Über John Donne (1572–1631): „Sein zentrales Thema als Liebesdichter war die Glückseligkeit der Vereinigung; als Prediger verkündete er vor allem Gottes Barmherzigkeit. Beide Themen gewinnen besondere Kraft dadurch, dass sie von einem stammen, der oft von einer Liebe schrieb, die ‚Raserei‘ und nicht ‚Frieden‘ war, und der aus Erfahrung wusste, was es heißt, sein Heil mit ‚Furcht und Zittern‘ zu wirken.“

John Donne (1571/2–1631), metaphysischer Dichter und Dekan von St. Paul’s. Er entstammte einer katholischen Familie; seine Mutter war die Schwester … Mehr

Lucie Adelsberger, Typhusfieber im Konzentrationslager Auschwitz. Wenn Ärzte Patienten sind (1952): „Etwa am 15. oder 20. Juni 1943 erkrankte ich an Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Bauchschmerzen und Darmproblemen. Diese Symptome verstärkten sich in den folgenden Tagen, und ich fühlte mich so elend und benommen, dass ich kaum den Kopf heben konnte. Der Weg zur Latrine, quer durch den gesamten Block, war eine enorme Anstrengung, und ich schwankte wie eine Betrunkene. Die Diagnose Typhus lag nahe, …“

Typhusfieber im Konzentrationslager Auschwitz. Wenn Ärzte Patienten sind Von Dr. med. Lucie Adelsberger Es ist bedeutsam, dass ich meine Erfahrung … Mehr

Jürgen Henkys zu Jochen Kleppers Lied „Der Tag ist seiner Höhe nah“ (EG 457): „Wie Kleppers trostreiches Abendlied das tiefe Ruheverlangen in einer Zeit zermürbender Schlaflosigkeit entstand, so das Mittagslied in Tagen, in denen ‚der Kampf um die Arbeitszeit … sehr viel aufreibender als die Arbeit selbst‘ war. Einer, der verzweifelt um Stille für sein Werk kämpft, ruft dazu auf, vom eigenen Werk absehend still zu werden, das Werk wie das Mahl als Gabe und also betend zu empfangen.“

Zu Jochen Kleppers Lied „Der Tag ist seiner Höhe nah“ (EG 457) Von Jürgen Henkys Von den 16 „Kyrie“-Liedern (Erstausgabe) … Mehr

Roman Brandstaetter, Bibel, mein Vaterland: „Du rufst mich aus der Tiefe / mit dem Psalm der Krematorien, / mit dem Weinen über den Ruinen des kämpfenden Warschau, / mit der Klage über die Leichen des verbrannten Ghettos, / mit der Erinnerung an Auschwitz, / Treblinka, / Majdanek, / mit dem jeremianischen Stöhnen / meiner doppelt gemarterten / Geschichte. // Alles ist in dir, / was immer ich erlebt habe. / Alles ist in dir, / was immer ich geliebt habe.“

Bibel, mein Vaterland (Biblio, ojczyzno moja) Bibel, mein Vaterland,Bibel, mein polnisches Land,galiläischund franziskanisch,o ihr Bücher meiner Kindheit,geschrieben in zweizüngiger Rede,polnischem … Mehr

Roman Brandstaetter, Hymnus an die Bibel: „Da formte der Herr deine Kehle, / meißelte deinen Gaumen / nach dem Bild des Himmelsgewölbes, / deinen Lippen und deiner Zunge / gab er die Gabe, Laute zu bilden, / und indem er dir seine Stimme einhauchte, / machte er sie zu deiner Stimme, / Stimme, / Stimme, / sichtbare Stimme, / hervortretend hinter den Bergen Moabs, / aufgehend hinter den Sanden der Wüste, / im ersten Vers der Genesis: / Bereschit bara Elohim, / heiliger Anfang der Buchstaben, / Keim von Sätzen, Kapiteln und Büchern, / die im Rhythmus des göttlichen Atems / sich zugleich / in alle Richtungen bewegen / wie der Wagen des herrlichen Thrones, / den im Land der Chaldäer, / am Fluss Kebar, / in Verzückung der erschrockene / Ezechiel schaute.“

Hymnus an die Bibel (Hymn do Biblii) Sei gegrüßtund gepriesenund gesegnet,Bibel,erschaffen vor der Schöpfung,als noch nichts geschaffen war,vor der Zeit,als … Mehr

Wolf Biermann, Unter dem Apfelbaum: „Und da wuchs ja auch noch ein Feigenbaum / Der Baum des Ewigen Lebens war dies / Gott hatte verboten auch dessen Frucht / Den ersten Menschen im Paradies / Wenn einst unser Ahne ahnungslos / Beim Sündenfall Feigen gegessen hätt / Dann könnten wir nachgeborenen Erben / Wie elend unsterbliche Götter: nicht sterben“

Unter dem Apfelbaum Von Wolf Biermann Frau Unglück hat unter dem ApfelbaumBrutal meinen kleinen Finger gekapptDen rechten an meiner rechten … Mehr

Elazar Benyoëtz, In Zweifel gezogen dehnt sich der Glaube aus. Variationen über ein verlorenes Thema: „Öffne ich meine Augen, ist es der Anfang meines Tages; öffne ich meinen Mund, ist es der Anfang meiner Geschichte; öffne ich mein Herz, ist es eine Metapher. Gott sucht mein Gehör. Aus der Tiefe wird gerufen, nicht geglaubt. / Im Anfang war das Wort, die Rede aber erwachte im Garten Eden. Gott würde gern durch die Blume gesprochen haben. / Wer mit der Bibel erwacht, kann zu Gott durch die Blume nicht sprechen“

In Zweifel gezogen dehnt sich der Glaube aus. Variationen über ein verlorenes Thema[1] Von Elazar Benyoëtz Ich will vom Glauben … Mehr