Walter Lüthi, Der letzte Sieger. Predigt über Daniel 8 (1936): „Was dem Propheten an den beiden Tieren, die er in seiner Vision schaut, ganz besonders auffällt, das ist ihre Waffe, das Horn. Es ist unheimlich viel von Hörnern die Rede in diesem Kapitel. Das Horn ist Zeichen und Sinnbild der erdgebundenen Bockskraft. Die Völkerwelt aber steht heute, so weit unser Auge schaut, im Zeichen des Hornes. Was sich die Völker heute zeigen, das sind die Hörner. Horn steht gegen Horn, Waffe starrt gegen Waffe. Die Menschheit ist ein einziger Hörnerwald geworden, und jedermann zittert vor dem Moment, da die geringste Bewegung in diese Hörner fahren wird. Und doch legen die Völker ihre ganze Kraft und Aufmerksamkeit auf die Hörner.“

Der letzte Sieger. Predigt über Daniel 8 (1936) Von Walter Lüthi Der Eingang dieses Kapitels hat eine Jugenderinnerung wachgerufen, deren … Mehr

Ruth Lödel, Predigt zu Jesaja 60,1-6: „Die Finsternis verbreitet Furcht. Und Furcht macht stumm. Wer sich davon nicht beirren lassen will, sondern sich die Freiheit nimmt, laut die Herrlichkeit des Herrn zu verkündigen, der muss ganz schön Arsch in der Hose haben. […] Und so werdet auch ihr, Könige und Königinnen der ELKB, weiterhin das Lob des Herrn verkündigen, dass es eine Lust ist, und unsere Herzen werden erbeben und weit werden, denn was ist der Reichtum der Königin von Saba gegen das Gold der guten Worte, die wir uns sagen lassen dürfen: Steh auf! Die Nacht ist vorüber. Steh auf und lobe Gott!“

Predigt zu Jesaja 60,1-6 (Epiphaniaszeit) Von Ruth Lödel Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit … Mehr

Martin Luther, Sermon vom Leiden und Kreuz (1530): „Der Christen Leiden ist deshalb edler und köst­licher als aller anderen Menschen Leiden, weil Christus sie in das Leiden gesteckt hat und so auch alle Leiden seiner Chri­sten geheiligt hat. Sind wir denn nicht arme, tolle Leute? Wir sind nach Rom, Trier und an andere Orte gelaufen, um die Heiligtümer aufzusuchen. Warum lassen wir uns nicht auch das Kreuz und das Leiden lieb sein, welches Christus viel naher gewesen ist und ihn naher berührt hat als irgendein Kleid am Leibe? Es hat ihm nicht allein den Leib, sondern das Herz be­rührt. So ist nun durch das Leiden Christi auch das Leiden aller seiner Heiligen ganz zum Heiligtum geworden; denn es ist mit dem Leiden Christi verbunden. Deswegen sollen wir alles Leiden nicht anders annehmen denn als Heiligtum; denn es ist wahrhaftig ein Heiligtum.“

Sermon vom Leiden und Kreuz (1530) Von Martin Luther Liebe Freunde, ihr wißt, daß man in dieser Zeit die Passions­geschichte … Mehr

Walter Lüthi, Predigt zu Apostelgeschichte 10,1-11,18 – Es war aber ein Mann zu Cäsarea, mit Namen Kornelius: „Mit Fernweh im Herzen, mit Augen des Glau­bens, die nach Bruder Kornelius Ausschau halten, gehen wir jetzt zu jenem Tisch, der so mächtig unvergleichlich dort vorn in der Kirche steht. Wir tun es im Ausblick auf jenes letzte große Abend­mahl, bei dem die von der Landstraße und von hinter den Zäunen dabeisein werden. Sie alle sind gerufen, die Heiden und die Juden, zusammen mit uns Christen zu diesem Tisch zu gehen. Der Tisch ist gedeckt. Kommt, liebe Christen, lasst uns jetzt mit Glaubensblick, in der Hoffnung für den fernen Bruder, gemeinsam mit dem Auferstan­denen essen und trinken.“

Predigt zu Apostelgeschichte 10,1-11,18: Es war aber ein Mann zu Cäsarea, mit Namen Kornelius Von Walter Lüthi In dieser Geschichte, … Mehr

