IN MEMORIAM OF SHERMAIN LAI On 6 March, LTS received the news that Ms. Shermain Lai had died of cancer.…
J. Neville Ward über Jean-Pierre de Caussade S. J. (1675–1751): „Welche Lebenslage uns auch immer gegenwärtig betrifft, sie ist in dem Sinne als Gottes Wille zu verstehen, dass Gott ihr faktisches Bestehen zulässt und sie zum Kontext unseres gegenwärtigen Dienstes an ihm macht. Weil Gott in jeder Situation gegenwärtig ist – sei es klar oder verborgen –, erscheint sein Wille in dem, was er uns zu tun, zu tragen oder zu genießen aufträgt. De Caussade sprach vom gegenwärtigen Augenblick als einem ‚Schleier Gottes‘, der, im Licht des Glaubens betrachtet, zugleich eine ‚Enthüllung Gottes‘ ist. Er prägte dafür den Ausdruck ‚Sakrament des gegenwärtigen Augenblicks‘ und erläuterte das christliche Leben als ein aktives und passives Mitwirken mit Gott – Moment für Moment. Die von ihm empfohlene Gebetsweise ist ein einfaches Warten auf Gott, ein achtsames Erkennen seiner Gegenwart und ein williges Mitwirken an seinem Willen.“
Jean-Pierre de Caussade Von J. Neville Ward Jean-Pierre de Caussade (1675–1751) trat 1693 in das Noviziat der Jesuiten in Toulouse…
Verantwortung D. Martin Luthers auf das Büchlein wider die räuberischen und mörderischen Bauern, getan am Pfingsttage im Jahre 1525: „Mir als einem Prediger gebührt nicht, mit dem Schwert zu fechten und das Unrecht zu strafen, sondern das Wort zu treiben und zu führen, welches mein Schwert ist. Was ich denn bisher getan, habe sie allenthalben vermahnt, ihren Untertanen Billigkeit zu erzeigen. Tun sie es aber nicht und handeln mit ihnen unbillig und unrecht, gedenke daran, dass sie ihren Herrn und Richter haben werden. Diese Barmherzigkeit ist man ihnen schuldig, wie ich denn auch getan habe und noch stets tue, daß man sie zuerst ermahne und freundlich unterweise, sie möchten von ihrem bösen Vornehmen abstehen, sie auch bedrohe und ihnen (die Gefahr für) ihre Seligkeit eröffne und endlich Gott fleißig für sie bitte, wie wir getan haben.“
Verantwortung D. Martin Luthers auf das Büchlein wider die räuberischen und mörderischen Bauern, getan am Pfingsttage im Jahre 1525[1] Es…
Jan Twardowski über sich selbst und seine Gedichte (2000): „Das religiöse Gedicht kann als zu schwach erscheinen, zu sehr übertönt. Aber es gibt dennoch einen Leser – einen, der Hoffnung, Wahrheit, Authentizität sucht und sich nicht von dem leiten lässt, was gerade Mode ist. In einer Welt des Unglaubens versuche ich vom Glauben zu sprechen, in einer Welt ohne Hoffnung – von Hoffnung, in einer Welt ohne Liebe – von Liebe. Gedichte bewahren das, was mit Füßen getreten wird. In einer Zeit der Computer und Technik zeigen sie sich als etwas Menschliches, Herzliches, das nicht von Hass, Zorn und Streit vergiftet ist. Sie bringen Ordnung und Harmonie. Sie desinfizieren die heutige Wirklichkeit.“
Jan Twardowski (1915-2006) über sich selbst und seine Gedichte (2000) Ich stelle mir manchmal drei Fragen: Warum schreibe ich? Für…
Peter Blickle, Twelve Articles: „The revolutionary explosiveness of the Twelve Articles and the entire Peasants’ War lay in the change of legitimization from the ‚old law‘ and ‚tradition‘ to the ‚gospel‘ and the so-called divine law. The gospel became the legal norm and appropriately repudiated older legal norms: although it was customary that peasants could not hunt, this custom was not in accordance with ‚God’s word‘; to be sure, labor should be measured as was customary earlier, but only insofar as this was in agreement with ‚God’s word‘.“ although the death tax was customary, it was “against God.”
Twelve Articles By Peter Blickle The Twelve Articles first appeared as a pamphlet under the title Dye Grundtlichen vnd rechten…
Hans Graf von Lehndorff aus seinem Ostpreußischen Tagebuch über Pfingsten 1945 im sowjetischen NKWD-Internierungslager Rothenstein (Königsberg): „Im Keller der Ruhrabteilung hat die Stationsschwester — keine gelernte Krankenpflegerin, aber ein Mensch von großer Kraft und Herzenswärme — einen kleinen Tisch mit zwei Kerzen zurechtgemacht und ein Kruzifix aufgestellt. Riesig fällt mein Schatten in den Raum. Ins Dunkel hinein fällt das Sprechen nicht schwer, und das Evangelium vom reichen Mann und dem armen Lazarus gibt die Worte von selbst. Denn viele von denen, die jetzt sterbend auf den Brettern liegen, waren früher wohlhabende Leute.“
Pfingsten 1945 im sowjetischen NKWD-Internierungslager Rothenstein (Königsberg) Von Hans Graf von Lehndorff Was sind uns alles für Kranke und Sterbende…
Edward Kessler, Schmerz (Pain): „Vielleicht ist dein Schmerz wie ein Gedicht, / ein Mysterium, das durch Deutung lebendig bleibt, / aber niemals gelöst werden kann wie ein Puzzle. Ganz sicher / nicht von Ärzten mit der Nase im Empirischen – / als hätte Hiob bloß / ein Schmerzmittel und einen guten Hautarzt gebraucht. / An manchen Tagen wünschst du dir, dein Schmerz / würde sich auf einen Zeh oder Finger zurückziehen, / irgendein entbehrliches Körperteil, / statt durch das ganze Universum zu wandern / und sich mit klangvollen Namen wie ‚Angst‘ zu schmücken.“
Schmerz (Pain) Von Edward Kessler Weder Stoiker noch christlicher Heiliger,scheinst du kaum geeignet für den Schmerz.Und da du offensichtlich kein…
Reinhold Schneiders Sonett ‚Gloria‘ (1945): „Gelobt sei Gott! Sein heiliger Name schalle / Aus allen Grüften dieser Zeit! Ihn preist / Der Abgrund, der von düstern Kronen gleißt, / Der Mächtige schmetternd zu verwirrtem Falle“
Gloria Gelobt sei Gott! Sein heiliger Name schalleAus allen Grüften dieser Zeit! Ihn preistDer Abgrund, der von düstern Kronen gleißt,Der…
Jan Twardowski, Lerne, dich zu wundern (Naucz się dziwić): „Und denk – wie seltsam ist es doch, / dass Gott sich auf Kinderjahre eingelassen hat, / eine Mutter, einen Esel, Bethlehem // so viele Geheimnisse, Dogmen, / Judas, Märtyrerinnen, Blumen, / und immer neue Bekehrungen – // dass man, ohne ein einziges Gebet zu sprechen, / einfach an Ihn glauben kann / aus lauter, großer Verwunderung“
Lerne, dich zu wundern (Naucz się dziwić) Lerne, dich in der Kirche zu wundern,dass die heiligste Hostie so klein ist,dass…