Verena Pfenninger-Stadler, Darf die Frau, auch die verheiratete, das volle Pfarramt fordern? (1931): „Wir wollen zuerst einmal ein Recht, nämlich das Recht, unsere Arbeit frei, vom Zentrum, von der Sache des Evangeliums her, zu gestalten, und nicht entsprechend der Vorstellung, die irgend ein Pfarrer von weib­licher Eigenart und weiblichem Dienen hat! Diese Art weiblicher Besonderung können wir eben nicht anerkennen, aber eben diese ist es, welche bewusst oder unbewusst stets den kon­kreten Hintergrund jener Theorien bildet. Wir aber meinen, daß nur, wenn uns erst einmal die volle Freiheit, unsere Arbeit zu gestalten, gegeben ist, sich vielleicht einmal, wenn auch nur in strengster Unterordnung unter die Sache des Evangeliums, dessen Verkündigung gewisse Formen des Amtes einfach fordert, etwas von der Besonderheit weiblicher Art geltend machen kann.“

Darf die Frau, auch die verheiratete, das volle Pfarramt fordern? Von Verena [Pfenninger-]Stadler Als verheiratete, berufstätige Theologin möge es mir…

John Swinton in Sachen Disability Theology: „Behinderung ist nicht nur ein Zustand, sondern auch eine Beziehung. Sie kann sowohl Ort der Gottesebenbildlichkeit sein als auch Kontext echter Kämpfe. Ich glaube, es ist möglich, die Güte behinderten Lebens zu ehren, ohne die Zerbrechlichkeit zu leugnen, die es oft mit sich bringt. Um dies zu tun, müssen wir bei der Schöpfung selbst beginnen. Die entscheidende Frage lautet nicht einfach, ob Behinderung gut oder schlecht ist, sondern welche Art von Welt Gott geschaffen hat – und was es bedeutet, darin zugehörig zu sein.erung weder ignoriert noch heroisiert wird, sondern als Teil der vielfältigen Ökologie von Gottes guter Schöpfung angenommen wird.“

Es war „gut“, nicht perfekt Die Sprache der Schöpfung kann unsere Sicht auf Menschen mit Behinderungen in der Kirche verändern.…

Martin Luther, Einige tröstliche Ermahnungen bezüglich des heiligen göttlichen Wortes (1530): „Wenn uns wegen des Wortes Gottes Beschwerden, Trübsal und Verfolgung widerfahren, wie das heilige Kreuz es mit sich bringt, so sollen uns die nachfolgenden Gründe mit Gottes Hilfe tröstlich stimmen und uns ermutigen, in solchen Fällen getrost, mutig und mit gutem Herzen zu sein und die Sache Gottes gnädigem und väterlichem Willen zu überlassen und heimzustellen. Denn so sagt der heilige Paulus: ‚Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.'“

Einige tröstliche Ermahnungen bezüglich des heiligen göttlichen Wortes. D. Martin Luther 1530 Wenn uns wegen des Wortes Gottes Beschwerden, Trübsal…

Karl Barth, Die evangelische Kirche in Deutschland nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches (1945): „Dass einige deutsche Professoren — darunter leider mindestens zwei Theologieprofessoren — bis auf diesen Tag an Hitler festhalten, daß «in des Waldes finstern Gründen und in Höhlen tief versteckt» einige Werwölflein und andere Unverbesserliche immer noch über Plänen zur Erneuerung seines Reiches brüten, dass das Ende dieser Sache sich, wie es scheint, besonders unter den Kriegsgefangenen noch nicht überall durchgesprochen zu haben scheint, dass der Vergleich zwischen der Bitterkeit von jetzt und der von einst bei manchen unmutigen deut­schen Beurteilern gelegentlich zugunsten des «einst» ausfal­len mag — das Alles sind keine ernsten Beweise dagegen, dass das Dritte Reich heute wirklich zusammengebrochen ist: äußerlich nicht nur, sondern auch innerlich.“

Die evangelische Kirche in Deutschland nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches (1945) Von Karl Barth Das Dritte Reich des Nationalsozialismus…

