Ein Protest gegen die Enteignung arabischer Böden (1953) Herrn Joseph SprinzakVorsitzender der KnessetJerusalem Jerusalem, den 7.3.53 Sehr geehrter Herr! Diese … Mehr
Kategorie: Politische Ethik
Karl Barth, Die letzte Frage und Antwort (Weihnachten 1938): „Es beunruhigt uns mit Recht, dass so viele schon die rechten Fragen, die uns heute gestellt sind, immer wieder verfehlen und missverstehen: dass sie etwa den Zusammenhang zwischen dem offenkundig gefährlichen deutschen und einem blöden, aber vorläufig noch harmlosen schweizerischen Nationalismus, oder den Zusammenhang zwischen Antisemitismus und Barbarei, oder den Zusammenhang zwischen einer wirksamen Landesverteidigung und einer energischen Inangriffnahme des Arbeitslosenproblems, oder den Zusammenhang zwischen der Sache unserer Freiheit und der der Freiheit in ganz Europa so gar nicht sehen und dementsprechend auch lauter törichte Antworten geben.“
Die letzte Frage und Antwort (Weihnachten 1938) Von Karl Barth Die «Schweizer Zeitung am Sonntag» will an der Weihnacht nicht … Mehr
Gustav Heinemann, Bekenner und kritischer Geist. Zum 75. Geburtstag Karl Barths (1961): „Als 1938 England, Frankreich und Italien im Münchner Pakt mit Hitler unter Preisgabe der Tschechoslowakei den Frieden retteten, war es Karl Barth klar, dass nun der neue Weltkrieg heraufzog. Sein damaliger Brief an Prof. Hromadka in Prag bleibt Zeugnis eines tieferen Verständnisses vom Zeitgeschehen, wie es nur aus der Kraft zur Unterscheidung der Geister erwachsen kann. Als die Katastrophe sich ausgetobt hatte und Deutschland 1945 zerschmettert am Boden lag, war Karl Barth einer der ersten, die inmitten des Strafgerichtes über unserem Volk einer Versöhnung aus neuen Anfängen das Wort redete.“
Bekenner und kritischer Geist. Zum 75. Geburtstag Karl Barths Von Dr. Dr. Gustav Heinemann Das theologische Werk von Karl Barth … Mehr
Eberhard Röhm über Hermann Stöhr (1898-1940): „Als einflußreiche Freunde den Sprecher des »Geistlichen Vertrauensrats der Deutschen Evangelischen Kirche«, Landesbischof August Marahrens, drängten, ein Gnadengesuch des zum Tod verurteilten Stöhr zu unterstützen, lehnte dieser unter Hinweis auf ein Gutachten seiner Kirchenjuristen ab. Bei Stöhrs Begräbnis auf dem Berliner St. Johanniskirchfriedhof wurde die kirchliche Feier durch die anwesenden Gestapobeamten abgebrochen, als in der Liturgie das Wort »Frieden« gefallen war.“
Hermann Stöhr Geb. 4. 1. 1898 in Stettin; gest. (hingerichtet) 21. 6. 1940 in Berlin-Plötzensee Von Eberhard Röhm Am 2. … Mehr
Alasdair MacIntyre, Sieben Eigenschaften für die Zukunft (Seven Traits for the Future, 1979): „Wer ein tugendhaftes Leben führen will, wird früher oder später kämpfen müssen – sei es waffenlos oder bewaffnet. Ohne Kampf ist kein wertvoller Staat je entstanden oder erhalten worden. Kampfbereitschaft – samt den dazu nötigen Fähigkeiten – ist daher selbst eine Tugend. Denn Krieg sollte man nur führen, wenn man ihn auch gewinnen will.“
Sieben Eigenschaften für die Zukunft (Seven Traits for the Future, 1979) Von Alasdair MacIntyre Das Problem, unsere Nachkommen zu gestalten, … Mehr
Alasdair MacIntyre, Die Natur der Tugenden (The Nature of the Virtues, 1981): „Keine Praxis kann lange Zeit ohne institutionelle Unterstützung bestehen. Tatsächlich ist die Beziehung zwischen Praktiken und Institutionen so eng – und damit auch zwischen den externen Gütern und den internen Gütern der betreffenden Praxis –, dass Institutionen und Praktiken charakteristischerweise eine gemeinsame Kausalordnung bilden. In dieser Ordnung sind die Ideale und die Kreativität der Praxis stets gefährdet durch die Besitzgier der Institution; die kooperative Fürsorge um gemeinsame Güter in der Praxis ist immer verwundbar gegenüber der Konkurrenzlogik der Institution. In diesem Zusammenhang wird die zentrale Funktion der Tugenden klar: Ohne sie – ohne Gerechtigkeit, Mut und Wahrhaftigkeit – könnten Praktiken der korrumpierenden Macht der Institutionen nicht standhalten.“
