Theodizee, Geschichtsphilosophie, Gnosis Von Odo Marquard Jacob Taubes hat — zugespitzt formuliert — die These vertreten: die Zentralphilosophie der Neuzeit … Mehr
Kategorie: Philosophie
Der bevorstehende 450. Todestag des Ulmers Leonhard Fronsperger (1520-1575) und dessen provokante Schrift ‚Vom Lob des Eigennutzens‘ (1564): „Betrachtet weiter mit inneren Augen und Herzen die anderen beiden Stände der Welt, nämlich die Geistlichkeit und die Regierung, so werdet ihr deutlich erkennen und erfahren, wie sehr der Eigennutz dem menschlichen Leben zu Hilfe kommt. Denn wer würde sich freiwillig in einen dieser beiden Stände begeben, angesichts der großen und schweren Verantwortung, die jeder, der sich ihrer annimmt, vor Gott auf sich laden muss, und all dessen, was solche Stände sowohl gegenüber Gott als auch gegenüber der Welt erfordern? Wenn ich, der Eigennutz, nicht wäre, müsste man wohl, um einen einzigen Papst, Bischof oder einen anderen Amtsträger, ebenso Kaiser, König, Fürsten oder Herren zu finden, bis zum Ende der Welt suchen und sie mit Schwert und Kerker dazu zwingen.“
Am 23. Mai 1575 verunglückte Leonhard Fronsperger tödlich, als dieser – vom Rat der Reichsstadt Ulm zum militärischen Sachverständigen bestellt … Mehr
Hannah Arendt, Curriculum Vitae (1941): „Nach einer kurzen Sekretärstätigkeit bei Arnold Zweig leitete ich die pädagogische Abteilung eines Comites zur Umschichtung deutsch-jüdischer Flüchtlinge (Agriculture et Artisanat) und begründete 1935 eine französische Abteilung der Jugendalijah für Flüchtlingskinder, durch welche etwa 120 Kinder bis 1936 nach Palästina einwanderten. Im Verfolg dieser Arbeit war ich 1935 3 Monate in Palästina. Dieses Büro erweiterte sich während seines ca. 2-jährigen Bestehens zu einer Art Beratungsstelle für Jugendliche, da eine solche Institution in Paris nicht existierte.“
Curriculum Vitae (1941) Von Hannah Arendt Ich, Hannah Arendt, bin am 14. Oktober 1906 in Hannover geboren. Im Herbst 1924 bestand … Mehr
Richard Rortys Prophetie einer Machtübernahme durch eine starken Mann in den USA in seinen William E. Massey Sr. Lectures 1997: „Die Wählerschaft außerhalb der Vorstädte wird beschließen, dass das System gescheitert ist, und sich nach einem starken Mann umsehen, den sie wählen können – jemand, der ihnen versichert, dass, sobald er gewählt ist, die selbstgefälligen Bürokraten, trickreichen Anwälte, überbezahlten Anleiheverkäufer und postmodernen Professoren nicht mehr das Sagen haben werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Errungenschaften, die schwarze und farbige Amerikaner sowie Homosexuelle in den letzten vierzig Jahren errungen haben, wieder zunichte gemacht werden. Die scherzhafte Verachtung von Frauen wird wieder in Mode kommen. Die Worte ‚Nigger‘ und ‚Jude‘ werden am Arbeitsplatz wieder zu hören sein. All der Sadismus, den die akademische Linke versucht hat, ihren Studenten zu verleiden, wird wieder auftauchen.“
Der starke Mann (1997) Von Richard Rorty (1931-2007) Viele Autoren auf dem Gebiet der Sozial- und Wirtschaftspolitik haben davor gewarnt, … Mehr
Fridolin Stier: „Nicht oft genug kann die Menschheit an die gefährliche Nachbarschaft der Übermächte erinnert werden, die um sie walten, unberechenbar und niemals zu bewältigen. Gedankenlos, bewußtseinseng nur von ihren Geschäften und Händeln in Atem gehalten, von all dem Lärm darum betäubt, lebt sie dahin, als wäre nur ihre Welt die einzig wahre.“
Meine Solidarität mit den Menschen verwehrt mir nicht, mich durch solche Botschaften aus dem Untergrund der unverfügbaren Gewalten in freudige … Mehr
Johannes Harder über Nicolaj Berdjájev (1874-1948): „Berdjájev behält Hoffnung in seiner Erwartung einer religiösen Wiedergeburt, einer Offenbarung des Heiligen Geistes, die eine neue Gesellschaftsordnung und eine universelle Kultur jenseits des Dualismus zwischen Religion und Leben bringen wird. Der kommende Äon einer Gottmenschheit wird den Akzent von Gott auf den Menschen übergehen sehen.“
Nicolaj Berdjájev Von Johannes Harder Nicolaj Aleksandrovic Berdjájev, geboren am 6. (19.) März 1874 im Gouvernement Kiew. Offiziersadel. Nach Besuch … Mehr
Alfons Deissler, Der Mensch — ein „Wort-Wesen“ (Wie wir als Christen die Psalmen beten): „Der Mensch ist mehr als ein ‚Vernunft-Wesen‘, er ist ein ‚Wort-Wesen‘. Denken ist ‚Sprechen im Herzen, bzw. zu seinem Herzen‘, Meditieren ist ‚murmeln‘ bzw. ‚in sich hineinsprechen‘. Im inneren und äußeren Wort wird der Mensch erst voll Mensch. Im Reden erschließt er sich sowohl dem ‚Du‘ und ‚Wir‘ der Mitmenschen wie dem dieses ‚Du‘ ermöglichenden und alle ‚Du-heit‘ umfassenden ‚DU‘ Gottes. Dabei liegt eine Wechselbeziehung von Person und Wort vor: die Person ‚macht‘ nicht nur das Wort, das Wort wirkt auch entfaltend auf die Person zurück.
Der Mensch — ein „Wort-Wesen“ Von Alfons Deissler Der Mensch ist mehr als ein „Vernunft-Wesen“, er ist ein „Wort-Wesen“. Denken … Mehr
Ernst Bloch und das Kukuckszitat in Sachen Musik „praeludium vitae aeternae, ut a corporeis ad incorporea transeamus“: „Auch die Großen in der Philosophie können sich beim Zitieren der noch Größeren vergreifen.“
Ernst Bloch und das Kukuckszitat in Sachen Musik „praeludium vitae aeternae, ut a corporeis ad incorporea transeamus“ Auch die Großen … Mehr
Ernst Bloch über die Musik als praeludium vitae aeternae (Das Prinzip Hoffnung): „Dieser Engelsgesang wird die Erlösten des Herrn aufnehmen und umgeben, also ist jede irdische Musik, die ihre Inspiration aus diesem Oben nimmt, für Augustin eine offene Himmelstür, eben ein „praeludium vitae aeternae, ut a corporeis ad incorporea transeamus“ (de musica VI, 2). Musik sollte nun erst völlig von den Zusammenhängen der himmlischen und menschlichen Harmonie handeln; vom Paradies herab senkt sie sich zur musica mundana, der kosmischen Harmonie, dann zur musica humana, der Harmonie von Leib und Seele, und kehrt zum Paradies zurück.“
Über die Musik als praeludium vitae aeternae (Das Prinzip Hoffnung) Von Ernst Bloch Prunk, Elysium in Oper und Oratorium Der … Mehr