Gerhard von Rads, Die große Versuchung 1. Mose 22,1-19 (ATD): „Dass der Gott, der sich Israel geoffenbart hat, ganz frei ist in seinem Geben wie in seinem Nehmen, und daß ihn niemand fragen darf „was tust du“, — das liegt zweifellos auch unserer Erzählung zugrunde. Aber man muss sich hüten, ihren Gehalt in einem allgemeinen Sinne als eine Frage nach der Bereitschaft zum Gehorsam zu verstehen und demgemäß alles Interesse auf die Bewährung Abrahams zu lenken. Isaak ist das Kind der Verheißung; in ihm ist all das umschlossen und verbürgt, was Gott an Heil zu wirken versprochen hatte. Es geht hier nicht um eine natürliche Gabe und sei es die höchste, sondern um das Entschwinden der ganzen Verheißung aus dem Leben Abrahams.“

Die große Versuchung 1. Mose 22,1-19 Von Gerhard von Rad 22,1 Nach diesen Ereignissen versuchte Gott den Abraham und sprach … Mehr

Warum die Rede von ‚Mächten und Gewalten‘ problematisch werden kann: „In der Gegenwart haben selbstwirksame Mächte und Gewalten eine Suggestionskraft im Hinblick auf Verschwörungsgerede. Hat man sich diese Figuren imaginativ aneignet, lassen sich damit Dramaturgien apokalyptischen Ausmaßes narrativ entfalten. Diese können dann wiederum zur Selbstermächtigung von gewaltsamen Handlungen dienen, so wie der Sturm auf das Kapitol in Washington, D.C. am 6. Januar 2021.“

Darauf hat mich Hans G. Ulrich heute im Gespräch gebracht. Die Rede von selbstwirksamen, anonymen »Kräften« (dynámeis), »Mächten« (archaí) bzw. … Mehr

Paul Tillich, Flucht vor Gott. Eine Auslegung von Psalm 139 (Religiöse Reden): „Die verborgensten Regungen in der Tiefe unserer Seele sind nicht ganz die unseren, denn sie ge­hören auch unseren Freunden, der Menschheit, dem Univer­sum und dem Grund alles Seins, dem letzten Ziel unseres Le­bens. Nichts kann im letzten verborgen bleiben. Es wird in dem Spiegel reflektiert, in dem nichts verheimlicht werden kann.“

Flucht vor Gott. Eine Auslegung von Psalm 139 Von Paul Tillich Herr, Du erforschest mich und kennest mich.Ich sitze oder … Mehr

Karl Barth über Jesu Dämonenaustreibungen in seiner Kirchlichen Dogmatik: „Die Krankheit redet nicht; der Tod redet auch nicht; die Dämonen aber, die undefinierbaren Konkretionen des undefinierbaren Chaos als die eigentlichen Gegenspieler Gottes und seines Reiches – sie reden, sie schreien! Natürlich nicht etwa im Namen der leidenden Menschen um Hilfe für diese: sie sind ja nicht deren Freunde, sondern deren Feinde; diesen Menschen kann ja nur gegen sie geholfen werden.“

Über Jesu Dämonenaustreibungen (KD IV/2) Von Karl Barth Im selben Sinn ist hier endlich diejenige Gruppe von Texten lehrreich, die … Mehr

Karl Jaspers, Der Prophet Ezechiel. Eine pathographische Studie (1947): „Aus dem Rausch zur Klarheit, aus der verwirrenden Leidenschaft des irdischen Lebens zur hinreißenden Leidenschaft des Lebens im Dienste der Gottheit, das ist bei Ezechiel ins Äußerste und Maßlose getrieben durch das Absinken in die Rationalisierung des bloß ord­nenden Verstandes und in die sinnliche Vergegenwärtigung.“

Der Prophet Ezechiel. Eine pathographische Studie (1947) Von Karl Jaspers Über Verfasser und Deutung des Buches Ezechiel sind die Alttestamentler … Mehr

Klaus Koch und Jürgen Roloff, Sühne in der Bibel: „Es kommt ihnen nicht darauf an, dass Gott ein »Opfer« dargebracht wird, sondern darauf, dass den Menschen durch ein von Gott ausgehendes Geschehen Sühne und damit Lebensmöglichkeit zuteil wird. Gott gibt seinen Sohn, den einzigen Gerechten und Sündlosen, für die Sünder dahin; er wirkt damit für sie für alle Zeit Befreiung von Schuld und gibt ihnen einen untrüglichen Erweis seiner Liebe.“

Sühne in der Bibel Von Klaus Koch und Jürgen Roloff »Sühne« wird in der Bibel nicht im juristischen Sinn als … Mehr

Fridolin Stier über den theontologischen Tanz ums Kalb (1950): „Und wiedergekehrt in die Hallen des Himmels, sah er sie immer noch stehen, ihres Wettstreits beflissen. Schüttelnd das Haupt fuhr Moses sie an: „Ihr Herren da, seht, das ist Sand, Sand von der Stätte des Kalbs; und da, diese güldenen Stäubchen sind Götzenkalbstaub. Das hab ich zerschlagen, zerrieben, zerstäubt – in der Kraft und im Geist meines Gottes.““

Über den theontologischen Tanz ums Kalb Von Fridolin Stier Plato und Aristoteles peripatierten selbander in den Hallen des Himmels. Und … Mehr

Karl Barth über Jesu Versuchung in der Wüste (KD IV/1): „Man bemerke: ein Abschwören Gottes, ein Übertritt zum Atheismus war ja als Preis für das Alles nicht gefordert, nur eben ein Hutlüften vor dem Geßlerhut, nur eben ein diskreter, unter vier Augen zu vollziehender Kniefall vor dem Teufel, nur eben die stille, aber solide und nicht wieder rückgängig zu machende Anerkennung, dass er in jenem prachtvollen Reich das erste Wort sprechen und das letzte behalten, dass im Grunde Alles beim Alten bleiben solle.“

Über Jesu Versuchung in der Wüste (KD IV/1) Von Karl Barth Man wird aber, um diese zu verstehen, auf die … Mehr