Predigt über 1. Timotheus 2,1-6 (1955) Von Johannes Hamel Liebe Brüder und Schwestern! Was würdet Ihr tun, wenn in diesem … Mehr
Kategorie: Politische Ethik
Johannes Hamel, Evangelische Christenheit unter der marxistisch-leninistischen Diktatur 1945–1989. Bewährung und Versagen: „Neben Bewährung stand vielfaches Versagen, wie bei den zwölf Jüngern Jesu, aber das entschuldigt uns nicht, im Gegenteil. An einem Versagen, das ich hier als Beispiel für vieles Versagen in solchen Sachen bringe, bin ich selbst schuldhaft beteiligt. Es spielte sich ab zwischen einem Bischof und einem Mitglied des Politbüros. Mitte der sechziger Jahre fanden etwa sechs bis acht Gespräche statt, zu denen beide Häupter jeweils fünf bis zehn Begleiter mitbrachten. Selbst die Tatsache dieser Gespräche, über drei Jahre hinaus haben sie sich erstreckt, kam auf entschiedene Bitte des Bischofs nicht in die Presse. Es wurde sehr offen geredet. Über die nun zu erzählende Begebenheit schäme ich mich, als wenn sie gestern passiert wäre.“
Evangelische Christenheit unter der marxistisch-leninistischen Diktatur 1945–1989. Bewährung und Versagen (1993) Von Johannes Hamel „Evangelische Christenheit unter der marxistisch-leninistischen Diktatur … Mehr
Eberhard Jüngel, Wege und Aporien der evangelischen Kirchen in der DDR (1993): „Eine Kooperation mit dem Staatssicherheitsdienst unter den Zielsetzungen des Staatssicherheitsdienstes konnte für eine theologisch verantwortungsbewusste Kirche unter keinen Umständen in Betracht kommen. Galt doch für den Staatssicherheitsdienst in gesteigertem Maße, was Georg Lukacs für die kommunistische Ethik generell behauptet hatte: nämlich, dass sie die Anerkennung der Notwendigkeit, Böses zu tun, zur höchsten Pflicht mache, und dass die Erfüllung dieser Pflicht das größte Opfer sei, das die Revolution ihren Anhängern abverlange. Der Kirche konnte dergleichen nur als verwerflicher Aberglaube erscheinen. Dennoch ist es zu höchst problematischen, zum Teil auch verwerflichen Kontakten mit dem Staatssicherheitsdienst gekommen.“
Wege und Aporien der evangelischen Kirchen in der DDR (1993) Von Eberhard Jüngel Herr Landtagspräsident, Herr Ministerpräsident, Herr Vorsitzender, meine … Mehr
Dietrich Bonhoeffer’s Letter to Mahatma Gandhi (1934): „It is no use to foretell the future which is in God’s hands, but if not all signs deceive us, everything seems to work for war in the near future, and the next war will certainly bring the spiritual death of Europe. What we need therefore in our countries is a truly spiritual living Christian peace movement. Western Christianity must be reborn on the Sermon on the Mount and here is the crucial point why I am writing to you. From all I know about you and your work after having studied your books and your movement for a few years, I feel we western Christians should try to learn from you, what realisation of faith means, what a life devoted to political and racial peace can attain. If there is anywhere a visible outline towards such attainments, than I see it in your movement. I know, of course, you are not a baptised Christian, but the people whose faith Jesus praised mostly did not belong to the official Church at that time either.“
Dietrich Bonhoeffer’s Letter to Mahatma Gandhi Pastor Lic. Dietrich Bonhoeffer23, Manor Mount, S.E. 23. London October 17th, 1934 Revered … Mehr
