Wilhelm Vischer über das Buch Ester (1937): „Damit dass Gott seinen Sohn als Juden geboren werden und am Kreuze als den König der Juden sterben und nach drei Tagen wieder auferstehen lässt, rechtfertigt er seine Auserwählung und die Erhaltung Israels und erfüllt er alles, was er Israel versprochen hat. Dadurch stiftet er den Frieden für die Todfeindschaft zwischen den Juden und den Nichtjuden. Denn nun ist offenbar, dass beide eins sind in der Versündigung an ihm, und dass beide allein von der Gnade leben, die ihnen angeboten wird in der Botschaft, dass Gott diesen einen zum Fluch gemacht und herrlich auferweckt hat, weil er sich aller erbarmt. Diese Lösung ist das Gericht Gottes über beide, vornehmlich die Juden und auch die Heiden. Und diese Lösung ist die Möglichkeit Gottes zur Erlösung aller, die daran glauben, der Juden vornehmlich und auch der Heiden.“

Esther Von Wilhelm Vischer Daß das Buch Esther in der christlichen Bibel steht, ist für viele unserer Zeitgenossen ein Ärgernis, … Mehr

Gerhard M. Saß, Verheißung. Hermeneutische Überlegungen: „Von Gott geschenktes und verheißenes Leben drängt auf unsere Antwort hin. Die er­ste und wichtigste Antwort des Menschen ist der Glaube (pístis) als hoffendes Vertrauen auf Gott als den treuen (pistós) Geber der Verheißung. Sich auf Gottes Treue zu seinen Verheißungen zu verlassen bedeutet heute (im Angesicht der Shoa) auch ernstzunehmen, dass unser Gott, der Vater Jesu Christi; zugleich der Gott Israels ist, der treu zu seinem Bund mit seinem Volk steht. So gelte die Verheißungen seinem Volk bis heute, und wir sind allein »in Christus« Mit-Erben und Mit-Teilhaber der Verheißun­gen geworden.“

Verheißung. Hermeneutische Überlegungen Von Gerhard M. Saß Verheißung ist nicht nur in biblisch-, sondern auch in systematisch- und praktisch-theolo­gischen Zshg. … Mehr

Martin Luther über die Heilige Schrift (Grund und Ursach aller Artikel D. M. Luther, 1521): „Die Heilige Schrift muss notwendigerweise klarer, leichter verständlich und gewisser sein als alle anderen Schriften, da ja alle Lehrer ihre Aussagen durch sie als durch eine klarere und beständigere Schrift bestätigen wollen und ihre eigenen Schriften durch sie begründet und erklärt sehen möchten. Niemand kann eine dunkle Aussage durch eine noch dunklere beweisen. Darum zwingt uns die Not, mit allen Lehrschriften zur Bibel zu laufen und dort Urteil über sie einzuholen; denn sie allein ist der rechte Lehnsherr und Meister über alle Schriften und Lehren auf Erden. Wenn das aber nicht gelten soll, wozu brauchen wir dann die Schrift? Dann verwerfen wir sie erst recht und begnügen uns mit Menschenbüchern und Menschenlehrern.“

Über die Heilige Schrift (Grund und Ursach aller Artikel D. M. Luther, 1521) Von Martin Luther Ich predige keine neuen … Mehr

Martin Luther über den Reichtum der Heiligen Schrift: „Sie gleiche einem sehr großen, weiten Wald, in dem vielerlei Bäume stünden, von denen man mancherlei Obst und Früchte brechen könne. Denn in der Bibel finde man reichen Trost, Lehre, Unterricht, Ermahnung, Warnung, Verheißung und Drohung usw. Aber es sei kein Baum in diesem Walde, an dem er nicht geklopft und etliche Äpfel oder Birnen davon gebrochen und abgeschüttelt hätte.“

Vom Reichtum der Heiligen Schrift Es sagte einmal der ehrwürdige Herr Doktor Martinus Luther zu Herrn Philippus Melanchthon, ebenso zu … Mehr

Walter Lüthi, Predigt zu Apostelgeschichte 10,1-11,18 – Es war aber ein Mann zu Cäsarea, mit Namen Kornelius: „Mit Fernweh im Herzen, mit Augen des Glau­bens, die nach Bruder Kornelius Ausschau halten, gehen wir jetzt zu jenem Tisch, der so mächtig unvergleichlich dort vorn in der Kirche steht. Wir tun es im Ausblick auf jenes letzte große Abend­mahl, bei dem die von der Landstraße und von hinter den Zäunen dabeisein werden. Sie alle sind gerufen, die Heiden und die Juden, zusammen mit uns Christen zu diesem Tisch zu gehen. Der Tisch ist gedeckt. Kommt, liebe Christen, lasst uns jetzt mit Glaubensblick, in der Hoffnung für den fernen Bruder, gemeinsam mit dem Auferstan­denen essen und trinken.“

