Werner Schmauch über die Kirche für die Welt. Zehn Thesen zur Bergpredigt (1957): „Im Gehorsam gegenüber diesem Ruf werden Menschen aus der selbstherrlichen Existenz befreit zur Proexistenz für den Anderen, für Erde und Welt. Diese Existenz ist kein Status, sondern als konkrete Annahme des Evangeliums eschatologisches Ereignis. Auch die Jüngergemeinde existiert nur im Vollzug dieses Gehorsams, in der Proexistenz, in der Überwindung der Welt durch Hingabe an sie.“

Kirche für die Welt. Zehn Thesen zur Bergpredigt Von Werner Schmauch 1. Die Bergpredigt ist nicht ethisches Gesetz unter einer…

Hans W. Frei, Die „wörtliche Lesung“ der biblischen Erzählung in der christlichen Tradition: Dehnt sie sich oder bricht sie? (The „Literal Reading“ of Biblical Narrative in the Christian Tradition. Does it Stretch or Will it Break?): „Wie sieht es mit der Zukunft der ‚wörtlichen Lesung‘ aus? Je weniger sie in der Theorie verstrickt ist und je fester sie nicht in einer narrativen (literarischen) Tradition, sondern in ihrem primären und ursprünglichen Kontext verwurzelt ist, d. h. in der ‚Regel‘ einer religiösen Gemeinschaft für eine getreue Lektüre, desto deutlicher wird sie wahrscheinlich in Erscheinung treten und desto stärker, aber auch flexibler und geschmeidiger wird sie wahrscheinlich sein.“

Hans Frei (1922-1988) ist als Theologe in Deutschland weitgehend unbekannt, obwohl er in den USA äußerst einflussreich gewesen ist. Hier…

Julius Schniewind über das Vaterunser (Matthäus 6,7-15 – NTD): „In der Anfechtung wird unser Glaube, unser Vertrauen auf Gott, angefochten; es geht also um eine innere Not. Und die Versuchung, wo immer von ihr gesprochen wird, beruht auf Gefahren oder Verlockungen, die von außen kommen. Nun befremdet in unserer Vaterunser-Bitte, dass zu Gott selbst gebetet wird, er möge uns nicht in Versuchung hineinführen. Wir stehen vor einem in sich unlöslichen Widerspruch unseres menschlichen Denkens. Es gibt keine Beziehung zu Gott, die nicht ‚Gehorsam‘ hieße und darum auch Erprobung forderte: es muss erprobt und versucht sein, ob wir Gott folgen oder nicht. Diese bloße Tatsache aber ist in sich unbegreiflich. Sie streitet logisch mit dem Gedanken der Allmacht und Allwirksamkeit.“

Das Vaterunser (Matthäus 6,7-15; vgl. Lk. 11,1-4) Von Julius Schniewind 7 Wenn ihr aber betet, so sollt ihr nicht plappern…

Albrecht Grözinger, Fallstricke des Erinnerns. Vom Wegschauen und Hinsehen: „Für mich gehört dazu (nicht aus dem unmittelbaren Kontext der Shoah), das neu gestaltete Denkmal für Erwin Rommel in Heidenheim. Seit 2002 steht vor dem Denkmal an Rommel ein kriegsversehrter Mensch und wirft gleichsam seinen Schatten auf das ursprüngliche Denkmal. Das ist ein Denkmal, das mich zum ‚Hinsehen‘ animiert.“

Fallstricke des Erinnerns: Vom Wegschauen und Hinsehen Von Albrecht Grözinger I. Der Tod Martin Walser hat sowohl in der Printpresse…

Kornelis Heiko Miskotte, Das öffentliche Gebet (Het openbaar gebed, 1968): „Ich denke, dass jemand, der nicht im Amt ist, sich kaum vorstellen kann, welche Qual, welche Beklommenheit es mit sich bringt, in der Gemeinde ein Gebet zu sprechen, für alle, im Namen aller. Du kannst es nicht, du fürchtest es so sehr, du kennst die Worte nicht, die Verlangen und Hingabe, Bedürfnis und Zweifel ausdrücken.“

Das öffentliche Gebet (Het openbaar gebed) Von Kornelis Heiko Miskotte Wunderbares Wort! Letzte Erinnerung vielleicht an einen theokratischen Gedanken, zumindest…

Norbert Elias über den Gebrauch der Gabel beim Essen (Über den Prozess der Zivilisation): „Warum ist es ‚barbarisch‘ und ‚unzivilisiert‘ Speisen vom eigenen Teller mit der Hand zum Munde zu führen? Weil es ein peinliches Gefühl ist, sich die Finger schmutzig zu machen oder wenigstens mit schmutzigen und fettigen Fingern in Ge­sellschaft gesehen zu werden. Mit Krankheitsgefahren, mit den sogenannten ‚rationalen Gründen‘ hat die Ausschaltung des Essens mit den Händen vom eigenen Teller recht wenig zu tun. Hier, in der Beobachtung unse­rer Empfindung gegenüber dem Gabelritual, zeigt sich mit ganz be­sonderer Deutlichkeit: Die primäre Instanz für unsere Entscheidung zwischen ‚zivilisiertem‘ und ‚unzivilisiertem‘ Verhalten bei Tisch ist unser Peinlichkeitsgefühl. Die Gabel ist nichts anderes als die Inkarna­tion eines bestimmten Affekt- und Peinlichkeitsstandards.“

Über den Gebrauch der Gabel beim Essen Von Norbert Elias Wozu dient eigentlich die Gabel? Sie dient dazu, die zerkleinerten…

Eugene A. Nida über die Übersetzungsmöglichkeiten von „Gott“ in anderen Sprachen: „Es gibt im allgemeinen vier Lösungsversu­che: 1. ein Gattungsbegriff, den man durch ein Beiwort exklusiv bestimmen kann; 2. ein Name, der eine bestimmte Gottheit in der einheimischen religiösen Tradition bezeichnet; 3. ein beschrei­bender Ausdruck, der eine Eigenschaft oder Tä­tigkeit Gottes bezeichnet, z. B. ‚der Schöpfer‘ oder ‚der große Vater‘, oder 4. die Verwendung des Wortes aus einer vorherrschenden Sprache in dem Bereich.“

Gott Von Eugene A. Nida Die Übersetzung dieses Wortes ist eine der schwierigsten Aufgaben bei der Bibelüberset­zung. Es gibt im…