der Auftrag zum Predigtamt ist mit der Sendung der Apostel durch Christus gegeben. Im Namen Christi, nicht im Namen der Gemeinde, wird das Amt geführt. Aber die Gemeinde hat das Recht darauf, dass bei ihr dieses Predigtamt auch wirklich im Namen Christi und in seinem Sinn geführt wird.“

Das Recht des Predigtamtes nach der Confessio Augustana Von Friedrich Mildenberger Wir haben als lutherische Kirche im Jahr 1980 keinen … Mehr

Aus dem Kirchlichen Jahrbuch 1969: Der „Fall Rothschuh“: „Nach einem Gespräch mit theologischen Mitgliedern des Stuttgarter Oberkirchenrats, über das der Ehemann Rothschuh in einem Anschlag am Schwarzen Brett der evang.-theol. Fachschaft in Tübingen berichtete, teilte der Oberkirchenrat mit Unterschrift des Landesbischofs Frau Rothschuh mit, dass bei aller Anerkennung der ‚Offenheit und Redlichkeit …, mit der Sie mitgeteilt haben, welche Rolle Sie heute im Kirchendienst übernehmen könnten‘, das Gespräch mit den Oberkir­chenräten ergebe, ‚dass Sie leider an Vorentscheidungen gebunden sind, die es uns leider unmöglich machen, Sie zum Dienst der Verkündigung zu verpflichten.’“

Aus dem Kirchlichen Jahrbuch 1969: Der „Fall Rothschuh“[1] Von Gottfried Niemeier Zu Beginn des Jahres erregte der „Fall Rothschuh“ weit … Mehr

Friedrich Wilhelm Hopf, Wer war Hermann Sasse?: „Im August 1949 wanderte er mit seiner Familie nach Australien aus, wohin ihn die dortige Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche an ihr Theologisches Seminar in North Adelaide berufen hatte. Hinter dem Abschied von Erlangen stand Sasses Protest gegen den Anschluß der Evangelisch-Lutherischen Kiche in Bayern an die von ihm als unionistisch abgelehnte „Evangelische Kirche in Deutschland“ (1948). Von Australien aus hat er vor allem durch seine „Briefe an lutherische Pastoren“ wie auch durch eine umfangreiche Korrespondenz das kirchliche Gesche­hen in Deutschland bis zu seinem Heimgang am 9. August 1976 mit innerster Teilnahme begleitet.“

Wer war Hermann Sasse? Von Friedrich Wilhelm Hopf Im Frühjahr des Revolutionsjahres 1933 wurde er Professor an der Universität Erlangen, … Mehr