Hermann Schreiber, Nichts anstelle vom lieben Gott. Über Gustav Heinemann als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten (1969): „Die Frage, ob er diesen Staat denn nicht liebe, macht ihn beinah böse: »Ach was, ich liebe keine Staaten, ich liebe meine Frau; fertig!« Aber nicht einmal seine Frau vermag zu sagen, ob ihn die Aussicht, der erste Repräsentant eben dieses Staates zu werden, nun beschwere oder ob sie ihn verlocke. So wenig hat diese Aussicht ihn verändert, dass Hilda Heinemann einmal, als ein fremder Interviewer den Gatten nach dessen Ambition auf das höchste Staatsamt fragte, in den spontanen Ruf ausbrach: »Ja, sag mal, Gustav, wie ist es denn nun eigentlich?«“

Vor 125 Jahren, am 23. Juli 1899, wurde Gustav Heinemann in Schwelm an der Ruhr geboren. Hier Hermann Schreibers Porträt … Mehr

Gustav Heinemanns eschatologisches Schlusswort zu seinem Abschied als Bundespräsident: „,Meine Herren! Entweder die Welt geht jetzt noch nicht unter und unser Herr kommt noch nicht – dann ist kein Grund vorhanden, die Sitzung abzubrechen. Oder unser Herr kommt jetzt – dann soll er uns bei der Arbeit finden. Die Sitzung geht weiter!‘“

Eschatologisches Schlusswort zum Abschied als Bundespräsident Von Gustav W. Heinemann Folgende Geschichte hatte Gustav Heinemann zu seinem Abschied als Bundespräsident … Mehr

Diether Koch über Gustav W. Heinemann: „Heinemanns Tätigkeit in der Bekennenden Kirche wuchs Mitte der 30er Jahre an Umfang. Als Mitglied des Bruderrats der Bekennenden Kirche der Rheinprovinz beriet er die Bekennende Kirche und einzelne Mitglieder in Rechtsfragen. 1937 übernahm er die Leitung des Christli­chen Vereins Junger Männer in Essen und bewahrte den Verein vor drohender Auflösung. Ein geheimer kirchlicher Nach­richtendienst wurde im Keller des Hauses Heinemann vervielfäl­tigt. Vom gehei­men Prozess gegen Martin Niemöller übermittelte Heinemann heimlich Nach­richten durch seinen Studienfreund Ernst Lemmer in die ausländische Presse und half damit der Weltöffentlichkeit zur Wachsamkeit. Seiner kirchlichen Tätigkeit räumte er neben seiner beruflichen gleichen Rang ein. Als ihm 1936 angeboten wurde, Vorstandsmitglied im Rhei­nisch-Westfälischen Kohlensyndikat zu wer­den, machte er zur Bedingung, seine kirchliche Tätigkeit weiterführen zu dürfen; daraufhin zog der Aufsichtsrat sein Angebot zurück.“

Gustav W. Heinemann Von Diether Koch I. Von vielen anderen Gestalten der deutschen Kirchengeschichte unterscheidet sich Gustav Heinemann in zweierlei … Mehr