Werner Schmauch, Der neue Weg. Predigt über 1. Korinther 13,1-13 (1946): „‚Die Liebe ist langmütig und freundlich.‘ Die Liebe sucht immer nur den anderen zu helfen. Die Liebe sieht nicht mit Neid auf des anderen bessere Lage, erzürnt sich nicht, dass es einem selbst so schlecht geht, während der andere in einer noch ein wenig besseren Situation sich befindet. Die Liebe erhebt sich nicht über den Nächsten in der Meinung, sie müsste auf Rosen gebettet sein, während die Mitmenschen nur dazu bestimmt sind, in Not und Leid zu versinken.“

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges verblieb Werner Schmauch als Pfarrer bzw. Dekan unter schwierigsten Bedingungen bis 1948 im nunmehr … Mehr

Heinrich Alt über die Kanzel- bzw. Predigtuhr (1843): „Dann begann nach dem Kanzelvers und der Vorlesung des Textes die eigentliche Predigtabhandlung, die gewöhnlich drei Theile enthielt, von denen der erste mit dem Auslaufen des zweiten Viertelstundenglases zu Ende war; das leerwerdende dritte Viertelstundenglas belehrte dann den Redner, daß es Zeit sei, den dritten Theil zu beginnen, und auch dieser wurde wieder mit der pünktlichsten Genauigkeit so lang gedehnt, daß erst mit dem letzten verrinnenden Körnlein das oft lang ersehnte ‚Amen‘ erfolgte.

Die Sanduhr Von Heinrich Alt Häufiger noch, als das Kanzelpult, findet man auf den Kanzeln die Sanduhr, nach welcher sich … Mehr

Christoph Blumhardts Morgenandacht zu Psalm 32,8 (1899): „Viele glauben es nicht, dass wir Kinder Gottes sind, und reißen es den anderen aus dem Herzen, und da gibt es viele Leute, die sind immerfort verzagt und meinen, sie gehören gar nicht dazu. So laufen sie herum, wie wenn sie gottlos wären und im Grund genommen gehören sie ja zu Gott und sind längst von Gott angenommen; sie meinen, sie müssen Wunder was tun, um zu Gott zu kommen, während Gott längst bei ihnen ist.“

Morgenandacht zu Psalm 32,8 Von Christoph Blumhardt Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. … Mehr

Walter Lüthi, Der letzte Sieger. Predigt über Daniel 8 (1936): „Was dem Propheten an den beiden Tieren, die er in seiner Vision schaut, ganz besonders auffällt, das ist ihre Waffe, das Horn. Es ist unheimlich viel von Hörnern die Rede in diesem Kapitel. Das Horn ist Zeichen und Sinnbild der erdgebundenen Bockskraft. Die Völkerwelt aber steht heute, so weit unser Auge schaut, im Zeichen des Hornes. Was sich die Völker heute zeigen, das sind die Hörner. Horn steht gegen Horn, Waffe starrt gegen Waffe. Die Menschheit ist ein einziger Hörnerwald geworden, und jedermann zittert vor dem Moment, da die geringste Bewegung in diese Hörner fahren wird. Und doch legen die Völker ihre ganze Kraft und Aufmerksamkeit auf die Hörner.“

Der letzte Sieger. Predigt über Daniel 8 (1936) Von Walter Lüthi Der Eingang dieses Kapitels hat eine Jugenderinnerung wachgerufen, deren … Mehr

Ruth Lödel, Predigt zu Jesaja 60,1-6: „Die Finsternis verbreitet Furcht. Und Furcht macht stumm. Wer sich davon nicht beirren lassen will, sondern sich die Freiheit nimmt, laut die Herrlichkeit des Herrn zu verkündigen, der muss ganz schön Arsch in der Hose haben. […] Und so werdet auch ihr, Könige und Königinnen der ELKB, weiterhin das Lob des Herrn verkündigen, dass es eine Lust ist, und unsere Herzen werden erbeben und weit werden, denn was ist der Reichtum der Königin von Saba gegen das Gold der guten Worte, die wir uns sagen lassen dürfen: Steh auf! Die Nacht ist vorüber. Steh auf und lobe Gott!“

Predigt zu Jesaja 60,1-6 (Epiphaniaszeit) Von Ruth Lödel Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit … Mehr

Martin Luther, Sermon vom Leiden und Kreuz (1530): „Der Christen Leiden ist deshalb edler und köst­licher als aller anderen Menschen Leiden, weil Christus sie in das Leiden gesteckt hat und so auch alle Leiden seiner Chri­sten geheiligt hat. Sind wir denn nicht arme, tolle Leute? Wir sind nach Rom, Trier und an andere Orte gelaufen, um die Heiligtümer aufzusuchen. Warum lassen wir uns nicht auch das Kreuz und das Leiden lieb sein, welches Christus viel naher gewesen ist und ihn naher berührt hat als irgendein Kleid am Leibe? Es hat ihm nicht allein den Leib, sondern das Herz be­rührt. So ist nun durch das Leiden Christi auch das Leiden aller seiner Heiligen ganz zum Heiligtum geworden; denn es ist mit dem Leiden Christi verbunden. Deswegen sollen wir alles Leiden nicht anders annehmen denn als Heiligtum; denn es ist wahrhaftig ein Heiligtum.“

Sermon vom Leiden und Kreuz (1530) Von Martin Luther Liebe Freunde, ihr wißt, daß man in dieser Zeit die Passions­geschichte … Mehr

Walter Lüthi, Predigt zu Apostelgeschichte 10,1-11,18 – Es war aber ein Mann zu Cäsarea, mit Namen Kornelius: „Mit Fernweh im Herzen, mit Augen des Glau­bens, die nach Bruder Kornelius Ausschau halten, gehen wir jetzt zu jenem Tisch, der so mächtig unvergleichlich dort vorn in der Kirche steht. Wir tun es im Ausblick auf jenes letzte große Abend­mahl, bei dem die von der Landstraße und von hinter den Zäunen dabeisein werden. Sie alle sind gerufen, die Heiden und die Juden, zusammen mit uns Christen zu diesem Tisch zu gehen. Der Tisch ist gedeckt. Kommt, liebe Christen, lasst uns jetzt mit Glaubensblick, in der Hoffnung für den fernen Bruder, gemeinsam mit dem Auferstan­denen essen und trinken.“

Predigt zu Apostelgeschichte 10,1-11,18: Es war aber ein Mann zu Cäsarea, mit Namen Kornelius Von Walter Lüthi In dieser Geschichte, … Mehr

Walter Brueggemann, Kommentar zu Jeremia 14,1-10: „Das Gebet ist eine Äußerung der Kühnheit, die eine ziemlich fordernde Erwartung an JHWH richtet. JHWHs eigentliche Rolle ist es, in rettender Weise gegenwärtig zu sein. JHWHs Gegenwart sollte eine Garantie für Regen oder für alles andere sein, was nötig ist, um Leben zu haben. Diese Art der Ansprache Gottes ist ein Motivationsmittel in der Klageform. Ihre Funktion ist es, von JHWH das zu fordern, was von ihm erwartet wird.“

Kommentar zu Jeremia 14,1-10 Von Walter Brueggemann Diese Einheit ist ein Klagelied mit einer Antwort in Form eines göttlichen Orakels. … Mehr