Dietrich Bonhoeffer, Christus und der Friede (1932): „Es geht Christus vielmehr darum, dass wir Gott lieben, dass wir in der Nachfolge Jesu stehen, in die wir mit der Verheißung der Seligpreisungen gerufen sind, und dass wir so Zeugen des Friedens sind. Diese Nachfolge Christi kommt aus und steht ganz auf einfältigem Glauben und es ist umgekehrt auch der Glaube nur in der Nachfolge wahr. So sind also die Gläubigen angeredet, die Welt aber durch das Friedenszeugnis Christi gerichtet. Der Glaube muss aber einfältig sein, sonst wirkt er Reflexion, nicht Gehorsam; sonst weiß auch die Linke, was die Rechte tut, und ist keine Nachfolge, die von Gut und Böse nichts weiß. Nur in solcher Nachfolge bekommen wir auch die rechte Stellung zu denen, die ihr Leben im Krieg hingegeben haben.“
Christus und der Friede (1932) Von Dietrich Bonhoeffer Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele … Mehr
Karl Barth, „So wahr mir Gott helfe!“ Die Frage des Führereides und ihre Behandlung in der Bekennenden Kirche in Deutschland im Sommer 1938: „Der neudeutsche Führereid ist ein Totalitätseid, mit welchem sich der Schwörende mit Haut und Haar, mit Leib und Seele dem unerforschlichen Willen einer ihm gänzlich unübersichtlichen anderen Instanz verschreibt. Treue und Gehorsam gegen Adolf Hitler bedeutet eo ipso (und eo ipso ohne jede Möglichkeit irgend eines Vorbehaltes!) die Inanspruchnahme des ganzen Menschen für den Dienst dieser mit allen Merkmalen einer Gottheit ausgestatteten Persönlichkeit.“
„So wahr mir Gott helfe!“ Die Frage des Führereides und ihre Behandlung in der Bekennenden Kirche in Deutschland im Sommer … Mehr
John H. Yoder über Pazifismus (1996): „Die Argumentation der Kriegsbefürworter stellt die politische Realität falsch dar, indem sie das ideale Schema des gerechten Krieges verwendet, das nicht dem entspricht, was Politiker und Soldaten wirklich tun. Ein großer Teil des militärischen Denkens ist ‚realistisch‘ in dem Sinne, dass es keine moralische Verpflichtung jenseits des nationalen Interesses und keine Beschränkung auf das, was zum Sieg nötig ist, anerkennt. Vieles ist ‚kreuzzüglerisch‘ in dem Sinne, dass die Teilnehmer glauben, dass Gott besonders auf ihrer Seite ist und dass ihre Gegner nicht den gleichen Status wie Menschen haben.“
Pazifismus Von John H. Yoder „Pazifismus“ ist ein Begriff neueren Datums, der jede moralische oder politische Position bezeichnet, der zufolge … Mehr
Johannes Hamel, Was heißt Gegenwart Christi in der säkularen Welt? (1964): „Wo immer also die Christenheit den Herrn des Alls allein im Gekreuzigten sucht und im Glauben findet, wird sie – ihr selbst zum Wunder – Schritt für Schritt erleuchtete Augen dafür bekommen, dass alles Geschehen von dem zielbewusst gelenkt wird, auf dessen Offenbarung die Schöpfung und sie mit ihr zugeht. Diese, seine Gegenwart im Evangelium begleitende Anwesenheit des Herrn entzieht sich freilich einem Sehenwollen, das das Künftige vorwegnehmen möchte: wir werden Ihn sehen, wie Er ist. Wo immer aber Christen der Versuchung erliegen, den gegenwärtigen Gott im Weltgeschehen zu finden und haben zu wollen, werden sie mit Blindheit geschlagen und blind durch die Geschichte tappen, weil sie das Skandalon des Kreuzes nicht wahrhaben wollen.“
Was heißt Gegenwart Christi in der säkularen Welt? (1964) Von Johannes Hamel I. Die Frage nach Gottes offenbarem Handeln im … Mehr
Nemesios von Emesa über den Thymos (Zornmut): „Es ist aber auch manchmal so, dass der Zornmut ein Verlangen nach Vergeltung ist; denn wenn wir Unrecht leiden oder meinen, Unrecht zu leiden, werden wir zornmütig, und dann wird die Seelenstimmung eine Mischung aus Begierde und Zornmut. Die Arten des Zornmütigen sind drei: Zorn – auch Galle und Bitterkeit genannt –, anhaltender Grimm und auf Vergeltung lauernder Groll.“
In Sachen politische Pathologie ist der Begriff des Thymos (Zornmut) unverzichtbar (vgl. Fukuyama und Sloterdijk). Nemesios von Emesas Begriffsbestimmung aus … Mehr