Predigt über Matthäus 4, 1-11 (1935) Von Pfarrer Gerhard Jacobi, Berlin. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, … Mehr
Schlagwort: Bekennende Kirche
Wilhelm Flor, Kirchenrecht (1937): „Das Recht der Kirche ist von anderer Art als das des Staates. Das staatliche Recht ist dazu bestimmt, das gesamte Staatsleben zu regeln, das Kirchenrecht ist, weil die Ordnung der Kirche bereits grundlegend durch das Bekenntnis bestimmt und daran gebunden ist, nicht so umfassend. Die Ausgabe des Kirchenrechts ist, die Wortverkündigung und die Verwaltung der Sakramente in Gemäßheit der Heiligen Schrift und der Bekenntnisschriften zu ermöglichen und sicherzustellen. Auch die die äußeren Dinge betreffenden Rechtsnormen haben letzten Endes dieses Ziel. Dass äußere und innere Angelegenheiten der Kirche überhaupt nicht völlig voneinander getrennt werden können, ist in dem 1933 entbrannten Kirchenstreit besonders deutlich geworden.“
Kirchenrecht (1937) Von Wilhelm Flor Wilhelm Flor (1883-1938) war der maßgebliche Jurist der Bekennenden Kirche im Kirchenkampf. Kirchenrecht ist die … Mehr
Hans Joachim Iwand, Um die Einheit und Reinheit der Bekennenden Kirche (1936): „Es gibt eine Gottlosigkeit der Heiden, sie hat etwas Erbarmungswürdiges an sich, denn sie kennen ja nicht den Herren der Herrlichkeit — aber es gibt auch, und nur allzu oft und nur allzu nahe, eine Gottlosigkeit derer, die einmal mit dem Evangelium erleuchtet sind und das heilsame Wort Gottes geschmeckt haben — der Herr unser Gott wolle uns allesamt davor bewahren, dass wir dahin abstürzen und andere dahin mitreissen. Gibt es denn niemanden mehr, der diese Furcht versteht? Der uns von daher versteht? Sind wir einander so ferne gerückt, dass wir uns nicht mehr verstehen können in der Furcht Gottes? Aus der Furcht vor Gott haben wir bekennen müssen vor den Menschen, aus der Furcht vor Gott dürfen wir heute von dem, was wir bekannt haben, nicht weichen.“
Um die Einheit und Reinheit der Bekennenden Kirche Wort des Vorbereitenden Ausschusses des Reichsbruderrats, verfasst von H. J. Iwand, Berlin, … Mehr
Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche Barmen 1934. Vorträge und Entschließungen, herausgegeben von Karl Immer: „Auf die Tagung, die vom 29. bis 31. Mai 1934 in Barmen stattfand, sehen die Teilnehmer mit tiefem Dank zurück, weil wir alle die gute Hand Gottes an der Arbeit sahen, des Gottes, der Wunder tut und der als der Gott der Anfänge einen neuen Anfang seiner Kirche schenkte. Der Ruf: ‚Zurück zum Anfang‘, der seit mehr als zehn Jahren ernst und mahnend unserer evangelischen Kirche den Weg zu ihrer Erneuerung zeigte, beherrschte die reichen, schweren Tage und Abende in Barmen. Zurück zur Reformation, zu den Reformatoren selbst, und damit zurück zum Wort, diese Forderung soll die Arbeit, zu der uns diese Synode verpflichtet, bestimmen.“
„Im übrigen sorgte der Barmer Pastor Karl Immer, der schon die organisatorische Vorbereitung der Synode übernommen hatte, nun auch für … Mehr
Wilhelm Freiherr von Pechmanns Begründung seines Kirchenaustritts im Schreiben an Reichsbischof Müller (1934): „Nun habe ich zwar oft und oft protestiert: gegen die Vergewaltigung der Kirche, gegen ihren Mangel an Widerstandskraft, auch gegen ihr Schweigen zu viel Unrecht und zu all’ dem Jammer und Herzeleid, das man, aus einem Extrem ins andere fallend, in ungezählte ’nichtarische‘ Herzen und Häuser, christliche und jüdische, getragen hat. Aber ich habe bisher nur in Wort und Schrift protestiert, und immer ganz vergeblich. Es ist Zeit, einen Schritt weiterzugehen, d. h. durch den Austritt aus einer Kirche zu protestieren, die aufhört, Kirche zu sein, wenn sie nicht ablässt, die auch von Ihnen wieder proklamierte ‚Einheit zwischen Nationalsozialismus und Kirche‘ zu einem integrierenden Bestandteil ihres Wesens, zur Richtschnur ihrer Verwaltung zu machen; wenn sie nicht ablässt, sich einem Totalitätsanspruch zu unterwerfen, in dem ich schon an sich, vollends aber in seiner Anwendung auf Glauben und Kirche, nichts anderes zu erkennen vermag als einen Rückfall in vor- und widerchristlichen Absolutismus.“
