Über die Kirchenmusik Herr Jesus, magst Du etwa, wenn sie Dich mit Orgelklängen quälen?Du hast bestimmt genug von BachVielleicht möchtest … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Christine Lavant, Wenn du nicht sprichst, o Herr (1948): „Wenn du nicht sprichst, o Herr, wer soll dann sprechen?, / da diese Zeit so sehr des Worts bedarf! / Wer wird auch sonst den schweren Bann zerbrechen, / den eine Dunkelheit uns überwarf, / in der wir wie Gelähmte taumelnd stehen … / Wer soll die Zeichen, die geschehen, verstehen, / wenn du dein Wort aus unsrer Mitte nimmst?“
Wenn du nicht sprichst, o Herr Wenn du nicht sprichst, o Herr, wer soll dann sprechen?,da diese Zeit so sehr … Mehr
Christine Lavant, Gott zieht in seinem großen Garten: „Gott zieht in seinem großen Garten / die wunderlichsten Armut-Arten … / Da sind die fahlen Hungerhügel, / die schwarzen Falter Schmerzensflügel, / die Beete mit dem Diebessamt, / die Büsche, die grellrot geflammt / von irrer Liebe tief sich neigen, / und Bäume, die an ihren Zweigen / unausgetragne Früchte haben.“
Gott zieht in seinem großen Garten Gott zieht in seinem großen Gartendie wunderlichsten Armut-Arten …Da sind die fahlen Hungerhügel,die schwarzen Falter … Mehr
Siegfried Einstein, Aus einem Jom Kippur in der Synagoge zu Laupheim: „Lothar Goldstein stand in einer fremden Synagoge und hörte, wie der Kantor mit der vollen Baritonstimme seine und des ganzen Volkes Israel Sünden bekannte, und er lächelte, da er an seinen Vater dachte, der auch in späteren Jahren Tränen in den Augen hatte, wenn das Kol Nidre gesungen ward. Ganz in sich zusammengekrochen konnte er dasitzen, der Jude Maximilian Goldstein, der Warenhausbesitzer und Kriegsteilnehmer, ganz traurig und verlassen wie ein einzelner Baum inmitten eines Trümmerfeldes schien der Vater an Dinge zu denken, die der Knabe Lothar auch beim besten Willen nicht verstanden hätte und über deren Ausmaß und Bedeutung Maximilian Goldstein selbst sich nicht im klaren war.“
Aus einem Jom Kippur in der Synagoge zu Laupheim Von Siegfried Einstein Am 10. Oktober begingen die Juden in der … Mehr
Deutschgläubiges „Erntedank“-Gedicht im Nationalsozialismus (1935): „Wir lernten nicht, das Knie zu beugen, / die Hand zu heben im Gebet, / Gott lebt in uns sich selbst zum Zeugen, / sein Atem ist’s, der uns durchweht. / Nach seinem Willen sind wir Samen, / Frucht auf dem Acker dieser Welt, / auch unser Tod trägt seinen Namen …“
Deutschgläubiges „Erntedank“-Gedicht Am Sonntag, den 29. September 1935, wurde vormittags 10 Uhr auf das Erntedankfest hin eine Morgenfeier aus Leipzig … Mehr
Heute ist wirklich ein schwarzer Freitag. Aus Andrei Tarkowskis Tagebuch vom Dezember 1985: „Ein Mensch weiß sein Leben lang, dass er sterben wird – aber nicht wann. Um leben zu können, schiebt er diesen Moment in eine unbestimmte Zukunft. Doch ich weiß es, und nichts erleichtert mir jetzt das Leben. Das ist qualvoll. Doch am schlimmsten ist Larissa – wie soll ich es ihr sagen? Wie kann ich ihr diese entsetzliche Last selbst aufladen?“
Heute ist wirklich ein schwarzer Freitag. Aus Andrei Tarkowskis Tagebuch vom Dezember 1985 11. DezemberJe älter ich werde, desto rätselhafter … Mehr
Walter Benjamins Wiedergabe einer Gesprächserinnerung Max Brods an Franz Kafka in Sachen Hoffnung: „›Oh nein‹, meinte er, ›unsere Welt ist nur eine schlechte Laune Gottes, ein schlechter Tag.‹ – ›So gäbe es außerhalb dieser Erscheinungsform Welt, die wir kennen, Hoffnung?‹ – Er lächelte: ›Oh, Hoffnung genug, unendlich viel Hoffnung – nur nicht für uns.‹«“
Franz Kafka über die Hoffnung Aus dem »Prozeß« läßt sich entnehmen, daß dieses Verfahren hoffnungslos für die Angeklagten zu sein … Mehr
Elazar Benyoëtz, Gottes Wege: „Gottes Wege sind unerforschlich, nicht aber der Weg zu Ihm – Gottes Wille ist verborgen, des Schöpfers Absicht offenbar – Dass Sein Wille geschehe, ist mein Wunsch, nicht mein Wille – Gottes Ferne ist es, die den Menschen so nahe geht“
Gottes Wege Von Elazar Benyoëtz Um Gott zu suchen, muß man den Weg zu ihm schon gefunden haben »Zu dem … Mehr
John Donne, Eine Anatomie der Welt (1611): „So ist die Welt, wie Menschheit, ganz zerstört, / Aus den Fugen, fast lahm bei ihrer Schöpfung. / Denn eh’ Gott alles andre vollendet, / Kam schon Verderben, verdarb das Beste zuerst; / Es griff die Engel an, und dann die Welt, / Noch in der Wiege, stürzte, fiel zu Boden, / Verdreht’ den Sinn, nahm allgemeinen Schaden, / Verrenkte jedes Glied im Weltenbau. / Der edelste Teil, Mensch, fühlte’s zuerst; / Dann Fluch der Tiere, Pflanzen, durch des Menschen Fluch. / So fault die Welt seit ihrer ersten Stund’; / Der Abend war der Anfang ihres Tags. / Und nun die Frühling’, Sommer, die wir sehn, / Sind wie die Söhne von Frauen nach fünfzig.
EINE ANATOMIE DER WELT (An Anatomy of the World)worin, anlässlich des frühzeitigen Todes der FrauElizabeth Drury, die Gebrechlichkeit und der … Mehr