„Die Sitzung geht weiter“ – Gustav Heinemanns eschatologisches Schlusswort als Bundespräsident

Bahnhof Köln, Abschied Bundespräsident Heinemann
Abschied von Gustav Heinemann als Bundespräsident mit Frau Hilda am Kölner Bahnhof am 1. Juli 1974

Folgende Geschichte hatte Gustav Heinemann zu seinem Abschied als Bundespräsident 1974 zum Besten gegeben hat:

In der Mitte des vorigen Jahrhunderts tagte in einem Staat des nordamerikanischen Mittelwestens das Parlament dieses Staates. Ein fürchterliches Unwetter, wie es in jener Gegend vorkommt, zog herauf und verdunkelte den Himmel. Es wurde schwarz wie die Nacht, und der Weltuntergang schien nahe. Die Parlamentarier wollten voll Schrecken die Sitzung abbrechen und aus dem Sitzungssaal stürmen. Der Sprecher des Parlaments rief ihnen zu: ,Meine Herren! Entweder die Welt geht jetzt noch nicht unter und unser Herr kommt noch nicht – dann ist kein Grund vorhanden, die Sitzung abzubrechen. Oder unser Herr kommt jetzt – dann soll er uns bei der Arbeit finden. Die Sitzung geht weiter!‘

Quelle: Gustav W. Heinemann, Allen Bürgern verpflichtet. Reden und Schriften I, Frankfurt/M. 1975, 339f.

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