Begleitbrief zur Kirchenaustrittserklärung an Reichsbischof Müller Von Wilhelm Freiherr von Pechmann AN DEN REICHSBISCHOF München, Ostermontag, 2. April 1934 Hochwürdigster … Mehr
Helmut Gollwitzer, Predigt über Jesaja 9,1-6 (Weihnachten 1938): „Das Kind antwortet: ‚Eure Herren brauchen eure Kraft. Darum saugen sie euch auch aus, und je kräftiger sie sich darstellen, desto schwächer werden die Knechte. In meiner Armseligkeit seht ihr, dass ich eure Kraft nicht brauche. Euer Gott ist nur in den Starken mächtig; aber mein Gott ist in den Schwachen mächtig, – und das sollt ihr jetzt sehen!‘ Wir sind erschrocken: ‚Es tritt keiner ungestraft an unsere Stelle! Siehst du nicht, wie unsere Ohnmacht mächtiger ist als Gottes Macht?‘ ‚Darum wird dies auch nun so gehen, dass ich jetzt schon zum Tod verurteilt bin und das Kreuz hinter der Krippe aufgerichtet steht. Ihr werdet mich bestaunen und bewundern und dann bekämpfen, und schließlich mich ganz zugrunde richten mit eurer Ratlosigkeit und eurer eigenen Kraft und mich totschlagen.‘“
Predigt über Jesaja 9,1-6 (Weihnachten 1938) Von Helmut Gollwitzer Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht; und … Mehr
Hanns Liljes schwülstige Kriegstheologie „Der Weg der Kirche Jesu Christi im Kriege“ (1939): „Wenn je, dann ist heute eine Stunde großer Verantwortung für unsere Kirche da. Lasst uns in aller Treue darum ringen, diese Aufgabe, die uns bis zum letzten Blutstropfen heute erfüllen kann, um unseres Volkes, um des Führers und seiner Räte, um des Heeres zu Wasser, zu Lande und in der Luft willen mit Vollmacht und Kraft zu tun. ‚Sei getrost, spricht der Herr, und lass uns stark sein für unser Volk und für die Städte unseres Gottes. Der Herr aber tue, was ihm gefällt!'“
Nicht erst mit der 1941 veröffentlichten Schrift „Der Krieg als geistige Leistung“ hatte Hanns Lilje (1899-1977), der spätere Landesbischof der … Mehr
Hans Graf von Lehndorff, Neuanfang des Glaubens im Insterburger Männerkreis der Bekennenden Kirche in Ostpreußen (1941/42): „Wie konnte es geschehen, dass ich 31 Jahre alt werden und in dies schäbige Gemeindehaus kommen musste, um zu erfahren, dass es noch etwas anderes gab als meine kleine Existenz, nämlich eine Welt, die nach allen Seiten offensteht, in der man leben und atmen kann und die eine Fülle von Entdeckungen für mich bereithält? Ich saß vornübergebeugt, vergaß meine Umgebung und staunte nur über das, was aus diesem Menschen zu mir sprach. Zu mir ganz allein – denn wer sonst unter den Anwesenden hätte seine Worte so verstehen können, wie ich sie verstand? Ich holte immer wieder tief Luft und wusste, dass die enge Wand, die mich umgab, an einer Stelle durchstoßen worden war.“
Neuanfang des Glaubens im Insterburger Männerkreis der Bekennenden Kirche in Ostpreußen (1941/42) Von Hans Graf von Lehndorff Wenn man mich … Mehr
Hans Joachim Iwand, Brief an Fritz Kessel, DC-Bischof der Provinz Ostpreußen mit Sitz in Königsberg (1934): „Dass heute ein Geschlecht von jungen Theologen heranwächst, die wieder ‚aus Glauben reden‘ und darum vielleicht denen, die aus der Kirche von ehedem kommen, unbequem sind, ist meine Zuversicht und Gewissheit. Wer wider sie steht, wird nicht auf immer widerstehen können.“
Brief an Fritz Kessel, DC-Bischof der Provinz Ostpreußen mit Sitz in Königsberg (1934) Von Hans Joachim Iwand Königsberg, den 8. … Mehr