Walter Brueggemann, Kommentar zu Jeremia 14,1-10: „Das Gebet ist eine Äußerung der Kühnheit, die eine ziemlich fordernde Erwartung an JHWH richtet. JHWHs eigentliche Rolle ist es, in rettender Weise gegenwärtig zu sein. JHWHs Gegenwart sollte eine Garantie für Regen oder für alles andere sein, was nötig ist, um Leben zu haben. Diese Art der Ansprache Gottes ist ein Motivationsmittel in der Klageform. Ihre Funktion ist es, von JHWH das zu fordern, was von ihm erwartet wird.“

Kommentar zu Jeremia 14,1-10 Von Walter Brueggemann Diese Einheit ist ein Klagelied mit einer Antwort in Form eines göttlichen Orakels. … Mehr

Terence E. Fretheim, Kommentar zu Jeremia 14,1-10: „Die Anrede Gottes als ‚Hoffnung‘ ist mit Gott als demjenigen verbunden, der eine Geschichte hat, Menschen in Zeiten der Not zu retten. Gott wird ‚Hoffnung‘ genannt, gerade weil er sich im Laufe ihres gemeinsamen Lebens als Retter Israels erwiesen hat. Bei einem solchen Gott müssen Nöte nicht das Ende der Geschichte sein. Es gibt Zukunftsmöglichkeiten mit diesem Gott, die sich auf heilsame Weise über das gegenwärtige Debakel hinaus bewegen. Bemerkenswerterweise bittet das Volk Gott nicht ausdrücklich um Vergebung seiner Sünde, obwohl Gott eine Geschichte hat, auf Buße auf diese Weise zu reagieren.“

Kommentar zu Jeremia 14,1-10 Von Terence E. Fretheim Die Dürre und ihre Auswirkungen, 14,1-6 Das Wort Gottes über Israels Erfahrung … Mehr

Walther Eichrodts Kommentar zu Hesekiel 2 und 3 (1959): „Die mit dem Vollzug der gehorsamen Tat geschenkte innere Befreiung spiegelt sich in dem süßen Geschmack der seltsamen Speise wider. Es wäre allegoristische Verzeichnung der starken Symbolkraft dieses Erlebens, wollte man hier die Süßigkeit des Gottesworts überhaupt angedeutet sehen, worauf ja auch im ganzen Vorgang nichts hinweist. Vielmehr geht es um die Erfahrung, dass auch die fremd und unverständlich scheinende Forderung Gottes, wo sie erfüllt wird, eine innere Befriedigung schenkt, die ihr alle Bitterkeit nimmt.“

Kommentar zu Hesekiel 2 und 3 Von Walther Eichrodt 2,1—7: Die Sendung an Widerspenstige. Die befreiende neue Gewißheit der Nähe … Mehr

Konrad Adenauers Brief an Hochwürden Pastor Lemmen in Sachen Gottesdienstkritik (1960): „Die heutige Predigt war unerträglich, sie war mit Ihren Pflichten als Geistlicher auf der Kanzel einfach unvereinbar; sie zeigte nichts von der Lebensweisheit, die Sie, nach Ihrer heutigen Predigt, auf den Hochschulen vermissen. Es war ein wirres Durcheinander von Wahrheiten – Halbwahrheiten – unzutreffenden Behauptungen. Sie war daher voll von Widersprüchen, ein Gallimathias. Sie dürfen etwas Derartiges den zahlreichen Besuchern des Gottesdienstes nicht bieten.“

Brief an Hochwürden Lemmen in Sachen GottesdienstkritikVon Konrad Adenauer Rhöndorf/Rh., den 17. 7. 1960. HochwürdenHerrn Pastor [Martin Heinrich] LemmenRhöndorf / … Mehr

Robert W. Jenson, Kommentar zu Ezechiel 2-3. Ordination und Beauftragung: „So wie das Wort des Herrn in der Beauftragung Ezechiels sakramental verkörpert ist, so ist es auch in der gesamten Rede der Propheten über dieses Wort. Das heißt: Das Wort Gottes, das die Geschichte bestimmt, ist selbst inmitten der aufeinanderprallenden und sich vereinigenden Körper, die Geschichte machen, voll beteiligt. Das entspricht den Andeutungen der Inkarnation, die wir in Ezechiel gefunden haben und noch finden werden: Gott regiert nicht nur von außen, sondern auch aus dem Inneren der Geschichte.“

Kommentar zu Ezechiel 2-3. Ordination und Beauftragung Von Robert W. Jenson Visionen von Gott zu sehen oder ihn sogar sprechen … Mehr