Über Leopoldine Weizmann (1898-2002), die für Martin Heideggers Buch ‚Sein und Zeit‘ (1927) Korrektur gelesen hatte: „Leopoldine Weizmann, Tochter des Rechtsanwalts Samuel Weizmann und der Marie Frendl, die beide aus Österreich stammten, verbrachte ihre Kindheit in einer wohlhabenden, nicht praktizierenden jüdischen Familie in Wien. Sie hatte eine ältere Schwester, Gertrud, und einen jüngeren Bruder, Fritz, die nach Kanada auswanderten. Ihr Vater starb im April 1943 bei der Deportation nach Auschwitz. Chaim Weizmann, der erste Präsident des Staates Israel, war ein Cousin, dessen zionistische Optionen sie nicht teilte.“

In seiner Biographie über Hannah Arendt erwähnt Thomas Meyer Leopoldine Weizmann, die in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts dem … Mehr

Gustav Landauer über Martin Buber 1913: „Er hat keinen Appell losge­lassen, hat nicht zur Scham und zur Einsicht oder zur Duldung und Menschlichkeit aufgerufen; er hat nur öffentlich zu den Juden gesprochen und ihnen an einem groß zusammengefassten, verklärten, fast zum Mythos gestalteten Bild der Vergangenheit und aus den Tiefen seiner eigenen Seele heraus gesagt, was sie damit sind, dass sie Juden sind.“

Martin Buber[1] Von Gustav Landauer Martin Buber war in diesen Jahren eine große Verheißung; er ist jetzt ein Gelöbnis ge­worden, … Mehr

Hannah Arendt, Einige Fragen der Moralphilosophie (Some Questions of Moral Philosophy, 1965): „Wir haben den totalen Zusammenbruch aller etablierten moralischen Standards im öffentlichen und privaten Leben während der 30er und 40er Jahre miterlebt, und zwar nicht nur (wie man heute gewöhnlich annimmt) in Hitlerdeutschland, sondern auch in Stalins Russland, wo in diesem Moment von der jüngeren Generation Fragen gestellt werden, die große Ähnlichkeit mit denen haben, die derzeit in Deutschland diskutiert werden.“

Einige Fragen der Moralphilosophie. Einführungsvortrag Von Hannah Arendt Meine Damen und Herren! Viele von uns haben in den letzten Wochen … Mehr

Immanuel Kant über das Gebet aus seinem schriftlichen Nachlass: „Daher kommt es auch, daß Derjenige, welcher schon große Fortschritte im Guten gemacht hat, aufhört zu beten; denn Redlichkeit gehört zu seinen ersten Maximen — ferner, daß diejenigen, welche man beten findet, sich schämen. In den öffentlichen Vorträgen an das Volk kann und muß das Gebet beibehalten werden, weil es wirklich rhetorisch von großer Wirkung seyn und einen großen Eindruck machen kann.“

Da mag man als Theologe ganz anderer Meinung sein: Vom Gebet Von Immanuel Kant Dem Gebete andere als natürliche Folgen … Mehr

Was Immanuel Kant in seiner Religionsschrift vom Beten hält: „Das Beten, als ein innerer förmlicher Gottesdienst und darum als Gnadenmittel gedacht, ist ein abergläubischer Wahn (ein Fetischmachen); denn es ist ein bloß erklärtes Wünschen, gegen ein Wesen, das keiner Erklärung der inneren Gesinnung des Wünschenden bedarf, wodurch also nichts getan, und also keine von den Pflichten, die uns als Gebote Gottes obliegen, ausgeübt, mithin Gott wirklich nicht gedient wird.“

In seiner Religionsschrift „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ (1793/94) redet Immanuel Kant einem Gebetsautismus das Wort: Über … Mehr

Gianluca Solla über ónoma und dýnamis als Grundlage einer Politischen Theologie des Eigennamens: „Im Namen ungesagt enthalten und von ihm ihre Bedeutung beziehend, belebt die pístis gerade die Bedeutung des Namens. Der Name hat also eine Bedeutung, insofern er Ausdruck des Glaubens ist. Auf diese Weise müssen ónoma und pístis als je im anderen enthalten betrachtet werden.“

Ónoma und dýnamis. Die Grundlage einer Politischen Theologie des Eigennamens Von Gianluca Solla Im Einklang von Eigennamen und dýnamis trifft … Mehr

Karl Jaspers über seine religiöse Erziehung: „Als wir einmal zu spät zur Unterrichtsstunde gekommen waren, wurden wir bestraft dadurch, dass wir diesmal nicht beteten. Wir verwunderten uns über diese Strafe, die uns völlig gleichgültig war, aber hatten ein Gefühl von Mitleid und respektvollem Schonungsbedürfnis gegenüber dem Pfarrer.“

Über die religiöse Erziehung im Elternhaus schrieb Karl Jaspers 1938: Wenn Kierkegaard auf die Frage, warum er glaube, einmal antwortet: … Mehr