Die Natur der Tugenden: Von Homer bis Benjamin Franklin Von Alasdair MacIntyre Eine mögliche Reaktion auf die Geschichte des griechischen … Mehr
Walter Höchstädter und seine illegale Flugschrift „Darum seid nüchtern!“ wider die nationalsozialistische Judenvernichtung (1944): „Das Blut von Millionen hingeschlachteter Juden, von Männern, Frauen und Kindern, schreit heute gen Himmel. Da darf die Kirche nicht schweigen. Sie darf da nicht sagen, die Regelung der Judenfrage sei eine Angelegenheit des Staates, wozu er aufgrund von Römer 13 ein Recht habe. Es gibt also keine indifferente Haltung für den Christen in dieser Frage. Es gibt keinen gemäßigten – christlichen – Antisemitismus. Auch dann nicht, wenn er einleuchtend mit vernünftigen (etwa nationalen) Gründen dargelegt wird, oder gar mit wissenschaftlichen (sage: scheinwissenschaftlichen) Gründen.“
Darum seid nüchtern!EIN GRUSS AN DIE BRÜDER Der bayerische Pfarrer Walter Höchstädter (1907-1994) verfasste im Sommer 1944 als Lazarettgeistlicher in … Mehr
George Bell, Die Funktion der Kirche in Kriegszeiten (The Church’s Function in War-Time, 1939): „Die Kirche steht für das Kreuz, das Evangelium der Erlösung. Sie kann daher von keinem irdischen Krieg als einem ‚Kreuzzug‘ sprechen, denn das eine, wofür es unmöglich ist, mit irdischen Waffen zu kämpfen, ist das Kreuz. Ihr oberstes Anliegen ist nicht der Sieg der nationalen Sache. Es ist schwer zu sagen, aber es ist entscheidend: Ihr oberstes Anliegen ist das Tun des Willens Gottes – wer auch immer siegt – und die Verkündigung der Barmherzigkeit Gottes gegenüber allen Menschen und Nationen. Die Geistlichen, insbesondere die Führer der Kirche, tragen eine große Verantwortung dafür, dies klarzustellen. Es geht nicht nur darum, dass die Kirche – wenn ihre Geistlichen das Evangelium predigen – eine ausgleichende Kraft von unbestreitbarer Autorität gegenüber den Wellen nationaler Emotionen bietet und so hilft, die geistige Integrität zu bewahren. Das ist wichtig. Aber noch wichtiger ist die Tatsache, dass die Kirche Treuhänderin des Evangeliums der Erlösung ist; und wenn das Evangelium nicht gepredigt wird, ist die Kirche nicht die Kirche.“
Die Funktion der Kirche in Kriegszeiten (The Church’s Function in War-Time, 1939) Von George Bell, Bischof von Chichester Was soll … Mehr
Peter Brunner, Theologisch-ethische Besinnung über den Krieg. Gutachten für die Bekennenden Kirche zu Beginn des Zweiten Weltkriegs (1939): „Als Soldat bin ich ausführendes Organ der in meinem Volke herrschenden Staatsgewalt, die an einem anderen im Staat verfassten Volke die Exekution vornimmt. So wie der Henker, der eine Todesstrafe vollzieht, nur der Arm der Staatsgewalt ist, die das Todesurteil gesprochen hat, so tötet der Soldat nur als der Arm der Staatsgewalt, die den Krieg zu führen befohlen hat. Die letzte Verantwortung für jeden Schuss, den ich als Soldat im Kriege abgebe, trägt der Inhaber der Staatsgewalt, der den Befehl zur Kriegsführung gegeben hat.“
Man kann es kaum für möglich halten, wie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs von der Bekennenden Kirche eine „theologisch-ethische Besinnung … Mehr