John Meyendorff, Christus als Erlöser in der Ostkirche (1985): „‚Der Sohn Gottes hat im Fleisch gelitten‘. Dies impliziert, dass die Erlösung keineswegs eine metaphysische ‚Verschmelzung‘ war, sondern eine Tragödie der Liebe, einschließlich der Übernahme des Kreuzes durch Gott selbst. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass Golgatha nicht einfach der Preis ist, der allein eine verletzte göttliche Gerechtigkeit wiedergutmacht, sondern nur der Endpunkt der Identifikation Gottes mit der gefallenen Menschheit, auf die die Auferstehung folgt und die Teil der gesamten Heilsökonomie oder des Heilsplans ist.“

Christus als Erlöser in der Ostkirche Von John Meyendorff Allen drei synoptischen Evangelien zufolge stellte Jesus auf dem Weg nach…

Bericht über den Bauernkrieg um das Kloster Wettenhausen: „Am Montag nach dem ‚Weißen Sonntag‘ (6. März) trafen die Bauern erneut zusammen. Sie versammelten alle benachbarten Dorfbewohner, wählten Anführer und Räte und gründeten eine Bruderschaft. Jedes Haus musste zwei Gulden beitragen. Sie luden auch benachbarte Herren ein, ihrer Bruderschaft beizutreten, aber keiner folgte dem Ruf. Daraufhin ordneten sie an, dass fortan alle Pfarrer ausschließlich das Evangelium predigen sollten – andernfalls würden sie abgesetzt oder bestraft.“

Bericht über den Bauernkrieg um das Kloster Wettenhausen 1. Notiz von Christoph Franck, Regular-Kanoniker von Wettenhausen und Vikar der Pfarrei…

Johannes Harder über Nicolaj Berdjájev (1874-1948): „Berdjájev behält Hoffnung in seiner Erwartung einer religiösen Wie­dergeburt, einer Offenbarung des Heiligen Geistes, die eine neue Gesell­schaftsordnung und eine universelle Kultur jenseits des Dualismus zwischen Religion und Leben bringen wird. Der kommende Äon einer Gottmenschheit wird den Akzent von Gott auf den Menschen übergehen sehen.“

Nicolaj Berdjájev Von Johannes Harder Nicolaj Aleksandrovic Berdjájev, geboren am 6. (19.) März 1874 im Gouverne­ment Kiew. Offiziersadel. Nach Besuch…

Johannes Rehm, Rolle rückwärts? (FS Hanns Kerner): „Die Dienste, Werke und Einrichtungen waren im 20. Jahrhundert als Ausdruck der Öffnung von Kirche in die säkulare Welt der Moderne etabliert worden, die nun möglicherweise zurückgenommen zu werden droht – raus aus der säkularen Welt und hinein in eine gesellschaftliche Nische, die keine größere öffentliche Beachtung mehr erfährt. Die Meinungen über die künftige Bedeutung von kirchlichen Diensten, Werken und Einrichtungen scheinen mir weit auseinander zu gehen: Sind sie reif zum Ab-, Aus- oder Umbau?“

Rolle rückwärts? Kirchliche Dienste, Werke und Einrichtungen reif zum Ab-, Aus- oder Umbau Von Johannes Rehm Transformation ist zu einem…

Kocku von Stuckrad über Dämonen: „Die Aufwertung der Dämonen als göttliche Gegenspieler zieht sich als roter Fa­den durch die gesamte Geschichte der europäischen Christentümer. Auf kollektiver Ebene behindern Dämonen die endzeitliche Erneuerung der Welt, auf individueller Ebene sabotieren sie (durch ‚Einflüsterungen‘ oder ‚Verfüh­rung‘) das gottgewollte gute Leben des Einzelnen. Die Kontrolle der Dämonen wird vor diesem Hintergrund zu einem wichtigen Element christlichen Lebens­welten.“

Dämonen Von Kocku von Stuckrad Der Begriff „Dämon“ hat eine lange und wechselvolle Geschichte, die bis in die griech. Antike…

‚Wüstgläubig‘ als schwäbischsprachiger Ehrentitel für Evangelische: „‚Wiaschtgläubige‘ wurden evangelische Christen abfälligerweise in katholischen Gebieten Südwestdeutschlands, wie zum Beispiel Oberschwaben, bis weit ins letzte Jahrhundert hinein bezeichnet. Man kann als Christ dieser Bezeichnung etwas Positives abgewinnen: Wer in der Wüste bzw. in Wüstenzeiten seinen Christus-Glauben bewährt, wird zur göttlichen Lebensoase finden.“

‚Wüstgläubig‘ als schwäbischsprachiger Ehrentitel für Evangelische „Wüstgläubig“ bzw. „Wiaschtgläubige“ wurden evangelische Christen abfälligerweise in katholischen Gebieten Südwestdeutschlands, wie zum Beispiel…

Jürgen Moltmann, Der «gekreuzigte Gott». Neuzeitliche Gottesfrage und trinitarische Gottesgeschichte (1972): „Man kann Psalm 22 im Munde des sterbenden Jesus also so verstehen: «Mein Gott, warum hast Du Dich verlassen?» Diese Verlassenheit am Kreuz muss also strikt als ein Geschehen zwischen Jesus und seinem Gott verstanden werden. Das Kreuz ist in dieser Hinsicht ein Geschehen zwi­schen Gott und Gott.“

Der «gekreuzigte Gott». Neuzeitliche Gottesfrage und trinitarische Gottesgeschichte Von Jürgen Moltmann Der Streit um die Existenz Gottes und die Funk­tion…

Alfons Deissler, Der Mensch — ein „Wort-Wesen“ (Wie wir als Christen die Psalmen beten): „Der Mensch ist mehr als ein ‚Vernunft-Wesen‘, er ist ein ‚Wort-Wesen‘. Denken ist ‚Sprechen im Herzen, bzw. zu seinem Herzen‘, Meditieren ist ‚murmeln‘ bzw. ‚in sich hineinsprechen‘. Im inneren und äußeren Wort wird der Mensch erst voll Mensch. Im Reden erschließt er sich sowohl dem ‚Du‘ und ‚Wir‘ der Mitmenschen wie dem dieses ‚Du‘ ermöglichenden und alle ‚Du-heit‘ umfassenden ‚DU‘ Gottes. Dabei liegt eine Wechselbeziehung von Person und Wort vor: die Person ‚macht‘ nicht nur das Wort, das Wort wirkt auch entfaltend auf die Person zurück.

Der Mensch — ein „Wort-Wesen“ Von Alfons Deissler Der Mensch ist mehr als ein „Vernunft-Wesen“, er ist ein „Wort-Wesen“. Denken…

Paul Schempp, Beileidsbrief zum Soldatentod von zwei Söhnen der Familie K. in Iptingen (1946): „Ich komme bis heute nicht los von der Scham und Empörung darüber, dass wir, die wir das Unheil schon lange hatten kommen sehen, nicht Leib und Leben daran gewagt haben, es zu verhindern und nicht mitschuldig zu werden am Verbluten unserer Jugend. Aber es ist nun geschehen, und was man Opfer für Freiheit und Ehre hieß, ist nun ein Denkmal schreck­licher Verführung, und wir sehen vor uns nur Armut an Leib und Seele.“

Beileidsbrief zum Soldatentod von zwei Söhnen der Familie K. in Iptingen Kirchheim, den 23. Januar 1946 Liebe Familie K.! Vor…