Paul Althaus, Kirche und Volkstum (1927) und die Ambivalenz seiner Volkstumstheologie: „Jedes Volk — auch das unsere, findet in der Geschichte, die dem Reiche Gottes entgegengeht, seinen Lebenssinn, seine gott­gegebene Stelle und darum unendliche Verantwortung, Verant­wortung auch dafür, das eigene Leben stark, frei, rein zu halten für den Dienst am Reiche Gottes. Die Völker bekommen verschiedene Sendung von dem Herrn der Geschichte. Unserem Volke ist durch seine Geschichte von Gott gezeigt, daß er ihm Besonderes anvertraut hat.“

Kirche und Volkstum (1927)[1] Von Paul Althaus 1. „Kirche und Volkstum“ — einer Versammlung des deutschen evan­gelischen Kirchentages im deutschen…

Vaterländische Kundgebung des Königsberger Kirchentages 1927 und die Volktumstheologie: „Wir sind Deutsche und wollen Deutsche sein. Unser Volkstum ist uns von Gott gegeben. Es hochzuhalten ist Pflicht, zwiefache Pflicht in einer Lage wie der gegenwärtigen. Ein Weltbürgertum, dem das eigene Volk gleichgültig ist, lehnen wir ab. Man will Christentum und Deutschtum einander entfremden, ja auseinanderreißen. Das bedeutet eine tödliche Gefahr für unser Volk. Die Kirche kann dazu nicht schweigen. Sie ruft zum Kampf und zum Einsatz aller Kraft für die immer völligere Durchdringung des Volkslebens mit dem Geiste des Evangeliums. Wir müssen bleiben, was wir waren, ein Volk, das feine tiefsten Lebenskräfte aus dem Evangelium schöpft. Solche Arbeit an der Seele unseres Volkes muß geschehen gerade auch im Blick auf die innerlich uns entfremdeten Volksgenossen. Wir können und wollen sie nicht lassen.“

Vaterländische Kundgebung des Königsberger Kirchentages 1927 Im Juni 1927 fand im ostpreußischen Königsberg der zweite offizielle Deutsche Evangelische Kirchentag statt.…

Robert W. Jenson über den Dekalog (1991): „Dass der HERR eine identifizierbare Geschichte hat, ist unter den Göttern eine radikale Besonderheit – und ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal dafür, welchen Gott Israel und die Kirche anbeten. Die gewöhnlichen Ewigkeiten – und somit die gewöhnlichen Götter – transzendieren die Zeit, indem sie sie auslöschen, indem sie garantieren, dass das, was in der Zeit geschieht, keine endgültige Bedeutung hat. Der HERR aber identifiziert sich selbst durch Ereignisse unserer zeitlichen Geschichte: ‚Ich bin der, der Israel aus Ägypten befreit hat. Ich bin der, der Jesus von den Toten auferweckt hat.‘ Seine Ewigkeit ist nicht Unberührbarkeit gegenüber Möglichkeit und Herausforderung, sondern vielmehr triumphierendes Leben selbst.“

Der Dekalog Von Robert W. Jenson I. Ein Katechismus ist ein Handbuch zur Unterweisung von Katechumenen, also von jenen, die…

Kornelis Heiko Miskotte, Flucht aus Babel (Vlucht uit Babel, 1956): „Tragisch wird es erst, wenn auch die Kirche in derselben Sprachzersetzung ihr Leben fristen müsste. Wenn sie keine Synthese zwischen Tradition und Innovation fände, zwischen der stets wirksamen Gleichnisrede und dem kreativen Bild. Wenn auch dort keine Jahrhunderte überspannende, Völker verbindende, die Philosophien überragende Einheit und Einfachheit der Sprache gefunden würde.“

Flucht aus Babel (Vlucht uit Babel, 1956) Von Kornelis Heiko Miskotte Ganz ruhig sprechen wir es aus: Wir verstehen einander…

Richard Lischer, Altar oder Tisch (1982): „Der Tisch, von dem wir Brot und Wein empfangen, ist nur möglich, weil es einst – für alle Völker – einen Altar gab, auf dem Gottes Sohn geopfert wurde. Frühe Christen, denen vorgeworfen wurde, keinen Opferort zu haben, antworteten: ‚Wir haben einen Altar‘ (Hebr. 13,10) – und meinten damit das gesamte Selbstopfer Christi. John Mason Neales Übersetzung eines alten eucharistischen Hymnus stellt die Verbindung zwischen Altar und Tisch vielleicht deutlicher dar, als moderne Christen es ertragen können: ‚Des Lammes hohes Mahl wir sehn, / In schneeweißen Königsgewändern stehn; / Das Rote Meer durchschritten gar, / Singen wir Christus, unserm König, hurra. / Auf des Kreuzes Altar / Erlöst sein Leib, was verloren war; / Und koste ich seines roten Bluts, / Mein Leben in Gott ist meines Mutes.'“

Altar oder Tisch Von Richard Lischer Er war das Wort, das es sprach,Er nahm das Brot und brach es;Und was…

Friedrich Gogarten, Zwischen den Zeiten (Christliche Welt, 1920): „Hüten wir uns in dieser Stunde vor nichts so sehr, wie davor, zu überlegen, was wir nun tun sollen. Wir stehen in ihr nicht vor unserer Weisheit, sondern wir stehen vor Gott. Diese Stunde ist nicht unsere Stunde. Wir haben jetzt keine Zeit. Wir stehen zwischen den Zeiten.“

Zwischen den Zeiten Von Friedrich Gogarten 1. Das ist das Schicksal unserer Generation, daß wir zwischen den Zeiten stehen. Wir…

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Martin Luther zur Zukunft der Kirche in seiner Auslegung zu Psalm 90,1 (1534/35): „Die Kirche, das Volk Gottes, besteht von der ersten Stunde bis zur letzten, auch wenn sie manchmal äußerst schwach ist – wie zur Zeit des Elija, der die Kirche aus den Augen verloren hatte und sprach: ‚Deine Propheten?‘ – Den Gottesdienst sehe ich verwüstet, die Ordnung zerstört, das Volk – das heißt: die Propheten – getötet. Damals war die Kirche verborgen und sehr zerstreut (abscondita Ecclesia et valde dispersa), sodass sie mit menschlichen Augen überhaupt nicht sichtbar war, sondern nur in den Augen Gottes, der sprach: ‚Ich habe mir übriggelassen …‘ usw.“

Zur Zukunft der Kirche. Auslegung zu Psalm 90,1 (1534/35) Von Martin Luther Herr, du bist unsre Zuflucht von Generation zu…