Hermann Diem, Predigt zu Johannes 14,23-31 (Pfingstsonntag 1939): „Wo Jesus mit seinem Wort vergeblich angeklopft hat, wo man ihn und seine Botschaft von der barmherzigen Liebe des Vaters nicht haben will, da kann der Heilige Geist nicht einkehren und an nichts erinnern. Ein Pfingstfest kann die Welt, die Christus nicht aufnahm, als er in sein Eigentum kam, nicht feiern. Sie ist aber darum von Christus nicht aufgegeben, sondern er hört nicht auf, sie mit seiner Liebe zu suchen.“

Predigt zu Johannes 14,23-31 (Pfingstsonntag) Von Hermann Diem „Jesus antwortete und sprach zu ihm: wer mich liebet, der wird mein … Mehr

Kornelis Heiko Miskottes Meditation über Psalm 68,29–30a zum Reformationstag 1940: „Unsere Kirche aber, besonders die in den Niederlanden, lebt im Gefühl und Geschick mit Israel verwandt. Unsere Kirche kann nicht herrschen. Sie wurzelt nicht im natürlichen Wesen menschlicher Religion. Unsere Kirche fängt die ersten Schläge des Gerichts auf, das über die Welt geht – wir sind wie „Benjamin, der Kleine“ (Vers 28) – wir sind nomadisch, verachtet, leben von dem, was wir nicht haben. Bettler sind wir – und bleiben es.“

Kirchenreform (Kerkhervorming, 1940) Von Kornelis Heiko Miskotte „Dein Gott hat dir Kraft geboten; stärke, o Gott, was du an uns … Mehr

Norbert Lohfink über Kohelet: „Es kann kein Jenseits als Legitimation einer Flucht vor der Verantwortung dieses Augenblicks und als Vertröstung eingesetzt werden. Kohelet also als kritische Instanz gegen die latenten Gefährdungen christ­licher Rede! Doch dürfte auch Kohelets eigentliches Unternehmen, seine Destruktion überlieferter Formeln, die dem Menschen die Kenntnis der Zukunft vorspiegeln, seine Einladung, sich wieder ins Offene des jeweils nächsten Augenblicks zu stellen, einfach in Gottes Verfügung, bleibende Bedeutung haben.“

Über Kohelet Von Norbert Lohfink Kohelet analysiert das menschliche Dasein als Sein in der nur im gleiten­den Jetzt gegebenen und … Mehr

Friedemann Jung, Predigt zu 1. Mose 3,1-24: „Diese Geschichte ist also nicht die der ersten Sünde, sondern die vom Anfang der menschlichen Freiheit – denn ohne die Möglichkeit des Ungehorsams kann es keinen Gehorsam geben, ohne die – wie Karl Barth es genannt hat: Die unmögliche Möglichkeit, das Böse zu tun, kann es auch keine Freiheit geben. Und, auch das eine kleine Pointe: Natürlich müssen die Menschen diese Freiheit schon vorher gehabt haben – sonst hätten Eva und Adam ja gar nicht auf die Schlange hören können.“

Liebe Gemeinde, diese Geschichte kennen wir alle. Man möchte fast sagen: Zur Genüge. Sie heißt ja „Die Geschichte vom Sündenfall“. … Mehr

Hans Ferdinand Fuhs zur spielenden Weisheit (Sprüche 8,30f): „Spiel vermag zur Realität auf Distanz zu gehen und sie zugleich zu verwandeln. Spiel heißt, ungesichert mit Möglichkeiten umzugehen und mit offenen Fragen zu leben, nicht gleich in allem einen letzten Sinn entdecken zu müssen, die Freiheit zu haben, dem Zwang eines geschlossenen Welt- und Lebensordnungssystems zu widerstehen.“

Zur spielenden Weisheit (Sprüche 8,30f) Von Hans Ferdinand Fuhs Das Spiel der Weisheit vor (nicht für) JHWH spielt an auf … Mehr

Paulusapokalypse (pseudepigraphische Visio Sancti Pauli aus dem vierten Jahrhundert): „O elende Seele, ich bin der Engel, der dir anhing, täglich dem Herrn berichtend deine bösen Werke, die du Tag und Nacht getan hast; und wenn es in meiner Macht gewesen wäre, so würde ich dir auch nicht an einem einzigen Tage gedient haben, aber nichts davon konnte ich tun. Denn Gott ist barmherzig und ein gerechter Richter, und er hat uns geboten, dass wir nicht aufhören sollen, der Seele zu dienen, bis ihr bereut. Du aber hast die Zeit der Reue verloren. Und ich bin dir heute ein Fremder geworden und du mir. Lass uns also zu dem gerechten Richter gehen; ich will dich nicht entlassen, bevor ich vom heutigen Tage an weiß, dass ich dir ein Fremder geworden bin. Und der Geist verwirrte sie, und der Engel beunruhigte sie. Als sie aber zu den Mächten gekommen war, da sie schon in den Himmel einzutreten fortging, da wurde eine schlimme Last über die andere auf sie gelegt. Denn der Irrtum und die Vergesslichkeit und das Zutragen kamen ihr entgegen und der Geist der Hurerei und die übrigen Mächte und sagten zu ihr: Wohin gehst du, elende Seele, und wagst es, in den Himmel zu eilen? Halt an, dass wir sehen, ob wir an dir unser Eigentümliches haben, weil wir keinen heiligen Helfer bei dir sehen.“

Paulusapokalypse (Visio Sancti Pauli) Bearbeitet von Hugo Duensing (1877-1961) Die Visio Pauli ist eine in zahlreichen griechischen, lateinischen und volkssprachlichen … Mehr