Verena Pfenninger-Stadler, Meine Arbeit als Theologin unter den Protestanten des Oberwallis (1933): „Für den Christen gibt es keine allgemeinen Theorien über sein Tun, also auch keine allgemeine Theorie darüber, ob eine verheiratete Frau imstande ist, beides, Beruf und Ehe, zu vereinen. Es gibt immer nur den Gehorsam gegen Gott in jedem Augenblick der Gegenwart. Kein Mensch kann ihm abnehmen, darüber zu entscheiden, was Gott gerade von ihm fordert. So kann ich zum Schluss weder alle andern Frauen auffordern, dasselbe zu tun, wie ich, noch auch solchen, die es tun wollen, davon abraten, um der großen Last der Arbeit willen, die sie sich damit aufladen. Ich kann nur bezeugen, dass ich mich in beides, in meinen Beruf sowohl wie in meine Ehe, gewiesen sah, und dass mir darum nichts anderes übrig blieb, als im Glauben diesen Weg zu gehen. Ich kann nur bezeugen, dass ich auch heute noch meine, diesen Weg im Glauben weitergehen zu müssen.“

Verena Pfenninger-Stadler studierte Theologie unter anderem in Marburg bei Rudolf Bultmann und in Münster bei Karl Barth und absolvierte ein…

Hans Ehrenberg, „Ihr seid teuer erkauft.“ Geleitwort zu Karl Barths Tambacher Rede (1919): „Unter den Schweizer Vorträgen in Tambach machte den stärksten Eindruck die Rede von Karl Barth: Christ in der Gesellschaft; und alle, Gleichdenkende wie Gesinnungsgegner, hatten den einen Wunsch, die ge­sprochenen Worte auch im Buche zu besitzen. Da konnte ich nun Karl Barch um seine Rede bitten für unseren Patmoskreis. Und er gab sie mir, denn zwischen uns hatte in Tambach ein Etwas gesprochen, das nicht lügt. Und ich darf auch annehmen, dass es ihm von großem Werte ist, vor die deutsche Öffentlichkeit in einem Kreise von Gesinnungsfreunden zu erscheinen; denn die Schweizer empfinden ja doch das ganze Land ihrer Sprache als ihre Mutter Erde.“

„Ihr seid teuer erkauft.“ Geleitwort zu Karl Barths Tambacher Rede Von Hans Ehrenberg Ihr seid teuer erkauft.1. Korinther 6,20. Wir…

Greti Caprez-Roffler, Zur Theologinnenfrage (1931): „Über meinen Zivilstand und die Möglichkeit, ihn mit dem Theologinnenberuf zu verbinden, haben sich nun schon eine Menge Leute den Kopf zerbrochen. Zwei Fragen standen vor allem zur Diskussion: 1. Die Möglichkeit, den Aufgabenkreis einer Familienmutter mit dem einer Theologin zu verbinden. Ich weiß nicht, aber das Faktum an sich, dass verheiratete Frauen einen Beruf ausüben, dürfte es wohl nicht sein, das Anstoß erregt, denn die Schweiz allein zählt 210,000 berufstätige verheiratete Frauen, und ich habe noch nie einen Zeitungsartikel gelesen, der sich gegen die Arbeit der Bäcker-, Metzger-, Ladenfrauen oder Landwirtinnen ausgesprochen hätte, trotzdem hier sicher die soziale Fürsorge ein weites Arbeitsfeld hätte und es für ihre Pflicht erachten sollte, den viel geplagten arbeitenden Frauen zu mehr Zeit, Energie und Frohmut für ihre Familien zu verhelfen. Die Verbindung von Ehe und Beruf an sich kann es also kaum sein, was so Anstoß gibt. Es muss die Verbindung dieser einen speziellen Berufsart mit der Ehe sein, deren Möglichkeit fraglich erscheint.“

Zur Theologinnenfrage (Antwort an E. Z.) Von Greti Caprez-Roffler Ich habe es schon am Artikel, der in Nr. 46 des…

Elie Wiesel, Eine Betrachtung über die Hoffnung (2003): „Hoffnung hat ihre eigene Architektur, ihre geheimnisvolle Bahn. Die ganze Idee der Erlösung wurzelt im Prinzip der Erwartung, des Wartens. Was ist Messianismus, wenn nicht Hoffnung, die ihren glühenden Höhepunkt erreicht? Hoffnung hat viele Facetten und erfüllt viele Bedürfnisse. Es gibt die Hoffnung der Gerechten und die der Bösen: Die erste ist inklusiv, die zweite nicht. Der Gerechte teilt seine Hoffnung mit anderen, der Böse glaubt nur an seine eigene.“

Eine Betrachtung über die Hoffnung (A Meditation on Hope) Von Elie Wiesel Dieser Vortrag soll ein Appell für die Hoffnung…