Predigt zu Apostelgeschichte 10,1-11,18: Es war aber ein Mann zu Cäsarea, mit Namen Kornelius Von Walter Lüthi In dieser Geschichte, … Mehr

Jürgen Roloff über die Hölle in der Bibel: „Allerdings gilt der Hades weniger als Ort denn als die dem Tod zugehörige Machtsphäre. Beim Endgericht wird Christus nicht nur die Toten aus dem Hades befreien, sondern er wird Tod und Hades zusammen vernichten. Die feurige Gehenna (auch »Feuerpfuhl«, »ewiges Feuer«, »Abgrund«) erscheint als Bereich ewiger und endgültiger Gottes- und Heilsferne. Ihr werden im Endgericht alle widergöttlichen Menschen und Mächte überantwortet. Das Neue Testament verzichtet jedoch auf jede spekulative Ausmalung von Hölle und Höllenstrafen.“

Hölle in der Bibel Von Jürgen Roloff Die Bibel spricht zwar vielfach von unterweltlichen Aufenthaltsorten der Toten bzw. endzeitlichen Straforten, … Mehr

Martin Haug, Die Kirche des Neuen Testaments (1932): „Das Recht in der Kirche des Neuen Testaments ist ein wirkliches »Kirchenrecht«, geschaffen von der Gemeinde, in der alle Dinge aus dem Glauben und in der Liebe geschehen, und gültig gemacht durch den befreiten Willen der Gemeinde, die alles dankbar gebraucht, auch das Recht, das ihr hilft, Gott und den Brüdern zu dienen. Dieses Kirchenrecht ist seinem ganzen Wesen nach verschieden von dem staatlichen Recht. Es wird nicht getragen von der Macht des Staates, sondern von dem Geist in der Gemeinde; es ist auch nicht starr, sondern beweg-lich, weil die Liebe nicht nur Altehrwürdiges konserviert und auch nicht uniformiert, sondern darauf achtet, was jetzt und hier dem Aufbau der Gemeinde dient.“

Der spätere württembergische Landesbischof Martin Haug (1895-1983) hatte 1931 eine theologisch beachtenswerte Vortragsreihe zur Kirche des Neuen Testaments gehalten, die … Mehr

Brevard S. Childs, Auf dem Weg zur Wiedergewinnung theologischer Exegese: „Vom Christuszeugnis in dem hier vorgeschlagenen Sinn zu sprechen bedeutet vielmehr, eine textorientierte Rezeption der Schrift durch eine christliche Glaubensgemeinschaft zu beschreiben, die den biblischen Texten erlaubt, aus der Kraft einer göttlichen Wirklichkeit heraus zu erklingen, die durch die Begegnung mit der gesamten christlichen Bibel gewonnen wurde.“

Auf dem Weg zur Wiedergewinnung theologischer Exegese Von Brevard S. Childs In einem wichtigen Artikel hat David Yeago1 einen bemerkenswerten … Mehr

Wilhelm Vischer, „Der im Himmel Thronende lacht“ (1966): „Es gab sogar und gibt vielleicht noch Kirchen, in denen das Lachen des im Himmel Thronenden in hellem Ostergelächter widerhallt. Das ist das Lachen des Glaubens. Und wie die Auferweckung Jesu nur eine Spielart der ugaritischen oder sonst einer Naturmythologie wäre, wenn Jesus nicht wirklich ein Mensch gewesen wäre, als solcher gelebt, gelitten und die ganze Bitterkeit des Todes geschmeckt hätte und in der Erde begraben worden wäre, so ist auch der Osterglaube nur echt, wenn er am Leiden Jesu teilnimmt. Darum gilt den Jüngern Jesu immer noch: ‚Selig seid ihr, die ihr jetzt weinet; denn ihr werdet lachen.‘ Weinend sind sie selig durch den gewissen Trost, dass der im Himmel Thronende lacht.“

„Der im Himmel Thronende lacht“ Von Wilhelm Vischer Diese Aussage des zweiten Psalms stößt an die Grenze der weiten biblischen … Mehr