Werner Elert, Der Christ und der völkische Wehrwille (1937): „Dass der Christ die Gemeinschaft seines Volkes nicht verleugnen kann, dass sein Glaube ihn nötigt, die Grundbedingung seiner irdischen Existenz aus der Hand Gottes entgegenzunehmen und dass er in Bereitschaft, Dienst und Liebe die praktischen Folgerungen daraus zieht, haben wir erwiesen. Aber die Durchführung des Wehrwillens bedeutet ja nun nicht nur irgendeinen Dienst und irgendeine Bereitschaft, sondern Waffendienst und Kampfbereitschaft. Der Wehrwille eines ganzen Volkes kann ohne diesen persönlichen Dienst und diese persönliche Kampfbereitschaft nicht durchgesetzt werden.“

Wer die Theologie Werner Elerts beurteilen will, muss sich dem stellen, was Elert während des Nationalsozialismus vorzutragen wusste und was … Mehr

Paul Althaus über Werner Elerts theologisches Werk (1955): „Wir danken Gott dafür, dass wir, die Fakultät, die Universität, Werner Elert durch mehr als ein Menschenalter gehabt haben. Wir sind stolz darauf, dass dieser große Theologe und Lehrer der unsere war, dass sein Name mit dem unseres Erlangen für immer verbunden ist. Sein Werk wird seinen Dienst in Wissenschaft und Kirche auf lange hinaus weiter tun. Gott der Herr wolle es dazu segnen! Er schenke unserer Fakultät und Universität, der theologischen Wissenschaft und der Christenheit auch hinfort immer wieder Forscher und Lehrer voll Geist und Kraft!“

Werner Elerts theologisches Werk Von Paul Althaus Eine Gedenkfeier wie diese, zu der die Theologische Fakultät eingeladen hat, ist in … Mehr

Friedrich Gogarten, Die Stadt. Ein Brief aus Rothenburg ob der Tauber (1919): „Sie werden jetzt wohl verstehen, daß ich nicht von einer Idylle rede, wenn ich Ihnen sage, daß ich den ersten ganz glücklichen Tag in meinem Leben hat­te, als ich an einem warmen Oktobertag das erstemal nach Rothenburg kam. Da glühten die roten Dächer in der Herbstsonne und alle Geräusche hatten den hellen, friedevollen und heimkehrenden Klang, den die Herbstluft ihnen geben kann. Ich wußte damals nicht, warum ich so glücklich war.“

Die Stadt. Ein Brief aus Rothenburg ob der Tauber Von Friedrich Gogarten Sie kennen die Engelsburg, die Höhe über dem … Mehr

Marsilio Ficino, Über die christliche Religion (1474): „Die kostbarsten Perlen der Religion hingegen wurden oft von Ignoranten in die Hand genommen und wie von Säuen zertreten. Denn oftmals scheint die müßige Bemühung von Toren und Trägen mehr Aberglaube (superstitio) als Religion [zu sein].“

Ahnherr des liberalen Protestantismus ist nicht etwa Martin Luther, sondern der Florentiner Renaissancephilosoph Marsilio Ficino (1433-1499) mit seinen Schriften „Theologia … Mehr

Georg Frölichs Brief an den Nürnberger Ratsschreiber Lazarus Spengler in Sachen religiöse Toleranz vom März 1530: „So sollten Christen, Juden, Wiedertäufer usw. jeweils die Freiheit haben, ihre Lehren und Zeremonien, die sie für richtig halten und durch die sie hoffen, zu Gott zu gelangen, ungehindert auszuüben – allerdings an unterschiedlichen Orten: die Christen in ihren Kirchen und die Wiedertäufer und Juden in für sie bestimmten Häusern oder Synagogen.“

Der Nürnberger Kanzleischreiber Georg Frölich, der als erster im März 1530 mit seinem Gutachten „Ob eine weltliche Obrigkeit das Recht … Mehr

Trutz Rendtorff über Demokratie und Protestantismus (1988): „Im Christentum ist das Wissen von der Sündhaftigkeit des Menschen lebendig, der nicht aus eigener Kraft, sondern durch die Gemeinschaft mit Gott zum Tun des Guten befähigt wird. Daraus folgt eine Kritik am ethischen Optimismus der Demokratie; aber die Kritik an politischer Machtausübung durch sündhafte Menschen ist eine Aufgabe nicht nur der Predigt der Kirche, sondern in die Demokratie selbst eingebaut.“

Demokratie und Protestantismus Von Trutz Rendtorff A. Der deutsche Protestantismus bekennt sich erst heute ausdrücklich zur demokratischen Verfassung des Staates. … Mehr

Eberhard Jüngel über die Aufklärung im Licht des Evangeliums: „Gerade im Blick auf das Böse ist uns die sich selbst so nennende Aufklärung eine radikale Aufklärung schuldig geblieben. Auch die Theologie ist sie der Zeit bisher schuldig geblieben. Böse ist trotz der ungeheuren Exzesse von Bosheit, die das zu Ende gegangene Jahrhundert kennzeichnen, noch immer eine bourgeoise, einer verbürgerlichte und insofern auch schon verharmloste Kategorie. Mangelt es der christlichen Theologie an Mut zu jener ‚Umwertung aller Werte‘, die sich im Lichte des Evangeliums vollzieht und ohne die die Abgründe des Bösen zwar erfahren und erlitten, nicht aber auf den Begriff gebracht und also auch nicht bekämpft, mit Gedanken, Worten und Werken erfolgreich bekämpft werden können?“

Über die Aufklärung im Licht des Evangeliums Von Eberhard Jüngel Schneidend wird die Differenz zwischen der im Lichte der Vernunft … Mehr

Paul Tillich, Die christliche Hoffnung und ihre Wirkung in der Welt (1963): „Die unendliche Bedeutung des Einzelnen für das Christentum bleibt in der christlichen Hoffnung erhalten. Aber über das Wie kann nichts ausgesagt werden, und wo es versucht wird, ist es dichterische Symbolik, deren Schönheit Absurdität wird, wenn man sie wörtlich nimmt. Darum muß der Theologe hier schweigen und mit allen Kreaturen auf das hoffen, was nicht gesehen und gesagt werden kann.“

Die christliche Hoffnung und ihre Wirkung in der Welt (1963) Von Paul Tillich 1 In dem Sammelband Die Hoffnungen unserer … Mehr

Martin Rades Antwortbrief an Karl Barth vom 5. September 1914: „Gewiss, unser Volk hat den Krieg damals schon nicht anders empfunden, denn als ein Unglück. Aber eben als ein so großes ungeheures, dass ihm alles andre Denken und Fühlen verging über dem Einen: Gott. Und Sie verlangen, wir sollten bei dem Erleben dieses Krieges Gott außerm Spiele lassen. Das ist unmöglich. Für eine so überwältigende Sache gibt es nur Einen möglichen Grund und Urheber: Gott.“

Antwortbrief an Karl Barth Von Martin Rade Marburg, den 5. September 1914. Lieber Freund, Unter den vielen Briefen, die mir … Mehr